Donnerstag, 18. August 2011

Die Herausforderung

Krasser Gegensatz zu London: Beim Weltjugendtag versammeln sich Hunderttausende von Jugendlichen, die nicht plündernd und brennend durch eine Großstadt ziehen.

In den Medien war vorab viel zu lesen von den Kosten, gegen die protestiert wird. Der Vatikan beteuert zwar, daß der WJT sich selbst finanziert, aber die Protestierenden glauben das nicht so richtig.

Großes Aufsehen verursachte auch der schwer fehlgeleitete Mexikaner, der offenbar mit dem Gedanken spielte, Papst- bzw. Kirchengegner mit einem Giftgasanschlag von der Falschheit ihrer Wege zu überzeugen. Armer Kerl.

Berichtet wurde auch über das Polizeiaufgebot, welches sich zwischen die Gläubigen und die WJT-Gegner stellte. Letztere schienen vor allem angerückt zu sein, um zu demonstrieren, daß dort wo "Friedliches Zusammentreffen" draufsteht mit etwas Nachhilfe nicht unbedingt auch "Friedliches Zusammentreffen" drin sein muß:
    Wenige Hunderte provozierten die jugendlichen Pilger, bis diese von der Polizei eingeladen wurden, den Platz zu verlassen. "Verschwindet", "Schämt euch", "Ihr seid nicht willkommen" wurden sie an einem der belagerten Ausgänge der U-Bahn angeschrien.
Dies und mehr liest man auf kath.net in einem Kommentar von Armin Schwibach. Mein Aha-Moment:
    Ein derart einzigartiges, "komisches", so ganz dem Kanon der Welt widersprechendes Ereignis zu erzählen, sollte eigentlich eine journalistische Herausforderung sein.
Es ist eine journalistische Herausforderung. Und genau daher wird - im Sinne des Titels dieses Kommentars (Der Weltjugendtag und die Welt der Medien: ein Versagen) - in den Medien auch größtenteils Schweigen herrschen über diese Jugendlichen, die für einige Tage in Madrid gemeinsam ihren Glauben leben, die gemeinsam beten, beichten, singen, die gemeinsam sich über die Anwesenheit des Heiligen Vaters freuen und - in den besten Momenten - gemeinsam ihre Herzen ihrem Schöpfer zu Füßen legen.

Nein, diese Herausforderung muß man nun wirklich nicht Annehmen, wenn man mit den "organisatorischen Schwierigkeiten" des WJT, mit den brav und weltgerecht alle Erwartungen erfüllenden Protestierenden und mit dem mittelalterlichen Sexualitätsverständnis des Papstes ohne großes Verrenken der grauen Zellen die Spalten der Zeitschriften trefflich füllen kann.

Kommentare:

Bellfrell hat gesagt…

Ja, ja die Journaille!
Im Ö1 Morgenjournal war man heute eifrigst bemüht, Jugendliche zu präsentieren, die nicht wegen der Kirche und dem Hl. Vater angereist waren, sondern weil der WJT einfach eine gute Gelegenheit sei, billig nach Madrid zu reisen, bzw. zu urlauben. Na, dann darf der durchschnittliche, antikatholische ORF-Konsument ja beruhigt sein...

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Übrigens hat der WDR um 18.00h noch gemeldet, daß es 11 Verletzte WJT-Besucher gegeben haben soll, die von den freisinnigen Gegendemonstranten angegriffen wurden. Von diesen wurden 8 verhaftet. Der Heilige Vater hat bei seiner ersten Ansprache deutliche Worte zu diesen Ausschreitungen gefunden und hat sowohl Respekt eingefordert und auf die zunehmende Feindschaft gegen Christen in Europa aufmerksam gemacht.
Um 19.00h war diese Meldung schon nicht mehr in den Nachrichten.

Bei dem angeblichen "Giftbomber" handelt es sich nach Polizeiaussagen um einen harmlosen Chemiestudenten, der in ein paar Internetforen etwas rumgepestet hat. Die Polizei hat zu keiner Zeit von einem religiös motivierten Attentäter gesprochen.

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