Sonntag, 20. November 2011

Christkönigssonntag...

Als ich eben von der Pfarre heim ins Stift fuhr, fiel mir ein, daß wir heute eigentlich ein Hochfest mit einem fürchterlich "bösen" Namen gefeiert haben.

Christkönigssonntag! Der Sonntag, an dem in besonderer Weise Christus in seiner Rolle als König gedacht wird.

Sonntag geht ja schon mal gar nicht. Ein Tag der Ruhe? Ein Tag, an dem die Geschäfte (eigentlich) geschlossen sein sollten? Ein Tag an dem man (Gott bewahre) in die Kirche gehen sollte? Ein Tag des Herrn (dominica)? Ein Tag, der nicht mir gehört? Frechheit!

Christus ist streng genommen auch nicht drin. Viel zu exklusiv! Was ist mit den anderen Religionen und Weltanschauungen? Kann ja wohl nicht sein, daß da einfach eienr kommt und diesen Sonntag für sich beansprucht, ohne vorher bei den anderen Göttern und Religionsstiftern (ganz zu schweigen von deren Anhängern) mal rumzufragen, ob das so okay ist. Rüpelhaft!

König ist überhaupt das Allerletzte! Soll ich als aufgeklärter, moderner, skeptischer Mensch mit leichtem Hang zu revolutionärem Gehabe (wenn's denn opportun ist) jetzt einfach vor dem in die Knie gehen oder was? Mich von dem rumkommandieren lassen? Seinen Adeligen, Pfaffen und Hofschranzen vielleicht auch noch den Zehnten abdrücken? Anklänge an eine Hierarchie in Zeiten, in denen wir doch alle Brüder und Schwestern sind? Skandalös!

Es wird also Zeit, den Christkönigssonntag auf die Müllhalde der Geschichte zu verfrachten und endlich den Weltanschauungsgeschwisterlichkeitstag einzuführen. Oder sowas in der Art...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hochwürden,

sowas spielt's doch schon längst auf allen Kathol. Bildungshäusern und Evangelischen Akademien ... die Grenzen verschwimmen derart, daß (Recycling eines alten Konzilswitzes) die Generalvikare bald in Admiralvikare umbenannt werden.

Bitte nicht auch noch hier!

Danke,

Pompous Ass

Imrahil hat gesagt…

Den Witz mit den General- und Admiralvikaren muß ich mir merken.

Vielleicht sogar in Konter-Admiräle. (Vikar heißt ja eigentlich dasselbe wie Leutnant, daher der Gedanke.)