Donnerstag, 18. August 2011

Nur nicht von der Realität irritieren lassen...

Zu den Themen "Finanzierung des WJT" und "Halbhirne, die sich schick vorkommen, weil sie sich mal wieder zu Protestaktionen anstacheln ließen" hat Josef Bordat in zwei Postings so ziemlich alles gesagt. Man sollte vor allem den zweiten Artikel und dort vor allem das Fazit lesen. Kleiner Teaser:
    Die Kosten, die der Staatskasse zu Last fallen (etwa für den Polizeieinsatz anlässlich der Gegendemonstration und die – noch nicht bezifferten – Schäden der sich anschließenden Ausschreitungen) liegen weit unter den zusätzlichen Einnahmen (etwa aus der zusätzlich eingenommenen Mehrwertsteuer oder dann – am Ende des Jahres – aufgrund der höheren Steuerbelastung des Einzelhandels, resultierend aus den höheren Umsätzen bzw. den damit verbesserten Betriebsergebnissen der einzelnen Gewerbetreibenden).

    Freilich muss kein Papstgegner irgendeine rationale Begründung dafür geben, warum er ein Gegner des Papstes ist. Auch das Demonstrationsrecht ist – aus guten Gründen – nicht an gute Gründe gebunden. Und freilich haben die Papstgegner völlig Recht: Der spanische Staat hat Kosten durch den WJT. Was aber – nun, ja – „übersehen“ wird, ist die Tatsache, dass der spanische Staat durch den WJT auch Einnahmen hat. Einnahmen, die die Ausgaben weit übersteigen.

    Umgangssprachlich (wie übrigens auch im Rechnungswesen) nennt man ein positives Ergebnis der Differenz von Einnahmen und Ausgaben „Gewinn“. Im Klartext: Der Staat Spanien macht beim WJT 2011 fiskalisch Gewinn. Es würde also aus fiskalischer Sicht sinnvoll sein, den Papst jede Woche einzuladen (bei sonst gleichbleibenden Rahmenbedingungen, auf kostspielige Randale darf aber gerne verzichtet werden). Also, die Demonstranten in Madrid müssen sich schon entscheiden, was größer ist: ihre Liebe zum spanischen Fiskus, für den sie so rührendes, aber – an dieser Stelle – völlig unnötiges Mitleid haben, oder ihr Hass auf die katholische Kirche. Diese Entscheidung ist, so glaube ich, bei den meisten der 2000 Papstgegner gefallen, wie man u. a. an der aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht unbedingt steuerzahlerfreundlichen nächtlichen Zerstörungsorgie unschwer erkennen kann.
Doppelte Standards und Realitätsferne bei antiklerikalen Demonstranten? Wer hätt's gedacht?!

Laurentius Rhenanius hat mich eben in einem Kommentar darüber informiert, daß laut einer WDR-Meldung von 18:00 Uhr...
    ... es 11 Verletzte WJT-Besucher gegeben haben soll, die von den freisinnigen Gegendemonstranten angegriffen wurden. Von diesen wurden 8 verhaftet. Der Heilige Vater hat bei seiner ersten Ansprache deutliche Worte zu diesen Ausschreitungen gefunden und hat sowohl Respekt eingefordert und auf die zunehmende Feindschaft gegen Christen in Europa aufmerksam gemacht. Um 19.00h war diese Meldung schon nicht mehr in den Nachrichten.

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