Sonntag, 20. November 2011

Zum heutigen Sonntag

Im heutigen Evangelium wird der Menschensohn dargestellt als ein König, der seine Untertanen belohnt, weil sie etwas für ihn getan haben. Das ist eine einigermaßen normale und einleuchtende Situation. Ein König hat gewisse Aufgaben und Pflichten, aber er darf als König eben von seinen Untertanen auch gewisse Dienste verlangen. Er darf erwarten, daß seine Untertanen etwas für ihn tun.

Nun haben wir es aber am Christkönigssonntag nicht mit irgendeinem König zu tun, sondern mit DEM König, mit demjenigen, der von Gott - wie es in der Präfation der Messe heißt - mit dem Öl der Freude gesalbt wurde zum ewigen Priester und zum König der ganzen Schöpfung.

Wenn man aber nun König der ganzen Schöpfung ist, dann gibt es streng genommen nichts mehr, was die Untertanen noch für einen tun könnten. Und daher verschiebt sich auch die Aktivität weg vom König und hin zu seinen kleinsten, niedrigsten und schwächsten Geschöpfen.

Ein guter König ist um das Wohl seiner Untertanen bemüht, grade um das Wohl der Untertanen, die sich nicht immer aus eigener Kraft in ihrer materiellen Notlage helfen können.

Christus hat die ganze Welt erlöst, aber er hat sie nach seiner Himmelfahrt nicht als Paradies zurückgelassen. Sondern er hat sie so gestaltet, daß jeder Mensch im Akt einer freien Entscheidung, die Lehre Christi immer und immer wieder in die Tat umsetzen kann.

Christi Hilfe für die Kranken, sein Eintreten für die Schwachen, seine Liebe zu den Armen, seine Barmherzigkeit gegenüber den Sündern: All dies sind für uns nicht nur Zeichen, die darauf hinweisen, wie wir handeln sollten.

Es sind für uns auch eindringliche Erinnerungen daran, wer uns im Nächsten begegnet. Wer auch immer sich Christ nennt, der bekennt sich mit dieser Selbstbezeichnung zu einer Familie. Als Kinder Gottes und als Brüder und Schwestern in Christo haben wir ganz einfach die Pflicht einander in geschwisterlicher Liebe zu begegnen.

Schließlich sagt uns das heutige Evangelium auch, wem wir dienen, wenn wir an unseren Schwestern und Brüdern im Herrn christlich handeln: Wir dienen damit letztlich Christus selbst, dem König des Alls und der Schöpfung.

Und so sollte es uns alles eigentlich ein Leichtes sein, hin und wieder die eigenen Bedürfnisse, den eigenen Stolz, das eigene Vorurteil und die eigene Wichtigkeit hintanzustellen, um die so gesparte Energie aufzuwenden für ein Werk, mit dem wir nicht nur dem Nächsten dienen sondern auch unserem Herrn Jesus Christus.

Daß uns grade in der Zeit der vorweihnachtlichen Hektik die nötige Besonnenheit und Klarsicht bezüglich der Bedürfnisse unsers Nächsten nicht abhanden kommt, dabei helfe uns allen der Allmächtige Gott.

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