Samstag, 20. August 2011

Interessant...

Vor einigen Tagen lautete der Tenor in einigen Medien noch ungefähr: "Spaniens Jugend geht auf die Straße, da der WJT 50 Millionen Euro kostet. Vatikan behauptet, daß Teilnehmenr und Sponsoren für die Kosten aufkommen."

Heute heißt es in der PRESSE:
    In Madrid war es in der Nacht auf Freitag erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Papstgegnern und der Polizei gekommen, vier Personen wurden verletzt. Polizisten gingen mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Als Hauptgrund für ihren Groll gaben die Antipapisten die Kosten (50 Millionen Euro) des Jugendtreffens an – dafür kommen aber die hunderttausenden Teilnehmer selbst durch ihre Eintrittsgelder sowie Sponsoren aus der Wirtschaft auf.
Nicht nur das. Spanien kann sich sogar auf einen Gewinn freuen, da die Hunderttausenden von Jugendlichen ja hier und da ein paar Euro im Land lassen.

Eine beliebte Spielvariante des bigottischen Antikatholizismus ist das "Was man mit dem Geld alles machen könnte!"-Bingo: Wer zuerst auf seinem Spielblatt fünf karitative Zwecke in einer Reihe oder Zeile abhaken kann, hat gewonnen.

Die Frage, was man mit den für erhöhte Polizeipräsenz und verstärkten Polizeieinsatz ausgegebenen Geldern hätte machen können, haben die tapferen spanischen Kämpfer für eine papst- bzw. religionsfreie und somit vernunftgesteuertere Welt sich vermutlich noch nicht gestellt...

Wieder einmal gilt: In einer Gesellschaft, in der emotionales Geheule und Ignoranz Trumpf sind, sind gesunder Menschenverstand und Fakten einfach unfair.

Kommentare:

Nepomuk hat gesagt…

Richtig! In unserer Tageszeitung werden die Leser seit Wochen mit den Kosten des Papstbesuchs in Deutschland "weichgeklopft". Unter dem Motto: In Somalia hungern die Kinder und hier kommt der Papst im Pelzmantel. Ich kanns nicht mehr hören...

Anonym hat gesagt…

Derartigen Mist liest man ja regelmäßig irgendwo, wenn auch nicht ständig in den Medien (dort nur zu ganz besonderen Anlässen, wie man sieht). Lustig sind ja die, die ständig meinen, der Vatikan sei sooo reich oder er solle seine "goldenen Kelche" oder die liturgischen Gewänder etc. veräußern, am besten gleich alle Kunstschätze aus den vatikan. Museen. Wieso nicht auch die Pietà? - Brächte ja schließlich so unglaublich viel - einmal ganz davon abgesehen, daß diese Leute solche Dinge für ganz gewöhnliches ökonom. Kapital halten, was auch schon recht viel aussagt.

Auf jeden Fall sind das alles dieselben Herrschaften, bei denen man ohnehin sieht, was man davon halten kann ...

Anonym hat gesagt…

Das hat weniger mit Antikatholizismus zu tun, gegen Protestanten und Kirchentage funktioniert das auch...

Alipius hat gesagt…

@ anonym (18:19 Uhr): Oh, wußte ich nicht. Kann ich mir aber gut vorstellen.

Johannes hat gesagt…

Der Antikatholizismus ist vordergründig und massiver, weil die katholische Kirche wegen römischer Klarheit angreifbarer ist und weil man sich an ihrem Felsen trefflich reiben kann, wie die Pubertären am Schädel des Papas.

Aufs Ganze gesehen würde sich der Antikatholizismus allerdings als das outen, was er in Nuce ist: Gegen Gott gerichtet, der ja nun doch recht unnachgiebige Forderungen stellt...

Anonym hat gesagt…

In Spanien ist heutzutage die Auseinandersetzung zwischen der Kirche und ihren Gegnern entscheidend. Man braucht nur die spanischen Medien zu folgen, um zu erfahren, wie aktiv der Teufel in den letzten Jahren war (und ist leider noch!). Dort sammeln sich die verzweifelsten Kirchengegnerder Welt, gerade in einem Land, das bis vor relativ kurzer Zeit Stütze des Katholizismus in der ganzen Welt war. Hoffen wir, daß die spanis hen Katholiken, mit Hilfe ihrer Brüder aus anderen Ländern, den Kampf für sich entscheiden können. Aber es wird alles andere als leicht sein.

Anonym hat gesagt…

Na, wenn er erst nach Deutschland kommt... Als ob er sich selbst eingeladen hätte.