Mittwoch, 12. Oktober 2011

Die Piusbrüder...

Bei Elsa geht dieses kurze, als Frage formulierte Posting über die FSSPX seinem einhundertsten Kommentar entgegen.

Es ist viel los. Der Ton wird zwischendurch mal ruppig, dann wieder versöhnlicher. Vatikandokumente werden ausgepackt, wobei vor allem Nostra aetate, 2 wegen seiner Interpretierbarkeit ausgiebig behandelt wird. Ebenfalls auf dem Menu steht zwischen den Zeilen auch irgendwie die Nähe des Heiligen Vaters zu den Konzilsdokumenten und zwar nicht dergestalt, daß man Benedikt XVI da eine gewisse Distanz zugesteht, wenn das denn dazu beitragen sollte, die Piusbrüder wieder an Bord zu holen, sondern eher so, daß man sich hier und da vielleicht nicht 100%-ig sicher ist, wo der Papst überhaupt steht.

Die Frage kann ich natürlich auch nicht beantworten, da ich ja nicht im Kopf des Heiligen Vaters den Synapsen beim Zünden zuschaue.

Was ich aber tun kann, ist einfach zu fragen: Was'n ei'ntlich los?

Als Erzbischof Lefebvre 1987 erklärte, er gedenke - mit oder ohne Erlaubnis des Vatikans - einen Nachfolger zum Bischof zu weihen, kam es 1988 zu Verhandlungen mit dem Vatikan und zum Aufsetzen eines Protokolls, welches Lefebvre und Kardinal Ratzinger unterschrieben und an Papst Johannes Paul II weiterleiteten, damit dieser sein Häkchen druntersetze. Das Dokument sah unter anderem vor, daß dem Papst vorgeschlagen wird, einen aus der Bruderschaft ausgewählten und von Lefebvre vorgestellten Kandidaten zum Bischof zu weihen.

Es folgten Kabbeleien bzgl des Termins. Lefebvre kündigte eine Weihe für den Juni 1988 an, Kardinal Ratzinger bot den August 1988 an. Lefebvre beharrte auf seinem Termin, wartete auf einen neuen Vorschlag aus Rom und weihte, als dieser Ausblieb, am 30. Juni 1988 die vier Bischöfe.

Er tat dies ohne päpstlichen Auftrag. Ergo:
    Can. 1382: Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu.
Diese Exkommunikation wurde nun im Jahre 2009 von Papst Benedikt XVI aufgehoben. Seitdem schwebt die Piusbruderschaft in einem interessanten Graubereich, dessen Grenzen durch die beiden Fragen "Was will die Piusbruderschaft von Rom?" und "Was darf sich Rom von der Piusbruderschaft versprechen?" für mich persönlich ganz gut beschrieben werden.

Bereits 1976 hat Erzbischof Lefebvre in einem Brief an Papst Paul VI diesen eher direkt als subtil einer Mitverantwortung an der fortschreitenden "Zerstörung der Kirche" bezichtigt:
    Sie werden nach dem Beispiel Ihrer Vorgänger die richtige Auffassung der verfälschten Ideen wiederherstellen, die zu Idolen des modernen Menschen geworden sind: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Demokratie.

    Wolle doch Eure Heiligkeit das unglückselige Unternehmen eines Kompromisses mit den Ideen des modernen Menschen aufgeben, das seinen Anfang bereits vor dem Konzil in einem geheimen Einverständnis hoher kirchlicher und freimaurerischer Würdenträger gefunden hat.

    In dieser Richtung verharren heißt die Zerstörung der Kirche fortsetzen. Eure Heiligkeit wird leicht verstehen, daß wir an einem so unheilvollen Konzept nicht mitwirken können, was wir jedoch mit der Zustimmung zur Schließung unserer Seminare tun würden.
Die Kirche das Jahres 2011 ist in Europa lange nicht mehr die Kirche, die man vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil noch kannte. Vergleicht man die Beiden, so kann pessimistischen Leuten durchaus einmal das Wort "Zerstörung" über die Lippen kommen. Und ich stehe zu meiner Meinung, daß gewisse Nachlässigkeiten in der Vermittlung unserer Glaubensinhalte, ein gewisser Schlendrian in der Glaubenspraxis und eine konkrete Respektlosigkeit gegenüber dem Allerheiligsten Altarsakrament da eine Rolle spielen. Aber sie spielen nicht die einzige Rolle.

