Donnerstag, 10. November 2011

Interessant...

Man soll mit Wiki-Eintragungen ja vorsichtig umgehen, aber was hier über den Anwalt John F. Banzhaf steht, das paßt ja dann doch irgendwie in das Bild, das sich in den letzten Tagen vor meinem inneren Auge so entwickelt hat:
    He is noted for his advocacy of, and use of, lawsuits as a method to promote what he believes is the public interest.

    [Er ist bekannt für die Befürwortung und den Gebrauch von Gerichtsverfahren als eine Methode um das, was er für das öffentliche Interesse hält, zu fördern]


Banzhaf hat nun Beschwerde gegen die Catholic University of America angekündigt. Dies aus zwei Gründen. Erstens: Die Universität hat sich entschlossen, die Studentenwohnheime wieder nach Geschlechtern getrennt einzuteilen. Zweitens: Die Universität bietet ihren moslemischen Studenten weder "Schutz" vor christlichen Symbolen noch einen eigenen Gebetsraum.

Die erste Beschwerde ist für mich eigentlich ein Witz. Sowohl den Mädels als auch den Jungs wird gesagt, daß sie nicht mit Studenten des anderen Geschlechts in einem Wohnheim leben können. Hier sehe ich schon mal keine Geschlechterdiskriminierung. Banzhaf beklagt aber die Tatsache, daß nun die Mädchen nach Einbruch der Dunkelheit keine Kerle mehr haben, die sie sicher nach Hause geleiten. Ritterlichkeit mag für Medien-Bordsteinschwalben wie Banzhaf ausgestorben sein, aber ich bin mir sicher, daß ein Mädchen, das an einer katholischen Universität einen Jungen bittet, ihr ein wenig Sicherheitsgeleit zu geben, nicht grundsätzlich auf Ablehnung stoßen wird.

Viel witziger finde ich dann noch, daß Banzhaf selbst zugibt, keine Beschwerden von moslemischen Studenten erhalten zu haben.

Im Gegenteil: Beschwerden gab es dann schnell ÜBER die moslemischen Studenten, weil die Medien nicht differenzierten und die Leute sofort an eine islamistische Aktion dachten. Dieser Artikel zeigt, daß die moslemischen Studenten sich gegen Banzhafs Manöver aussprechen und daß sie sich trotz der christlichen Symbole und dem nicht vorhandenen Gebetsraum an der Uni sehr wohl fühlen.

Was genau Bahzhaf umtreibt, vermag ich nicht zu sagen, aber er paßt für mich sehr gut zu den Leuten, die der Meinung sind, Kirchen und kirchliche Einrichtungen stelle man am besten vor die Wahl: Entweder ihr vergeßt wer oder was ihr seid; dann fällt es euch leichter, gegen die eigenen Regeln zu verstoßen (Abtreibung, Adoption...). Oder ihr laßt euch die Socken von den Füßen klagen.

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