Samstag, 6. August 2011

Verklärung des Herrn

Den Witz kennt wahrscheinlich jeder: Petrus war ein Schwabe. Denn nur ein Schwabe kann in noch so ungewöhnlichen Situationen als erstes ans Häuschenbauen denken.

Im Wunsch des Apostels, geäußert im Evangelium zum heutigen Fest, steckt allerdings bedeutend mehr, als nur die Ausgangslage für einen Scherz.

Petrus erkennt vor seinen Augen einen solch gewaltigen Schatz, daß er sich instinktiv bemüßigt fühlt, diesem Schatz eine dauerhafte Bleibe zu errichten, einen Platz, von dem ausgemacht und anerkannt ist, daß sich der Schatz dort befindet, so daß die Leute ihn leicht aufsuchen können, wenn sie ihn sehen möchten.

Doch noch während Petrus redet, erklingt aus der Wolke eine Stimme und sagt: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören."

Der bereits erkannte Schatz wird an diesem Ort und in diesem Augenblick von der höchstmöglichen Autorität benannt und bestätigt: Gott selbst nennt Jesus seinen geliebten Sohn.

Beim letzten Abendmahl benennt und bestätigt Jesus selbst einen anderen, nicht weniger gewaltigen Schatz, als er die beiden Sätze ausspricht: "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut".

Diese beiden Sätze aber wären ohne die Auferstehung Christi ebenso wenig wert, wie unser gesamter Glaube. Daher bittet Jesus auch seine Jünger beim Abstieg vom Berge, niemandem etwas zu erzählen "bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist".

Durch die Auferstehung und die Himmelfahrt erfüllt sich die verheißene Erlösung in solchem Maße, daß die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers in der Heiligen Messe zu jeder Zeit und an jedem Ort für die Menschen Gnade und Heil bewirkt.

Den historischen Körper Jesu konnte man nicht einfach in einer Hütte festhalten. Er hatte eine Mission zu erfüllen und er erfüllte sie gehorsam bis zum Ende.

Den sakramentalen Leib Christi im Tabernakel aufzubewahren ist hingegen nicht nur würdig und recht, sondern im Grunde ein Geniestreich, der seinesgleichen sucht, ist es doch den Katholiken überall auf der Welt zu jeder Zeit möglich, sich in das innere einer Kirche zu begeben und in der Gegenwart des größten Schatzes, den wir besitzen, Ruhe zu finden, Kraft zu sammeln, in sich zu gehen und sich in vertrauensvollen, frommen, treuen Worten an Gott selbst zu wenden.

Die persönliche Beziehung jedes einzelnen Christen zu seinem Gott wird nirgendwo deutlicher spürbar, als in den Augenblicken, in denen gläubige Menschen sich dort für die Begegnung öffnen, wo der Herr in Leib, Blut, Seele und Gottheit präsent ist.

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