Elf Jahre später ist der Ton Lefebvres bereits schärfer. In einem Brief an seine künftigen Bischöfe schreibt er:
    Da der Stuhl Petri und die amtlichen Stellen in Rom von antichristlichen Kräften besetzt sind, schreitet die Zerstörung der Herrschaft Unseres Herrn sogar innerhalb Seines Mystischen Leibes auf Erden rasch voran. Dies geschieht besonders durch die Zerstörung der heiligen Messe, die strahlender Ausdruck des Triumphes Unseres Herrn durch das Kreuz – „Regnavit a ligno Deus” – und Quelle der Ausbreitung Seiner Herrschaft in den Seelen und in den Gesellschaften sein soll.

    Damit zeigt sich ganz offenkundig die absolute Notwendigkeit, um die Fortdauer und die Fortsetzung des anbetungswürdigen Opfers Unseres Herrn Jesus Christus, auf daß „uns Sein Reich zukomme”, besonders besorgt zu sein.

    ...

    Überzeugt, nur den heiligen Willen Unseres Herrn zu erfüllen, bitte ich Sie durch diesen Brief um Ihre Einwilligung, die Gnade des katholischen Bischofsamtes zu empfangen, die ich bereits anderen Priestern, jedoch unter anderen Umständen, verliehen habe.
Die Situation der Kirche in unserer Zeit ist tragisch. Lefebvres Analyse und Schlußfolgerung waren für ihn persönlich sicherlich der einzig begehbare Weg. Dennoch muß ich anmerken: Dieses überdramatisch formulierte Identifizieren des Buhmannes inkl. Ausmalen der Konsequenzen der Buhmann-Herrschaft, gefolgt vom Pochen auf Exklusivität und auf die Retter-Rolle ist genau die Sprache, mit der man picklige, holocaustleugnende Jünglinge aus Kellerecken lockt, um ihnen ein Stück Identität und Wichtigkeit zu überreichen. "Hier! Du darfst dich jetzt zum erlesenen Kreis jener zählen, die die Kirche vor dem Untergang retten". Ich will Lefebvre gar nicht unterstellen, daß er nicht mit jeder Faser seines Herzens engagiert, ernsthaft und besorgt jedes einzelne Wort zu Papier brachte. Aber das ändert nichts daran, daß dieses simple "Dort die bösen Kaputtmacher, hier die guten Erhalter"-Schema nicht nur behutsame, besorgte und hochintelligente Theologen auf den Plan ruft, sondern auch ansonsten eher hilflose und in der "richtigen" Welt nicht lebensfähige Krümel, die sich einfach in der verschworenen Gemeinschaft eines Kuchens besser aufgehoben fühlen und zusätzlich durch den Desperado-Bonus der Exkommunikation eine exponierte Stelle genießen.

Wenn man aber nun für Erzbischof Lefebvre und die Piusbrüder Verständnis aufbringen mag - und ich fasse den Begriff Verständnis weit, da für mich persönlich in den FSSPX-Schreiben immer zuviel Melodramatik, häufig schlecht versteckte Unversöhnlichkeit und machmal fast ein Hauch von Paranoia durchschimmtert - warum dann nicht dasselbe Verständnis aufbringen für einen Bischof, der in Deutschland ein Seminar gründet und Priester und Bischöfe weiht, die heiraten dürfen, Kondome erlauben und wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen? Vor dem Hintergrund sinkender Priester- und Gläubigenzahlen in Europa wird man von dieser Seite sicherlich mit genügend Argumenten aufwarten, so daß auch dort die "Notsituation" zum Tragen kommt, welche Bernard Tissier de Mallerais, einer der vier Pius-Bischöfe, hier als Rechtfertigung für die 1988er-Weihen ins Feld schickt. So ungefähr könnte es klingen: "Wir dürfen einfach nicht tatenlos dabei zusehen, wie durch weiter sinkende Priester- und Gläubigenzahlen und gleichzeitige Taten- und Ratlosigkeit in Rom die Zerstörung der Herrschaft Unseres Herrn sogar innerhalb Seines Mystischen Leibes auf Erden rasch voranschreitet..."

Eine für mich einigermaßen bezeichnende Antwort aus demselben Interview lautet übrigens:
    Gedenken Sie, bezüglich ihrer Uneinigkeiten einen Rückzieher zu machen?

