Samstag, 27. August 2011

Gastrecht...

Wie die Welt Online berichtet, werden die beiden laisierten Priester Christoph Schmidt und Norbert Reicherts in Berlin während des Papstbesuches in die evangelischen St. Thoms Kirche zu einer Eucharistiefeier laden:
    Schmidt und Reicherts leben als homosexuelles Paar zusammen und haben ihr Priesteramt Ende der 90er-Jahre niedergelegt. In Köln leiten sie ein kirchlich nicht anerkanntes Seelsorgezentrum. In dieser Funktion beteiligen sie sich derzeit in Berlin auch an den Protesten gegen den Papstbesuch.

    ...

    „Wir als Protestanten gewähren einer katholischen Gruppe Gastrecht in einer unserer Kirchen, damit sie hier eine nach ihrem Verständnis gültige Eucharistiefeier begehen kann“, so der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Mitte, Bertold Höcker.
Das Recht homosexueller Gruppen auf Protest während eines Papstbesuches möchte ich nicht angetastet sehen. Ist man dort auch nur ansatzweise so kultiviert, tolerant und weltoffen, wie man versichert, dann kann so ein Protest eigentlich ohnehin nur still, friedlich, respektvoll und ohne Verletzung religiöser Gefühle ablaufen.

Aber wenn die Thomasgemeinde meint, ausgerechnet zum Zeitpunkt des Papstbesuches die "Wir unterstützen schwule katholische Ex-Priester"-Karte spielen zu müssen, dann müffelt das doch irgendwie nach schamloser Ranschmeißerei in der Hoffnung, hier und dort ein paar Pünktchen zu machen.

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Laiisiert heiß ja erst einmal nicht exkommuniziert. Doch hier hat s.E. Kardinal Meisner wohl noch etwas nachzuholen.

ioannes fauces hat gesagt…

Ich sag es so wie es ist, die Ökumene ist gescheitert! Traurige Gutmenschen in katholischen und protestantischen Vereinen liebäugeln immer noch damit. Da kann ich nur noch sagen: "Kinder, wacht endlich aus dieser Scheinvorstellung auf!"

Herminator hat gesagt…

Tja, es tut schon weh , auch mir als evangelischen Freikirchler!
Ich war diesen Monat mal wieder in einer Messe, habe mich auch sehr wohl gefühlt und gerade NICHT von der Eucharistie genommen. Zwar tut in einem solchen Moment die Trennung unter uns Chrtisten ziemlich weh, aber der Respekt vor euren Überzeugungen gebietet das einfach. Schließlich mann auch ich nur den Respekt erwarten den ich auch bereit bin zu gewähren.
Ich bitte einfach darum nicht alle Protestanten über einen Kamm zu scheren - nicht das ich das hier erwarten würde!

Schalom
Hermann

Johannes hat gesagt…

Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, daß ausgerechnet in Berlin der wesentlich von Atheisten, Linskradikalen, Knallgrünen und lesbischwulentranswasauchimmer Pornodarstellern getragene Protest "kultiviert, tolerant und weltoffen" ablaufen wird? War der Protest gegen den WJT oder den Tausenkreuezemarsch etwa "kultiviert"?. Was mich angeht, zieh ich jedenfalls schon ma die Lederjacke an. In Erwartung kultivierter Proteste.

Alipius hat gesagt…

@ Johannes: Das war selbstverständlich ein Sche-herz, bzw. eine Herausforderung an jene, die sich soviel Toleranz und Offenheit auf die Fahnen geschrieben haben: Wenn's bei Euch mehr gibt als zweierlei Maß und bigottisches Gejammer, dann wäre der Papstbesuch eine schöne Gelegenheit, dies zu beweisen.

F. M. hat gesagt…

Arminius hat gesagt...

Laiisiert heiß ja erst einmal nicht exkommuniziert. Doch hier hat s.E. Kardinal Meisner wohl noch etwas nachzuholen./Zitat Ende

Also ich habe in Kathpedia nachgeschlagen und einen Grund für die Exkommunikation gesucht, die Sie hier von SE Kardinal Meisner fordern. Auf den ersten Blick habe ich keinen stichhaltigen Grund finden können; würden Sie uns bitte aufklären was, nach dem jetzt gültigen Codex Iuris Canonici, ein Grund für die Exkommunikation der beiden Priester sein muss.

Anonym hat gesagt…

Kommt darauf an, was die beiden in ihrem "Seelsorgezentrum" - oder auch sonst wo - so verkünden. Wenn sie dort Häresien verbreiten (sollten), haben sie sich ohnehin schon die Exkommunikation "latae sententiae" zugezogen (nach CIC 1983 c. 1364). Das kann man dann eventuell noch förmlich feststellen, aber beim Gegeben-sein der obigen Umstände, ist eine Spruchstrafe gar nicht erforderlich, um exkommuniziert zu sein.

Was sie dort so verbreiten, ließe sich an und für sich recht leicht feststellen und damit bei ihnen auch das etwaige Vorliegen einer Exkommunikation.

Anonym hat gesagt…

Nemrod meint: Solche und ähnliche Vorkommnisse sind es, die mir jegliche Lust an einer Ökumene mit weiten Teilen der "EKD" nehmen und - was ich noch fast schlimmer finde - ist das Schweigen der katholischen Bischöfe dazu, immer nach dem Motto : nur nicht den lieben Protestanten auf die Zehen treten!