Montag, 29. August 2011

** götz-zitat-unterdrück **

Die neue Ausgabe der Wochenzeitschrift profil (Das "unabhängige" Nachrichtenmagazin Österreichs) verkündet schon auf der Titelseite den "Aufstand der Pfarrer" (Priester gegen Papst und Schönborn: Ist die Kirchenspaltung noch abzuwenden?)

Im Heft wird Helmut Schüller ehrlicherweise gleich zu Beginn des Artiles als "ehemaliger Wiener Generalvikar, Ex-Caritas-Direktor und Medienprofi" vorgestellt. Vor allem letzteres glaubt man gerne, wenn man den Artikel dann liest.

Hier ein paar Auszüge:
    Der am 19. Juni veröffentlichte "Aufruf zum Ungehorsam" beinhaltet auch keinerlei Forderungen, sondern teilt nur mit, daß die mittlerweile rund 400 die Initiative unterstützenden Priester ihren "seit Jahrzehnten praktizierten, stillen Ungehorsam gegen Rom nun in einen ehrlichen, offenen Ungehorsam umwandeln" (Schüller). Und er fordert andere Priester auf [Das Dokument enthält keinerlei Forderungen, weil es eine einzige Forderung ist!?], es ihnen gleichzutun. Nach Hochrechnungen des Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner teilen bis zu 80 Prozent der rund 4000 geistlichen Österreichs im Kern die Anliegen der Initiative.

    ...

    Helmut Schüller: "Wir haben nur den letzten Hebel betätigt, um einmal Bewegung zu erzeugen. Das erregt Aufmerksamkeit [Medienprofi...], weil unser Aufruf voll in die Wahrheit hineinzielt, was man in der Kirche überhaupt nicht gewohnt ist [Meine Wahrheit, Deine Wahrheit. Die Einen geben sich mit so schlaffem Kinderkram wie dem göttlichen Heilsplan, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben, welches Christus ist, zufrieden. Anspruchsvollere Zeitgenossen brauchen da schon ein wenig mehr und finden die Wahrheit dann dort, wo "seit Jahrzehnten" Versprechen, die man einst gab, gebrochen werden]. Die Bischöfe haben mit dem stillen Ungehorsam kein Problem, aber jetzt wird mit Spaltung und gefährdeter Einheit moralisiert." [Natürlich. Es stellt für keinen Bischof auch nur das geringste Problem dar, wenn er erfährt, daß ein Priester ihm still und heimlich den Gehorsam aufgekündigt hat und mit einer(m) Lebensabschnittspartner(in) zusammengezogen ist. Da wird einfach mal 'ne Nacht drüber geschlafen und gut ist. Ein zweiter Artikel zum Thema handelt von Ex-Priestern, die ihr Amt niederlegen mußten, weil sie sich in eine Frau verliebten. Dort liest man: "Die Priester wurden gezwungen, zu lügen und zu täuschen...". Genau. Wörtlich hieß es wahrscheinlich in den Schreiben, die solchen Priestern zugeschickt wurden: "Wir zwingen sie hiermit, das Versprechen, welches Sie bei Ihrer Weihe ablegten, in der Praxis zu brechen, aber dennoch nach außen hin den Schein zu wahren. Wir verbieten Ihnen gleichtzeitig irgendwelche Schuldgefühle oder gar die irrige Annahme, Sie hätten Sich aus freien Stücken zum Lügen und Täuschen entschieden und seien nicht dazu gezwungen worden. Wir versprechen darüberhinaus, mit Spaltung und gefährdeter Einheit zu moralisieren, wenn die Situation einmal brenzlig wird. So können sie Ihre Medienprofis einsetzen, die dann den Bischöfen und dem Papst die Schuld in die Schuhe schieben. Da sei Gott vor, daß wir irgendwann mal in Zeiten leben, in denen Sie Sich als Mann erweisen und die Öffentlichkeit suchen, weil sie aus Ihren Fehlern die richtigen Konsequenzen ziehen wollen. Hochachtunsvoll etc..."]

    ...

    "Wir gehen nicht mit Einzelforderungen in einen Bazar, und wir vertrauen auch irgendwelchen Gesprächszusagen nicht mehr. Das hatten wir jahrzehntelang. Wir haben gar nicht das Recht, das Paket aufzuschnüren, denn es sind die Anliegen des Kirchenvolkes [Ja, stimmt]".

    ...