    "Nein, absolut nicht. Wir ändern unsere Position nicht, aber wir haben die Absicht, Rom zu unseren Positionen zu bekehren, daß heißt, Rom zu unseren Positionen zu führen".
Ich sag's ganz offen: Ich habe nichts gegen die Alte Messe, ich bin alles andere als ein Modernist, und ich bin durchaus der Meinung, daß die Kirche in vielen Bereichen zur Abwechslung mal wieder ein Paar Cojones zeigen und tatsächlich gerne etwas katholischer daherkommen darf. Aber ich habe einfach ein sehr seltsames Gefühl im Magen, was die Piusbrüder betrifft.

Aber der Ball liegt ja jetzt in deren Spielhälfte, und vielleicht wissen sie, mit dem Spielgerät umzugehen...

Kommentare:

L. A. hat gesagt…

Danke für den Post.
Ich hoffe, daß die mögliche Einigung die Wagenburg . Mentalität auflockert. Obwohl ich die alte Messe heiß liebe, war ich noch nie in einer der FSSPX, kenne aber wohl einige, die nur oder öfter dort hingehen. Das stellt sich z. T.so dar, wie beschrieben,Leute die geradezu berauscht sind,von der Maxime: wir sind die einzig wahren Katholiken.
Dann gibt es aber auch wieder "ganz normale" Familien und Einzelne, die den Papst innig lieben und die Einheit zutiefst ersehnen, meist sind das aber welche, die schon vor ihrer FSSPX Zeit katholisch waren.
Vielleicht würden erstere im Fall der Einigung mit der Frage konfrontiert, ob sie denn nun katholisch oder "exklusiv" sein möchten. Denn der imaginierte Nimbus und dessen Sog fiele dann (endlich) weg.
Ohne Einigung wird keine Reinigung und Erneuerung möglich sein, aber falls sie die Nabelschnur zur Una Sancta ganz kappen, wird ihnen der Laden bald um die Ohren fliegen.
Wie hieß es so schön in einem theologischen Dokument der sich gerade gründenden Petrusbruderschaft von 1988 am Ende:
"Nicht ich rette die Kirche, die Kirche rettet mich"

L. A. hat gesagt…

Nachtrag:

Noch ein lesenswerter Artikel von P. Recktenwald heute auf kath-info.de

Randnotizen zur Causa Piusbruderschaft (32):
Licht oder Belastung?

Catocon hat gesagt…

Alipius, ich schätze Deine Ehrlichkeit und Offenheit zum Thema Piusbruderschaft. Zudem hast Du sicher nicht Unrecht, wenn Du davon sprichst, dass ihre Texte und Veröffentlichungen öfters auf eine nicht der Versöhnung dienliche Weise zugespitzt oder übertrieben sind.

An einer Stelle ist allerdings meine Stirn in meiner Hand gelandet, um das mal so auszudrücken. Du schreibst:

"[W]arum dann nicht dasselbe Verständnis aufbringen für einen Bischof, der in Deutschland ein Seminar gründet und Priester und Bischöfe weiht, die heiraten dürfen, Kondome erlauben und wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen?"

Gibt es nicht vielleicht doch einen Unterschied zwischen
(1) jemandem (Lefebvre), der um sich herum die innig geliebte Kirche eim Zerfall begriffen sieht, und dann, um der Bewahrung aller Dogmen und Glaubenswahrheiten Willen, handelt, und
(2) jemandem, der glaubt, er könne und müsse die Kirche retten, indem er den unpopulären Teil ihrer Dogmen und Wahrheiten einfach leugnet?
Läuft die FSSPX, so gerechtfertigt Deine Kritik an ihr sonst auch ist, dem Zeitgeist hinterher und leugnet die Wahrheit des katholischen Glaubens? Welches Dogma leugnen die Piusbrüder?
Dein fiktiver deutscher Bischof tut hingegen genau dies. (Allein durch die Zulassung der Wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion leugnet er entweder die Unauflöslichkeit der Ehe, oder die Realpräsenz)Er versucht nicht, mit wie fehlgeleiteten Mitteln auch immer, die Kirche zu retten, sondern stattdessen eine neue Kirche zu schaffen.

Man könnte sagen: Lefebvre handelt wie ein Schiffsoffizier, der glaubt, das Schiff gehe unter, und dem Kapitän sei das Schicksal des Schiffs egal, und der deswegen die Rettungsboote klarmacht und die entgegengesetzte Anordnung des Kapitäns ignoriert.
Dein fiktiver deutscher Bischof handelt eher wie jemand, der den Kurs des Schiffes, den der Admiral Jesus bestimmt hat, abbringen möchte, weil er glaubt, er wisse es besser.
Das ist, bei aller gerechtfertigten Kritik an Lefebvre und seiner Piusbruderschaft, schon ein Unterschied...

