Freitag, 8. Juli 2011

Jetzt also PID...

Was ich dazu sage?

Ich hätt's nicht gemacht, aber ich darf ja nur an der Urne abstimmen und nicht im Bundestag [** mitdemzaunpfahlwink **].

Was mich schwer genervt hat sind zwei Dinge: In den letzten Tagen, Wochen, eigentlich Jahren, war immer wieder mal zwischen den Zeilen der PID-Befürworter so ein latenter Vorwurf mitzulesen, daß Gegner der PID sich dem Leid kinderloser Eltern gegenüber eiskalt zeigen, während sie sich für Embryonen in Petrischalen erwärmen können. Das ist Blödsinn. Ich denke, daß jeder Mensch, der sich gegen die PID ausspricht, auch sensibel genug ist, sich in die Situation eines Elternpaares hineinzuversetzen, welches befürchten muß, daß sein Kind mit erheblichen Behinderungen zur Welt kommt. Nur: Da es ebensowenig ein "Recht" auf Kinder gibt, wie ein "Recht" auf Ehe oder ein "Recht" auf Priesterweihe, kann es auch kein "Recht" auf gesunde Kinder geben. Somit muß ein solches Elternpaar sich fragen (lassen), wie hoch der Preis ist, den es für ein nicht behindertes Kind zu zahlen bereit ist. Natürlich sind wir dann bei der Gewissensentscheidung bzw. bei der Situation, wo der Staat "in der Wahrnehmung moralischer Verantwortung bloß einen Schritt zurück" tritt, wie es in einem FAZ-Kommentar heißt, den Elsa gestern ihrerseits kommentierte. Die Frage ist, ob sich der Wunsch nach Kindern nicht mit einem guten Gewissen auch auf eine andere, dem Leben (um welches es ja letztlich geht) gerechter werdenden Art erfüllen läßt, z.B. durch Adoption.

Umd was ich auch noch nervig finde, sind diese "Aus einem brennenden Krankenhaus 20 Petrischalen mit Embryos oder 1 Baby retten?"-Gedankenspiele, denen aber dankenswerter Weise Josef Bordat schon einen Beitrag gewidmet hat. Einen Satz möchte ich noch dazu sagen: Es ist für mich kein Wunder, daß im Experiment gefragt wird, ob man lieber 20 Petrischalen mit Embryos oder 1 Baby retten wird und nicht, ob man lieber 20 Petrischalen mit Embryos oder 1 Baby töten wird. Denn bei der PID geht es um die Frage nach lebenswertem und lebensunwertem Leben. Im brennenden Krankenhaus kann es höchstens um rettenswertes und rettensunwertes Leben gehen, wobei aber die Formulierung des Dilemmas schon andeutet, daß eigentlich beide Leben (Embryos und Baby) für rettenswert gehalten werden, aber aufgrund der Umstände nur die Embroys oder nur das Baby gerettet werden können. Das wiederum impliziert doch irgendwie, daß die Embryos und das Baby genau gleichviel wiegen und sollte somit eigentlich - wenn überhapt - ein Argument gegen PID sein. Solche Gedankenexperimente sind für mich demnach schon eine ziemlich andere Kategorie als das PID-Szenario, welches nicht wirklich einen vergleichbaren Dilemma-Status besitzt, da dort von Anfang an die Vernichtung von Embryonen in Kauf genommen wird. Naja... Im Grunde sagt Josef ja das Gleiche. Ich wollt's halt nur nochmal unterstreichen.

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