Montag, 26. September 2011

Kirche und Welt

Der Gegensatz und das Miteinander von Kirche und Welt ist ja nicht nur in diesen Tagen sondern immer wieder ein Thema. Es gibt viele Fragen, die in diesem Zusammenhang gestellt werden. Antworten gibt es auch. Aber sie scheinen nicht immer einleuchtend oder zufriedenstellend zu sein. Forderungen gibt es mindestens so viele wie Fragen; in der Regel haben diese Forderungen die Reform zum Inhalt. Auch auf die Forderungen gibt es Antworten und auch hier scheint es in puncto Verständnis oder Zufriedenheit Platz nach oben zu geben.

Was aber ist mit der Welt gemeint, an welche die Kirche sich laut Meinung der Einen nicht anpassen darf und welcher sie doch nach Meinung der Anderen immer ähnlicher werden soll?

Ich denke, man muß hier zwei Welt-Bereiche unterscheiden. Ich will sie mal grob und vereinfachend in den materiellen und den spirituellen Bereich unterscheiden.

Was auch immer die Kirche materiell besitzt, ist weder hinreichende noch notwendige Voraussetzung für ihre Existenz. Das läßt sich leicht beweisen, indem man die Implikation "Wenn Besitz, dann Kirche" setzt. Anders ausgedrückt: "Kirche, vorausgesetzt Besitz". Man erkennt sofort, daß dies nicht stimmt.

Nun bin ich wahrscheinlich der Letzte, der es nicht cool fände, wenn unsere Bischöfe unter Pelzen, Klunkern und Seide zusammenbrechend durch riesige Paläste schlenderten und in güldnen Kutschen durch die Straßen ruckelten (-> Barock), aber ich bin auch der Erste, der anerkennt, daß dieser materielle Aspekt der Welt im Abteil eines Zuges sitzt, der vor langer Zeit abgefahren ist. Also Maul abwischen und weiter.

Setzt man aber die Implikation "Wenn Christi Lehre, apostolische Nachfolge, lehramtliche Tradition und Eucharistie, dann Kirche", dann sieht die Geschichte plötzlich anders aus. Man kann eben bestimmte Inhalte des katholischen Glaubens nicht so einfach aus der Lehre der Kirche hinauswerfen wie einen Bischof aus der Würzburger Residenz [Eucharistie sehe ich hier natürlich etwas einseitig auf der spirituellen Seite, und ich bin mir des Problems bewußt, welches auftritt, wenn irgendeine durchgeknallte anti-kirchliche Regierung den Katholiken Zugang zu Brot und Wein sperrt].

Was also das Materielle betrifft, kann die Kirche die Welt ruhig machen lassen. Was das Spirituelle betrifft, da sollte die Kirche der Welt immer ein bis zwei passende Sätze zu sagen haben.

Und genau in diesem Sinne verstehe ich den Ruf des Papstes nach Entweltlichung der Kirche: Nicht äußere Gestalt zählt, sondern das Geheimnis, das Zeugnis und die Christusverbundenheit.

Armin Schwibach hat auf kath.net einige Glanzpunkte aus den Reden des Papstes (vor allem aus der Rede im Freiburger Konzerthaus) zusammengestellt. Die Rede geht rein wie Honig und die von Schwibach gewählten Zitate erklären das, was ich sagen will, so gut, daß ich mich schon frage, warum ich den ganzen Kram hier eigentlich tippe.

Sei's drum. Ein "Hoch!" auf unseren rüstigen, klugen, alten Herrn in Rom! Ein "Hoch!" auf Papst Benedikt XVI!

Kommentare:

Admiral hat gesagt…

*mitruf* Hoch!

Cicero hat gesagt…

Dem schließe ich mich gerne an!
Ein Hoch! auf den Heiligen Vater!

(der mich vier Tage lang extrem in Atem gehalten hat.)