    Doch Helmut Schüller bleibt hart. An seinen Positionen gebe es nichts zu rütteln: "Egal, welches Sanktionen ergriffen werden, ich würde mich immer innerhalb der Kirche fühlen und andere Wege finden, meine Aktivitäten fortzuführen." [Denn das Ego macht den Priester, nicht die Weihe und schon gar nicht die Bereitschaft, sich unterzuordnen und dem gesamten Volk Gottes einen Dienst zu erweisen]
Würdiger Abschluß des Spektakels ist dann ein Dritter Artikel, in dessen Einleitung es heißt:
    Viele Pfarrer leben und arbeiten nicht so, wie Rom es vorschreibt, sondern ganz einfach so, wie sie es für richtig halten.
Mir ist, als sei es erst gestern gewesen, als ich las:
    Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Eitle Medien-Bordsteinschwalben und liebestolle Egomanen, die das Beste aus beiden Welten wollen und so nur helfen, mindestens eine der beiden Welten zu ruinieren, sollen also die Kirche in die Zukunft führen? Ich lach mich kaputt! Zeigt mir eine christliche kirchenähnliche Gemeinschaft, der es besser geht, als der Una Sancta, nur, weil man dort verheiratete und/oder weibliche Priester, Laienpredigten, Selbstintinktion etc kennt! Nehmt endlich Euer Gejammer, Eure zwei Meter hohen Spiegel, Eure Jubelalraunen, Eure Zerstörungswut, Euer Selbstmitleid, Eure Gelübdebrecherei und Eure neue Kirche und verduftet an einen Ort, an dem ihr immer noch maulen könnt, an dem man Euch aber nicht 24 Stunden am Tag dabei zuhören muß.

Und wer jetzt meint, beschwichtigend kommentieren zu müssen, der zügle sich. Das war ein Wutausbruch, keine Einladung zur Debatte.

Kommentare:

Imrahil hat gesagt…

Ich zügle mich jetzt einmal und kommentiere beschwichtigend.

Es ist immerhin eines, worin diese Leute recht haben und was speziell Leute wie wir, die einen religiösen Pluralismus gewohnt sind, vielleicht nicht mehr so deutlich sehen.

Das Wahre kann nicht unkatholisch sein. Diese Leute, so komisch es klingen mag (und obwohl sie das als frommes Gelaber schrägstrich reaktionäre Doktrin zurückweisen würden), fühlen doch mit Herz, Haut, Haaren und Knochen, daß die katholische Kirche der mystische Leib Christi, daß Christus Gottes Sohn, daß außerhalb der von ihm gestifteten Religion und Kirche v. a. keine Wahrheit ist. Deshalb verlassen sie die Kirche nicht, sondern wollen sie verändern.

Und damit haben sie recht: alles Wahre ist katholisch.

Es gibt da bloß einen klitzekleinen Schönheitsfehler: Ihre Meinung ist halt falsch.

Anonym hat gesagt…

Genau so mußte es den eitlen medialen Bordsteinschwalben mal gesagt werden. Sie sollen endlich verschwinden und ihre eigene Sekte mit Priester_innen, und Priesterehen jeglicher, gendergerechter Art und, bevor sich wieder jemand ausgegrenzt fühlt und nach dem Zeitgeist jammert, Polygamie an einem Ort gründen, wo "man keinen Empfang hat" oder der Pfeffer wächst.

Catocon hat gesagt…

Danke, Alipius!
Das war kein Wutausbruch, sondern die Wahrheit!

Archangelus hat gesagt…

Bingo!!!

Le Penseur hat gesagt…

@Don Alipius:

Sie meinen sicher das bekannte Götz-Zitat aus dem 1. Akt: »Wo viel Licht ist, ist starker Schatten«, oder?

Templarii hat gesagt…

Ich finde das Ihr noch viel zu brav seid. Die gehören alle Exkommuniziert und rausgeschmissen. Und zwar schon vor Jahren.

Ich kann mein Kind nicht taufen lassen weil ich keine gscheiden Priester finde - sondern nur so wischi-waschi "Sozialarbeiter", meine Frau liebt Jesus aber hat grösste Mühe mit all dem labernden Priestern die irgendeinen Sozialscheiss reden - sie möchte von einem echten Priester der GLAUBT getauft werden, wo sind die aber?

An den Kirchen stehen dumme Zettel vonwegen "Frau und Kirche" oder "Alle Respektieren sich" und ähnlicher Unsinn. Opfer, Trauer, Sünde, Hingabe, Demut all das kernige, echte fehlt völlig.

Stattdessen wird überall rausposaunt wie böse und schlimm die Kirche war, im Jahre 2011 wird noch von den "Bösen Kreuzzügen" geredet als wäre das vor 2 Jahren passiert und die Kirchenheinis lassen damit zu das Kinder zum Bösen verführt werden!

Templarii - recognoscere.wordpress.com

Alipius hat gesagt…

@ Le Penseur: ;-)