Freitag, 30. September 2011

Neues aus Linz...

Daß in der Diözese Linz nicht Friede, Freude, Eierkuchen herrschen sondern Friedl, Frust und Fladenbrot, dürfte sich in den letzten Jahren herumgesprochen haben.

Von Priestern, die sich zu ihren Freundinnen bekennen, über Jugendliche, die im Bischofshof bei Kerzenschein und Schleierdeko Protestssongs trällern, über Jugend-CDs, die hilfsbereit die Adressen sämtlicher Abtreibungskliniken liefern, über das Wegbeißen potenzieller Weihbischöfe bis hin zu Grillzangen-Monstranzen ist alles dabei.

Echte Todesgefahr kommt aber - wie immer - aus der konservativen Ecke, wie Österreichs Qualitätsmedium Die Presse heute zu berichten weiß. Dem Herrn Bischof, Ludwig Schwarz, entgleitet nämlich - wenn man dem Artikel glauben darf - die Kontrolle über seine Diözese. Grund:
    Kurz vor seiner für den 6. Oktober geplanten Abberufung ist nun die Amtszeit für den umstrittenen Pfarrer Andrzej Skoblicki verlängert worden. Der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz wird den konservativen polnischen Geistlichen nun nicht wie geplant von Kopfing abziehen.
Finstere Drahtzieher der Entscheidung sind die Konservativen, welche Druck ausübten und den Bischof in die Knie zwangen. Das bringt nun wiederum etliche nicht ganz so konservative Gläubige auf die Palme:
    Die Aktionsgruppe, die sich als Gegenpol zum Wirken des Pfarrers gegründet hat, arbeitet bereits an neuen Initiativen: "Wir werden sicher nicht aufgeben, im Gegenteil. Dieser Rückzug vom Rückzug wurde über die Köpfe der Menschen hier vor Ort getroffen. Wir bekommen gerade massiven Zulauf. Was da gelaufen ist, ist ein Skandal"
Dies wiederum ist ein schönes Indiz dafür, was unter dem "Priestertum aller Gläubigen" so, wie es z.B. in diesem Imprimatur-Artikel beschworen wird, eigentlich zu verstehen ist.
    "Es gab doch das Zweite Vatikanische Konzil, bei dem vom Priestertum aller Gläubigen die Rede war. Offenbar kommt der Klerikalismus wieder total zurück. Als ob es zweierlei Arten von Menschen gäbe, werden die Geweihten für mehr wert gehalten als die Nicht-Geweihten. Das nenne ich Rassismus [** lol **]."
... beschwert sich da der Pfarrer von Reichenau im Mühlviertel anläßlich der Unterbindung von Laientaufen durch Bischof Schwarz im Jahre 2008. Wenn aber die Gläubigen auf Knopfdruck jeden ihnen nicht genehmen Pfarrer abschieben können, dann ist das schon okay. Schließlich heißt es ja nur, daß man die Geweihten nicht für wertvoller halten darf als die Nicht-Geweihten. Wenn's andersherum läuft... Naja... Wir wollen uns ja mal nicht allzustreng an unsere eigenen Worte halten...

Kommentare:

Sarah hat gesagt…

Nun Hans ehem. Pfarrer Wührer, der das mit dem Rassismus sagt, ist ja zum Glück schon in Pension gegangen, man muss befürchten, dass er vollkommen nüchtern war als er diese Aussage machte.

http://pinnwand.evang.at/1812-%C3%B6kumene-auf-leitungsebene-noch-sinnvoll.html

Arminius hat gesagt…

Wofür die gute alte Rassismuskeule nicht alles herhalten muß.

Um es mal mit Obelix zu sagen: Die spinnen, die Zeitgeistkatholiken. (War das jetzt auch rassistisch?)

Anonym hat gesagt…

Ausgezeichneter Artikel! Sollte den Linzer Priestermobbern geschickt werden.

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Tja, die altbekannte Schiene:
"Ein Argument ist nur solange gültig, wie es meinen Interessen dient!"

Wenn der everything-goes-Flügel einen Priester aus einer Pfarrei mobbt mittels medialem Radau, dann ist es die "gerechte" Ausübung des allgemeinen Priestertums, wollen die, die tatsächlich in die Kirche gehen ihren Priester behalten, weil er unverkürzt den Glauben der Kirche lehrt, so ist dies Frucht eines klerikalistischen Elitarismus.

Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis ein Zeitgeistkatholik die verzweifelten Versuche ein paar Krümel der Lehre der Kirche in der Verkündigung zu belassen und nicht alles zu streichen als "pastoralen Holocaust" bezeichnet, damit man endlich dieses Totschlagargument auch im innerkirchlichen Disput einsetzen kann und nicht nur in der Politik, wenn einem die vernunftbegründeten Argumente schon längst ausgegangen sind.

Anonym hat gesagt…

Da wir ja in Zeiten leben, da das Medium die Botschaft darstellt:

So gern es mir leid tut, aber immer, wenn ich die Berichterstattung der "Presse" in rebus ecclesiasticis lese, muß ich an meinen Völkerrechts-Lehrer denken. Der riet den Hörern seiner Vorlesung, zum Zweck des Erwerbs einer eigenen Meinung Qualitätsblätter zu lesen, etwa die "Neue Zürcher", und die Erzeugnisse des Boulevard-Journalismus, wie z.B. "Die Presse", liegen zu lassen ...

Das ist jetzt bald 20 Jahre her, aber der Mann hat leider recht behalten.

Pompous Ass

Catocon hat gesagt…

Wenn es hier Rassismus gibt, dann wendet der sich gegen einen polnischen Pfarrer...
Aber "Rassismus" bedeutet heute meist nichts anderes mehr als "Bäh!"
Die wahren Rassisten lachen sich ins Fäustchen.