Samstag, 17. September 2011

Okay...

Ich bin zurück in Klosterneuburg.

Ich sortiere noch meine Gedanken und Empfindungen.

Es waren ein paar großartige Tage. Bilder gibt's natürlich auch noch, aber möglicherweise werdet Ihr noch ein wenig warten müssen. Wir fahren nämlich am Montag schon wieder mit dem Konvent für vier Tage auf Bildungsreise (Rothenburg ob der Tauber und ein Tag Bamberg) und ich weiß nicht, ob ich morgen die Zeit finden werde, Bilder zu posten. Ich werd's aber versuchen.

Viel sagen kann ich im Moment noch nicht. Eines ist aber klar: Jerusalem ist eine unglaubliche Stadt. In Berlin wird man am hellen Tag an U-Bahn-Stationen zusammengeschlagen. In Jerusalem geht man in der Dunkelheit alleine durch die leicht unübersichtlichen Gäßchen der Altstadt und wird freundlich gegrüßt. Von Christen, von Juden, von Moslems.

Ich hatte während der ganzen Reise nie das Gefühl, in einer unsicheren Gegend unterwegs zu sein. Das einzige Indiz für die angespannte Lage waren die jungen israelischen Soldaten und Soldatinnen, die hier und dort mit ihren Waffen herumstanden.

Ich habe am selben Tag den Stein der Einbalsamierung in der Grabeskirche und den Stern von Bethlehem in der Geburtskirche geküßt. Mehr kann man erst einmal nicht verlangen.

Das war's erst einmal. Später mehr.

Kommentare:

Martin Johannes Grannenfeld hat gesagt…

Na, dann willkommen zurück!

Ja - ich war bei meinem Jerusalem-Besuch vor nun fast fünf Jahren ganz genauso überwältigt - und auch ich habe (was für mich als Berliner allerdings naheliegender ist) damals einen Vergleich mit Berlin gezogen, der für mich allerdings positiver ausfiel. Ich finde beide Städte so faszinierend dadurch, was sich dort alles an unterschiedlichen Kulturen in einem Zentrum trifft:

In Jerusalem gibt es die Christen, Juden, Moslems... Armenier, Syrer, Araber, Griechen, Kopten, Äthiopier... und mir ist es auch passiert, dass ich mitten in der Nacht zum Sabbat von tanzenden orthodoxen Juden an der Hand genommen und mitgezogen wurde, und dass ich von einem koptischen Diakon (?) nach der Liturgie ein riesiges nichtkonsekriertes Brot bekommen habe, nachdem ich als einziger Fremder bis zum Ende ausgeharrt hatte.

Und in Berlin passiert es einem, dass man zu zwanzigt hochinvolviert über die Frage "was ist deutsche Ästhetik" diskutiert und plötzlich merkt, dass ich eigentlich der einzige Deutsche im Raum bin - oder man trifft in der deutschen orthodoxen Gemeinde einen glatzköpfigen 150%-Ossi, der in tiefsten Berlinerisch erzählt, wie er neulich vom Popen im Wannsee getauft wurde...

Was ich insbesondere in Jerusalem so unglaublich fand, ist, dass es einerseits so ein Zentrum ist, und man sich andererseits dort für den Westen so wenig interessiert. Das relativiert so manche eingefleischte Denkgewohnheit, sich doch noch irgendwie für den Nabel der Welt zu halten.

Und die andere Seite:
- ja, auch ich bin in Berlin schon überfallen worden.
- und als ich mit einem Freund Richtung Bethanien ging und wir etwas vom Wege abkamen, wurden wir von einer immer größer werdenden Anzahl palästinensischer Kinder verfolgt, die uns Dreck und Steine hinterherwarfen und uns mit "Shalom" grüßten, um herauszufinden, ob wir Israelis sind.

Gibts leider auch überall...

Yon hat gesagt…

Ja, das stimmt - ich hab mich in Israel auch Tag und Nacht sehr sicher gefühlt. Es ist irgendwie so ein familiärer Zusammenhalt in der ganzen Bevölkerung (und, ja, auch die mittlerweile wohl recht bekannte Ruppigkeit der Israelis hat für mich was familiäres...) - allein das arabische Viertel war mir nachts unheimlich. Es ist aber auch sehr verlassen und dunkel, wenn die Geschäfte geschlossen haben.
Ach, ich wär so gern wieder da!