Mittwoch, 7. September 2011

Alles Scheiße, liebe Grüße, Dein Andreas...

Andreas Altmann brüllt sich in seinem neuen Buch den Haß auf den bigott-prügelnden Vater, auf die verpaßte Kindheit, auf das miefige Katholikendasein in Altötting und die auf Kirche insgesamt aus dem Leib. Das ist bei der Vita nicht unverständlich.

Frage: Sollte, sagen wir mal... ein Herr Alipius ein vergleichbares Buch schreiben - nur mit umgekehrtem Vorzeichen und sparsamerer Verwendung des Wortes "Scheiße": Wäre es der FAZ oder irgendeiner anderen großen deutschen Tageszeitung auch nur eine Erwähnung wert?

Antwort: Klar, wenn sich in dieser Erwähnung Worte wie "Krawallkatholik" oder "erzkonservativ" oder auch nur "Rom-Treue" unterbringen lassen...

Kommentare:

Cicero hat gesagt…

Würde ich vergleichbares schreiben, was ja theoretisch möglich sein könnte, bekäme ich keinen Jubelartikel in der FAZ, denn die Freiheit (gerade die innere) begann erst mit meiner Bekehrung zum Glauben.

Lily hat gesagt…

Lieber Alipius, nur zum Vergleich: Ich habe eine interessante Arbeitsstelle, mit der ich mehr als gut über den Monat komme. Da will ich doch nicht genausoviel Aufmerksamkeit bekommen wie die, die in entwürdigenden materiellen Umständen leben müssen. Im Gegenteil. Natürlich ist es schön, wenn jemand sich mit mir freuen kann, aber das ist doch was anderes. Nicht die Gesunden brauchen den Arzt oder so ähnlich ... So sehe ich das mit der Aufmerksamkeit.

Liebe Grüße, Lily

Phil hat gesagt…

Mir ging es aber ähnlich wie Alipius. Es gibt bspw. auch in der Kirche Schicksale, mit denen niemand tauschen will und die erst durch das, was sie in der Kirche fanden, fähig waren, weiterzuleben, mehr noch: fähig waren, zu vergeben. Die Biographien solcher Leute sind genau so tragisch wie die von Herrn Altmann, scheinen jedoch die FAZ nicht so dermaßen zu interessieren, gerade jetzt vor dem Papstbesuch.

Anonym hat gesagt…

Herr Alipius, probieren Sie das doch einfach mal aus, das mit dem Buch unter umgekehrten Vorzeichen.

Ich würde es jedenfalls gerne lesen!

Catocon hat gesagt…

Mir fällt immer wieder auf: Fast alle öffentlich wahrnehmbaren Kirchengegner sind entweder hochmütige Wissenschaftler, die ihre spezielle Untersuchungsmethode zum einzigen Maßstab der Wahrheit erheben möchten, und daher nichts dulden können, das mit ihrer Methode nicht messbar ist, oder zutiefst durch menschliche Sünden innerhalb der Kirche getroffene Menschen, die die Schuld für diese Sünden bei der Kirche gesucht haben.