MC hat gesagt…

Ich darf offen zugeben, dass ich mehrere Leute kenne, die mit der Piusbruderschaft sympathisieren und auch sogar mit ein paar Priestern gesprochen habe. Im persönlichem Umgang sind das ganz normale, anständige und auch gar nicht fundamentalistisch rüberkommende Personen. Problematisch wird es erst, wenn sie anfangen, über andere zu reden. Dann kriegt man so das Gefühl, dass sie immer nur in eine Richtung gucken. Und hier steckt denke ich das eigentliche Problem. Es gehört zum Gründungsmythos der Piusbrüder, die einzig wahre Kirche zu vertreten, während alle anderen potentiell Böse sind. Dabei übersehen sie, dass sie durchaus eine legitimie Strömung innerhalb der Kirche repräsentieren, es aber auch noch andere gibt, die ebenfalls legitim sind. Die Kirche ist eben katholisch weit und gerade diese verschiedenen Strömungen sind es ja, die sie ausmachen. Und solange die Piusbrüder das nicht einsehen, passen die halt nicht in die Großkirche hinein, aber das wäre zu allen Zeiten so gewesen und hat nichts mit dem Moderenismus zu tun.
Ausführlicher gibts das ganze auf:
http://demut-jetzt.blogspot.com/2011/10/piusbruder-und-romer.html

teresa hat gesagt…

@L.A. Sie haben alles gesagt, was man zu diesem Fall sagen muß. In einem neulich gemachten Interview schimpft P. Pfluger über Assisi III und die Seligsprechung von JPII. Das ist für mich Zeichen genug, daß die FSSPX eigentlich eine Abspaltung ist und keine Einigung mit der Kirche wünscht. Der notwendige Gehorsam ist nirgends to bemerken.

Alipius hat gesagt…

@ Catocon: Es war mir klar, daß dieser Vergleich hinkt, daß er Widerspruch erregen würde und daß der Widerspruch genau so lauten würde, wie Du ihn formuliert hast. Ich wollte damit auch nicht ausdrücken, daß Dogmen auflösbar sind oder das ein Hinterherrennen hinter dem Zeitgeist okay ist, sondern daß in der Kirche verschiedene Leute verschiedene Motivationen und Agenden haben, aber die gleiche Sorge um die Kirche empfinden können und daher auch gleiche Wege beschreiten könnten. Daß diese Wege nicht gerechtfertigt sind, ist mir klar, daher der Vergleich: Ich fand Lefebvres Weihen nicht in Ordnung, so, wie ich auch die Weihen meines fiktiven Bischofs nicht in Ordnung fände.

Catocon hat gesagt…

@Alipius:
Bezogen auf die Weihen sehe ich das genauso wie Du. Niemand hat das Recht, ohne Zustimmung aus Rom, einen Bischof zu weihen. In diesem Punkt ist Dein Vergleich richtig.

Dass Du ausdrücken wolltest, Dogmen seien auflösbar, oder man solle hinter dem Zeitgeist herrennen, hatte ich nicht angenommen - dazu lese ich Deinen Blog schon zu lange ;-)

Was die "Sorge um die Kirche" angeht, muss ich fragen: Welche Kirche? Dein fiktiver Bischof hat eben nicht "Sorge um die Kirche (Christi)" als Motiv, sondern möchte für eine andere Kirche (seine eigene) sorgen. Bei allen zurecht kritisierten Worten und Taten Lefebvres kann man ihm diesen Vorwurf nicht machen: Er wollte keine andere Kirche.

Aber ich glaube nicht, dass du allzu viel anderes sagen wolltest. Ich habe das Gefühl, unsere Auffassungen liegen dicht beieinander, und alles weitere wäre Haarspalterei, oder?

Imrahil hat gesagt…

@catocon: Nein, die Zulassung bürgerlich wiederverheirateter Geschiedener zur Heiligen Kommunion hat an und für sich mit der Unauflöslichkeit der Ehe noch nichts zu tun (wie es z. B. eine unterschiedslos gefeierte kirchliche Hochzeit hätte), mit der Realpräsenz erst recht nicht.

Johannes hat gesagt…

Danke.

