Samstag, 27. August 2011

Heute...

... vor sieben Jahren wurde ich im Stift Klosterneuburg als Novize eingekleidet. Heute Abend sitze ich als Kanoniker des Stiftes Klosterneuburg und geweihter Priester vor dem Computer und freue mich, daß wir vor sechs Stunden zwei Novizen in unsere Gemeinschaft aufnehmen durften. Die Beiden haben die Ordensnamen Leonhard und Vinzenz angenommen und sie kommen beide aus Nordrhein-Westfalen. Der schleichenden Übernahme des Hauses durch den rheinischen Katholizismus steht also nichts mehr im Wege (** verrückt-genialer-Superschurke-Lachen **)

Mann, was hat sich in den letzten sieben Jahren in meinem Leben alles getan! Und wie dankbar bin ich dem Herrgott, daß er mir letztlich doch den Mut gegeben hat, nach langem (allzulangem? - Wer weiß... Ich denke, der Zeitpunkt war genau richtig) Warten, diesen Schritt zu gehen.

Es ist ganz komisch: Wenn ich über mein Leben als Priester blogge, dann kommt mir das alles manchmal noch so irreal vor. Aber wenn ich am Altar stehe und die Messe zelebriere, dann habe ich in den besten Momenten (und die gibt es - glücklicherweise - oft) manchmal das Gefühl, ich hätte mein Leben lang nichts anderes getan.

Nach 10 sehr heißen und trockenen Tagen kommt soeben ein melodisch klimpernder Sommerregen nieder, begleitet von sporadischem Donnergrollen. Die Zimmertemperatur pendelt sich irgendwo im "Angenehm"-Bereich ein und mich überkommt langsam die nötige Bettschwere.

Morgen, am Fest des Heiligen Augustinus, werden wir eine einfache und zwei ewige Professen feiern.

Die Familie wächst!

Dank sei Gott!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke.

Sponsa Agni hat gesagt…

Deo gratias!!!!
Ich freu mich von Herzen mit!
:-)

Johannes hat gesagt…

Gut, gut Superschurke, aber warum flüchtet der rheinische Katholizismus nach Österreich?

Alipius hat gesagt…

@ Johannes: Weil's im Rheinland keine Augustiner-Chorherren gibt und weil ich mir zu dem Zeitpunkt, als meine Berufung dann endlich gewonnen hatte, alles vorstellen konnte, nur eines nicht: Diözesanpriester in Deutschland zu sein.

Johannes hat gesagt…

Irgendwie schade. Wir bräuchten hier dringend einen Kaplan für unsere Pfarrgruppe. Wenn ich uns vorstellen dürfte: Vier Kirchen im 50er und 60er -Jahre Still (Gräßlich, ich weiß, aber Rokokko haben wir leider nicht zu bieten) Eine in den Leiden der Emigration (die Gemeinden entstanden ursprünglich aus Vertriebenen) glaubensmäßig gestählte und in der Diaspora gefestigte Gemeinschaft. Zwei Diakone mit prägnanter Predigtbegabung, fünf Blogger, davon drei in kirchlichen Diensten, gregoranische Messen nebst ebensolchem Choral. Na ich seh schon, verlorene Liebesmühe. Wenn wir schon mal das Glück haben, das einen der Ruf ereilt, enteilt er auch schon gen Österreich (z.B. ins Kloster Heiligenkreuz) Was hat Österreich, was wir nicht haben. Rokoko? Pfff!