Sonntag, 4. Dezember 2011

Die Grüne Jugend...

... schreibt einen offenen Brief an die Junge Union.

Denn die hat es gewagt, einen "Aktionstag gegen extremistische Gewalt" (3. Dezember) auszurufen. Warum das jetzt ein Problem ist? Lesen wir mal im offenen Brief:
    "... mit eurer Pressemitteilung zum von euch selbst initiierten „Aktionstag gegen extremistische Gewalt“ und eurer Kampagne "Jeder Extremist ist Mist" zeigt ihr einmal mehr, dass ihr der politischen Auseinandersetzung nicht gewachsen seid. Ihr erwähnt die derzeitigen Erkenntnisse über Taten der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ in einem Atemzug mit der Forderung nach einem konsequenten Kampf gegen Linksextremismus. Mit solchen Vergleichen werden der Rechtsterrorismus und der Tot von über 180 Menschen, die den Nazis seit der Wiedervereinigung zum Opfer fielen, völlig verharmlost."
Also, ich habe jetzt mal alle JU-Informationen zum Aktionstag, die ich online finden konnte, zusammengetragen: Hier gibt es eine Muster-Pressemitteilung, in welche die jeweilige Kreis-JU nur noch Zeit und Ort der Veranstaltung (Mahnwache) eintragen muß. Hier gibt es eine ausgefüllte Muster-Pressemitteilung von der JU Kreis Lingen. Hier gibt es eine Pressemitteilung über den Aktionstag auf der JU-Deutschland-Seite. Hier gibt es Informationen über die Aktion "Jeder Extremist ist Mist" der JU NRW.

Und tatsächlich: Es wird bei der JU Deutschland und der JU NRW auch der Linksextremismus bzw der linke Terror thematisiert. Zusammen mit dem rechten und dem islamistischen Terror. Nirgendwo wird der "konsequente Kampf gegen Linksextremismus" erwähnt, sondern es heißt (bei der JU Deutschland):
    Politischer Radikalismus ist ein Angriff auf unsere freiheitlichen Werte und unsere Demokratie und muss konsequent verfolgt und gesellschaftlich geächtet werden!

Was soll ich dem offenen Brief der Grünen Jugend denn jetzt entnehmen? Daß es guten und schlechten Extremismus gibt? Das Linksextremismus kein Extremismus ist? Daß 180 Menschen, die den Nazis zum Opfer fielen, genug Blutgeld sind, um Linksextremismus totzuschweigen? Daß immer Wahlkampf ist? Daß man lieber einem politischen Gegner ans Bein pinkelt, als ihm für eine akzeptable Aktion, die im Interesse des Gemeinwohls durchgeführt wird, zur Seite zu stehen?

Oder daß man bei den Grünen auf der Suche nach einem neuen Code für "Bitte: Wählt uns nicht!" ist?

Immerhin hat man's bei der JU NRW erkannt:
    Bei allen Unterschieden, haben politische Extremisten auch Gemeinsamkeiten in ihrer ideologisch geprägten Weltanschauung: Absolutheitsanspruch, Dogmatismus, Freund-Feind-Schemata, Verschwörungstheorien und Fanatismus.

1 Kommentar:

Alex hat gesagt…

Und die angehenden StudienrätInnen , SozialpädagogInnen und sonstwie öffentlich AlimentiertInnen zeigen den deutlichen Willen zur Fortschreibung deutscher Pisa-Erfolge. Duden stirbt tausend Tote.