Mittwoch, 16. November 2011

Wie im Film...

Hatte heute um 14:00 Uhr eine Beerdigung und ich dachte wirklich, ich sei auf dem Set eines Gruselfilms gelandet: Alles grau, Nebel verhinderte den Blick in die Ferne, fette Krähen knarzten von entlaubten Bäumen herab oder hüpften keck über Gräber und eine kleine Prozession schweigender Menschen schlurfte durch die Szene.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was ist daran gruslig?
Memento mori. Bedenke, dass Du sterblich bist. Ich denke jeden Tag daran. Immer wenn ich den Rosenkranz bete.

Ich habe keine Angst vor dem Tod, höchstens vor dem Sterben. Aber da ich in der Zwischenzeit zweimal reanimiert werden musste, weiß ich, dass auch das sterben so schlimm nicht ist, wie man es in Filmen und Büchern ausmalt. Klar, man fühlt sich Elend, man spürt wie das Leben entweicht, aber das geht schnell vorbei. (Ich hatte nicht einmal die Zeit den Schwesternruf zu drücken.)
Man erwacht dann entweder auf der Intensivstation oder eben im Paradies, sofern man nicht durchs Purgatorium muss. Wobei die Intensivstation nicht um so viel besser sein kann, wie es das Fegefeuer ist.

Wer wochenlang des Nachts Gefahr läuft, sich in den Kabeln und Schläuchen medizinischer Maschinen strangulierend zu verheddern, wer dazu noch intravenös ernährt wird und dem der Sauerstoff mittels Pumpen gewaltsam in die Lungen gepresst wird, der könnte leicht auf die Idee kommen, dass der Tod und nicht das Weiterleben die eigentliche Erlösung ist, die uns der Heiland versprochen hat.

Für mich hat jede Beerdigung etwas Tröstliches. Denn ein jeder, der zum krächzten der Kräh und Raben zu Grabe getragen wird, hat das dunkle Jammertal des Lebens hinter sich gelassen und vor sich die Ewigkeit. Er ist denen entkommen, die aus dem irdischen Leben die Hölle machen.

Was um alles in der Welt sollte daran gruslig sein?
Zuviel Hollywood geschaut, Mönchlein? ;)

Anonym hat gesagt…

Ad Anonym:

Danke für den Beitrag. Ich habe einmal, lang ist's her, als Hilfs-Unterläufel auf einer Intensivstation gearbeitet und habe damals ein paar Bilder mitgenommen, die mich für Gesundheit mehr als nur dankbar sein lassen.

Betr. den Impressionen vom Gottesacker: Naja, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, und Hitchcock hat für seinen Grusel halt solche Bilder verwendet, wie sie die Natur um diese Jahreszeit übergenug liefert.

Und von wegen Mönchlein! Wenn schon, dann Chorherrle!

Pompous Ass

Anonym hat gesagt…

Nee, dass 'Mönchlein' war die Backpfeife vor allzu viel Eitelkeit unseres künftigen Papstes. Na klar ist ein Herr, aber er darf die Demut nicht vergessen.