Das war der beste, ausgewogenste und vernünftigste Kommentar zu den Piusbrüdern, den ich je gelesen habe. Ansonsten ist die Diskussion ja meistens von viel Polemik bestimmt.

Von mir eine volle Zustimmung: Auch ich habe bei den Piusbrüdern ein komisches Gefühl (eben aufgrund der genannten Argumente), aber finde die Entscheidung des HV eigentlich super intelligent, denn jetzt ist es an den Piusbrüdern zu zeigen, ob sie auch was anderes könenn außer Polemiken gegen Rom schleudern.

Beste Grüße,

Johannes

Alipius hat gesagt…

@ Catocon: Sehe ich auch so. Wobei ich das mit der "Realpräsenz" beim ersten Mal überlesen haben muß. Das sehe ich nämlich ähnlich wie Imrahil. Ich denke nicht, daß sie in solchen Fällen notwendigerweise "geleugnet" wird, sie wird eher achtlos behandelt.

Nepomuk hat gesagt…

Manchmal erlebe ich in meiner Arbeit den seltsamen Fall, dass es Patienten mit Psychosen gibt, die wochenlang in der psychiatrischen Klinik sind und keine Fortschritte machen, weil sie eigentlich gar nicht wollen. Denn ohne ihren Tick wären sie ja nichts besonderes mehr, sondern völlig normal. Komisch, warum fallen mir wohl jetzt gerade die Piusbrüder ein...?

L.A. hat gesagt…

@teresa

Danke. Ich wünschte, ich würde gar nicht so "rechthaben" und es könne geschehen,daß mancher in der FSSPX,wieder- oder neuerfaßt vom sentire cum ecclesia wenigstens anfinge in Erwägung zu ziehen, daß die nun schon 21 Jahre währende Verteidigungslinie für das letztlich ganz sicher Unhaltbare auch als Folge dessen zu begreifen,daß man "gegen Windmühlen" ankämpfte.
Daß man sozusagen ein ganz andere Art von Verständnis für sich selbt entwickelte.
Träumen und Hoffen darf man ja :-)

Anna hat gesagt…

Die Piusbrüder müssen sich Rom unterordnen (ich gehe zu Messen, da es leider kaum andere gibt die alte Messe zelebrieren - doch mit leichtem Unbehagen).
Der Ton, der Piusbrüder erschreckt mich auch, doch in der Sache haben sie meiner Meinung nach nicht Unrecht.
Warum sie die versöhnliche, gütige Hand des hl. Vaters nicht ergreifen ist schwer zu verstehen.
Es drängt sich der Gedanke auf, dass sie ihre Sondersteluung mehr schätzen, als eine Kirche die gemeinsam wieder ihre Blicke nach innen richten möchte und auch muß.

Es ist schwer für uns Gläubige, die einfach nur katholisch leben wollen.
Die anderen Messen sind ein Gereuel, da sich jeder in den Vordergrund spielt, jede Posse mitgemacht wird und Gott immer weiter zurückgedrängt wird.
Die meisten Hochwürden sitzen hilflos da (oder beteiligen sich sogar).
Es ist kaum noch möglich in einer Sonntagsmesse sich dem Herren hinzugeben, im Gebet vertieft zu sein.
Die Piusbrüder sind wichtig für Rom, jedoch nicht überlebenswichtig - andersherum wahrscheinlich schon.

Alipius hat gesagt…

@ Johannes: Danke!

Anonym hat gesagt…

Wenn ich das richtig sehe, sind die Piusbrüder jetzt in einer Situation wie viele andere Gemeinschaften vor ihnen auch. Wenn sie jetzt Gehorsam und guten Willen zeigen, sind sie bald so etabliert wie Kreuzorden und Co.
Wenn Einzelne von ihnen nicht mitziehen, werden sie sich abspalten und untergehen, wie jede andere abgespaltene Gruppe vor ihnen.
Also, abwarten, der Papst weiß schon, was er tut!

Chrysostomos hat gesagt…

Also ich bin ja ein Liturgieästhet. Latein mag ich auch - und ich verstehe es. Und daher war ich an Fronleichnam bei den Piusbrüdern. Ich wollte mal wieder ein vernünftiges Fronleichnamsfest erleben. Mit allem drum und dran. Alles war sehr schön, sehr fromm, wie es sich gehört und es hat mich sehr gefreut.
Alles? Fast alles: Leider war die Predigt deutsch, so daß sie alle verstehen konnten. Si tacuisses.. dachte ich da so bei mir.