Dienstag, 19. Juli 2011

Tomaten gegen den Papst?

In der ZEIT online las ich heute, daß man im Erzbistum Berlin beim Papst-Besuch einen Flop befürchtet. Dort las ich auch, daß im Olympistadion 70.000 Menschen an der Messe teilnehmen werden. Das klingt nicht nach Flop.

Die Bedenken des Erzbistums richten aber wohl auch eher gegen den prolligen Anti-Papst-Pöbel, der sich in Berlin schon seit einiger Zeit darauf vorbereitet, nicht nur neidisch guckend herumstehen zu müssen, während andere Menschen ungestört feiern:
    Die Organisatoren befürchten auch, mit einer öffentlichen Messe Papstgegnern ein großes Forum zu geben und das Kirchenoberhaupt womöglich nicht vor unangenehmen Situationen schützen zu können. Kardinal Georg Sterzinsky bevorzuge einen Gottesdienst in der Gedenkkirche Regina Martyrum neben der Gedenkstätte Plötzensee, hieß es. Dort werden die Opfer des Nazi-Regimes geehrt, unter anderem die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. In der Kirche könnten nur ein paar hundert Gäste mitfeiern.

    Der Papst wird als Staatsgast am 22. und 23. September in der Hauptstadt erwartet – ein Donnerstag und Freitag. Aus dem bischöflichen Ordinariat hieß es, es werde nicht leicht sein, an einem Arbeitstag große Menschenmassen dazu zu bringen, eine Papstmesse zu besuchen. Johannes Paul II. hatte bei seinem Berlin-Besuch 1996 eine Messe im Olympiastadion gefeiert. Die Ränge seien damals nur deshalb annähernd voll gewesen, weil viele Polen angereist seien, um "ihren" Papst zu erleben. Auch eine andere Szene mag dem heutigen Papst noch vor Augen stehen: Das Papamobil wurde in Berlin damals mit Tomaten beworfen. Joseph Ratzinger begleitete seinen Amtsvorgänger. Gut möglich, dass er sich eine Wiederholung der Szene ersparen möchte.
Frage: Wer wird wohl eher Gewalt anwenden? Eine Gruppe katholischer Priester, die bei einem Spaziergang im Park auf ein einsames, knutschendes Schwulenpärchen trifft, oder ein Rudel aus der "Antifa/Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat"-Ecke, das in einem anderen Park den Heiligen Vater und Kardinal Bertone alleine bei einem abendlichen Spaziergang erwischt?

Hähä... War natürlich nur 'ne Trickfrage! Weiß doch jeder, daß die Priester losprügeln werden. Schließlich enthalten die vom Vatikan wöchentlich herausgegebenen Tips zum Umgang mit Abweichlern alle nötigen Instruktionen, die die ohnehin schon von Natur aus gewaltbereiten Priester in wild knüppelnde Tiere verwandeln, während papstkritische Äußerungen - grade aus der linksalternativen und der Künstlerszene - immer behutsam formulierte Appelle an ein Zusammenleben in Toleranz und an die Menschlichkeit sind, die nie den Eindruck erwecken, versteckt oder direkt zur Gewalt aufrufen zu wollen.


Oh, Moment...



Ähh...



Hmm...



Okay...



Nichts für ungut...

Kommentare:

Stanislaus hat gesagt…

Hörmal, der Artikel ist vom Dezember letzten Jahres. Da bangte man in der Tat noch in Berlin. Heute sieht das freilich alles schon ganz ander aus.

Anonym hat gesagt…

Padre, aus diesen Bildern spricht einen hohes Maß an Kreativität, aber noch mehr an Hass, Neid und Hochmut. Da sieht man in menschliche Abgründe und zerstörte Seelen. Ich erschrecke da immer wieder, wie gehässig und mit welcher Destruktivität manche Menschen "gesegnet" sind. Da nicht einen heiligen Zorn zu erliegen, ist für mich auch eine große Herausforderung. Mit besten Grüßen nach Wien

Anonym hat gesagt…

Erfüllen diese übelkeitsauslösenden Gehirnexkremente nicht den Tatbestand der Verunglimpfung eines ausländischen Staatsoberhauptes? Sollte man die Urheber -so man sie kennt oder identifizieren kann- nicht anzeigen?

Peter Esser hat gesagt…

Die Illustrationen sind alle bemerkenswert ungekonnt. Kin Geist, kein Können, nur Dummheit.

Anonym hat gesagt…

Das zweite Bild bzw. der Künstler ist allgemein bekannt und hat solche Bildchen auch mit anderen berühmten Personen angefertigt.

M. E. sagt das dritte Bild extrem viel darüber aus, was die Leute dieses (Un-)Geistes (ziemlich sicher allesamt bekennende Humanisten) noch alles in Zukunft zu tun gedenken ...

Giovanni hat gesagt…

Dier Bilder sind einfach nur ------ok ich kann's nicht schreiben, sonst plagt mich wieder mein böses klerikales Überich wochenlang...

aber ehrlich, angenommen es kämen "nur 70 000" Katholiken, um mit dem Papst Eucharistie zu feier---das wäre doch kein Flop, sondern in erster Linie ein mit Sicherheit würdiger Gottesdienst in der Hauptstadt Deutschlands. Immer diese Statistiken und Zahlenspiele. Am schlimmsten aber diese ohnehin fast durchwegs völlig verfehlten "Erwartungen" und Prognosen, die von den Medien ventiliert werden..........

kalliopevorleserin hat gesagt…

"Pope on a Rope"? Dürfte nach § 130 StGB den Straftatbestand der Volksverhetzung (Aufruf zur Gewalt) erfüllen.
Mal abgesehen davon: Ob der Hersteller dieses Plakats wohl ein eindeutiges, fröhliches und überzeugtes Ja von sich gibt, wenn man ihn fragt: "Sind Sie eigentlich für Lynchjustiz und Todesstrafe, öffentliche Hinrichtung, Mißhandlung von Gefangenen und vergleichbare Maßnahmen?"

.U. hat gesagt…

Am 30.7. findet lt. dem im Video erwähnten Blog http://whatthefuck.blogsport.de/2011/07/16/30-7-20-8-kundgebungen/
eine "Kundgebung" von dem Katholischen Büro statt.

Schade, dass ich erst im September in die Hauptstadt komme.

Anonym hat gesagt…

»Mal abgesehen davon: Ob der Hersteller dieses Plakats wohl ein eindeutiges, fröhliches und überzeugtes Ja von sich gibt, wenn man ihn fragt: "Sind Sie eigentlich für Lynchjustiz und Todesstrafe, öffentliche Hinrichtung, Mißhandlung von Gefangenen und vergleichbare Maßnahmen?"«

Natürlich ist das bei einem bekennenden Humanisten so - aber nur, solange es sich dabei um Personen (oder "Nicht-Menschen", "Zellhäufen") handelt, die ihm nicht zu Gesicht stehen ...

kalliopevorleserin hat gesagt…

Ich verstehe nicht recht, was diese Haltung mit Humanismus zu tun hat. Aber vielleicht habe ich Erasmus von Rotterdam ja auch ganz falsch verstanden und er war für zügellose Gewalt gegen jeden Andersdenkenden. Kann sein, ich verstehe öfter mal Sachen falsch.