Sonntag, 9. Oktober 2011

Überlebensfähig...

Es gibt da ein "Argument" von Abtreibungs-Befürwortern, welche ich nie so richtig kapiert habe. Es lautet ungefähr so:
    Dieses Was-Auch-Immer, das da im Leib der Frau heranwächst, ist bis zur soundsovielten Schwangerschaftswoche außerhalb des Wirtes nicht überlebensfähig. Daher ist es kein "Leben". Daher darf man es abtreiben.
Jeder Mensch weiß aber, wie eine Schwangerschaft normaler- und natürlicherweise verläuft. Es gibt einen von der Natur vorgesehenen Prozeß. Wenn dieser Prozeß nicht durch einen ungeplanten Eingriff unterbrochen wird, dann entwickelt sich der neue Mensch vom Zweizeller zum Neugeborenen (Der Mensch entwickelt sich als Mensch und nicht zum Menschen). Die Frage nach der Überlebensfähigkeit des Kindes im Mutterleib stellt sich also gar nicht, da das Kind bereits lebt und weiterleben wird, wenn man es weiterleben läßt. Die Abhängigkeit von bestimmten Faktoren machen ein Leben nicht zum Nicht-Leben.

Kommentare:

MC hat gesagt…

Das Argument der Abbruchsbefürworter - Verharmlosungsalarm - ist ohnehin reichlich pervers. Denn das Kind ist ja auch außerhalb des Mutterleibes selbst bei einer normalen Geburt ohne einen Ernährer praktisch nicht überlebensfähig, sondern bedarf eines Wirtes, der es ernährt, wärmt etc. Ist das dann auch kein "Leben" und kann folgerichtig ebenfalls abgestoßen werden? Und ab wann ist das "Was-Auch-Immer" denn nun ein schutzberechtiges Kind?

Anonym hat gesagt…

Insofern war es ja nur konsequent, daß in der antiken Welt das neugeborene Kind straflos ausgesetzt werden konnte - wenn z.B. im Römischen Reich der Pater familias das Kind nicht annahm.

Daher war es ja aus der Sicht des Imperium Romanum auch eine ungeheuerliche Provokation, daß der einzige Gott (schon das eine Frechheit gegenüber dem römischen Staat und dem dito Pantheon) sich ausgerechnet als ein wehrloses Kind in einem vernachlässigten Eck des Römischen Weltreichs manifestiert hat - wenn's wenigstens standesgemäß als Sohn einer stadtrömischen Senatorenfamilie gewesen wäre ...

Pompous Ass

Anonym hat gesagt…

Und außerdem: wie viele der Befürworter wären denn außerhalb ihres Wirts - der modernen Infrastruktur von Strom aus der Steckdose, Wasser aus dem Wasserhahn und Lebensmitteln aus dem Supermarkt - überlebensfähig?

kalliopevorleserin hat gesagt…

Von Natur aus nicht lebensfähig war ich mit zehn Jahren mal über drei Wochen lang. Da hätte ich eine Frage an den Autor des Zitates.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Noch eins: Wenn man die Welt biologistisch verstehen will, sollte man wenigstens ein bißchen von Biologie verstehen. Fragt mal einen Biologen, ob alles, was ohne einen Wirt nicht überlebensfähig wäre, ganz schlicht kein Leben ist.

Anonym hat gesagt…

»Insofern war es ja nur konsequent, daß in der antiken Welt das neugeborene Kind straflos ausgesetzt werden konnte - wenn z.B. im Römischen Reich der Pater familias das Kind nicht annahm.«

Von dem Geist, der hinter solchen Praktiken steckt(e), ließ sich gegenwärtig auch ein Singer "inspirieren" ...

»Der Mensch entwickelt sich als Mensch und nicht zum Menschen.«

Anderes wird weder irgendwo beobachtet, noch können die Befürworter der besagten Scheußlichkeit es sinnvoll ausdrücken, ohne entweder in erhebliche Erklärungsschwierigkeiten oder ins Stammeln zu geraten.