Mittwoch, 20. Juli 2011

"Pornos des Prekariats"...

... nennt die Süddeutsche die neuesten Ergüsse des Unterschichtenfernsehens.

In Sendungen wie "Extrem schön!" (RTLII) wird zuerst aus den zumeist weiblichen Kandidaten das letzte bißchen Leid und Jammer gequetscht bis sie dann endlich die lang ersehnte Belohnung bekommen: Ein Rundumsanierung, die Netzhautpeitschen in Laufstegschnittchen verwandelt.

Fragt die Süddeutsche schockiert:
    Wie weit soll die Zurschaustellung menschlicher Unzulänglichkeiten im TV noch gehen?
Frage ich: Habt Ihr in den letzten 20 Jahren mal fern gesehen? Ich selbst habe seit 2004 keinen Fernseher mehr (und vermisse ihn auch nicht), und wenn ich zwischendurch mal auf Reisen die Flimmerkiste anmache, dann endet es immer damit, daß ich sie nach kurzer Zeit kopfschütteld wieder ausschalte und mich frage, wo ich eigentlich bin.

Kommentare:

Herminator hat gesagt…

Ich habe meinen TV im Jahr 1996 abgeschafft und vermisse ihn nicht! Meine ganze Ehe (seit 1989) war TV-frei, meine Kinder (´94, `96, `98) sind ohne aufgewachsen.

Schalom
Hermann

Anonym hat gesagt…

Habe in meinem Maturajahr (1990)beschlossen, vorläufig und probehalber auf das (schon vorher eher selten benutzte) TV zu verzichten; nach einiger Zeit wurde das Versuchsziel geändert: Erpobung, wie lange man "ohne" durchhält.

Der Versuch ist noch nicht abgeschlossen und sorgt für Gesprächsstoff mit meinen Mitmenschen und -Innen.

Pompous Ass

TimCHebold hat gesagt…

Das schlimme ist, dass eigentlich die Pornos die Pornos des Prekariats sind und die im Artikel erwähnten Sendungen das Intelligenteste, was viele zu sehen bekommen ...

Anonym hat gesagt…

Fast noch schlimmer, daß die "Öffentlich-Rechtlichen" auch nicht viel besser sind und sich dabei noch auf Informationspflicht berufen. Hurra, wir verblöden...

Charlotte hat gesagt…

"NETZHAUTPEITSCHEN"?????!!!!!!!!!!
Danke, Danke, Danke.

Benedikt hat gesagt…

"Möge dem Mann ein Blick ins Internet erspart bleiben"