Dienstag, 7. Juni 2011

Josef Bordat findet:

Gerade heute lohnt es sich, Christ zu sein!

Ich finde mit!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich finde nicht mit.
Glauben und Kirche gegen wissenschaftlich-technisches Verständnis auszuspielen, hat noch nie funktioniert - und es funktioniert auch heute nicht. In keine Richtung.
Ohne hohen technischen und wissenschaftlichen Aufwand (vulgo Intensivstatsion) wäre ich nicht alt genug geworden, um zum Glauben an Gott zu finden.

Alipius hat gesagt…

@ Claudia: Ich habe den Artikel so verstanden, daß er nicht den wissenschaftlich-technischen Fortschritt (vom Verständnis war dort gar nicht die Rede) gegen den Glauben ausspielen möchte, sondern daß er aufzeigen will, daß es im Grunde zwei verschiedene Paar Schuhe sind, womit die Aussage von Josef auch irgendwie in Deine Richtung geht: Man sollte die Beiden nicht gegeneinander ausspielen, sondern jedem Feld seine eigenen Errungenschaften zugestehen, ohne daß aus den Errungenschaften im einen Feld automatisch Unzulänglichkeiten im anderen abgeleitet werden ("Weil Penicilin mich gesund gemacht hat, gibt es keinen Gott" oder "Weil die Gebete geholfen haben, brauchen wir keine Medizin mehr").

Josef Bordat hat gesagt…

Liebe Claudia,
ich werde - das Beispiel "Krankheit" aufgreifend - noch einmal in einem eigenen Blogbeitrag die Frage nach dem Zusammenhang von Wissenschaft und Religion zu klären versuchen. Danke für die Rückmeldung!

Lieber Alipius,
genau so war's gemeint.

JoBo

Anonym hat gesagt…

Da habe ich wohl etwas in den falschen Hals bekommen... und bin beruhigt, daß es anders gemeint ist.
Ich freue ich auf den angekündigten Artikel.

Josef Bordat hat gesagt…

Liebe Claudia,

ich habe mir bei keinem Geringeren als dem jungen Picasso Schützenhilfe geholt, um meine Position zu erläutern. Ich hoffe, es wird jetzt deutlicher, was ich meine:
http://jobo72.wordpress.com/2011/06/08/wissenschaft-und-religion-ein-versuch-mit-pablo-picasso/

LG, Josef

Anonym hat gesagt…

Heute habe ich endlich Deinen Artikel gelesen - vielen Dank! Sehr klare Worte. Dank auch für die Vorstellung des mir ganz unbekannten Bildes.

Allerdings tun wir als Christen gut daran zu bedenken, daß keine Religion ein Monopol auf Nächstenliebe hat. Nächstenliebe ist ja einfach angesichts der Not überzeugt das Richtige tun. Und das tun nicht nur religiöse Menschen.

Josef Bordat hat gesagt…

Liebe Claudia!

Ohne Zweifel haben nicht nur Christen ein Gespür für Gerechtigkeit sowie die Fähigkeit zu Wohlwollen, Barmherzigkeit und Liebe dem Nächsten gegenüber. Das wäre ja auch schlimm!

Was aber durch Jesus Christus neu in die Welt kommt, ist der Gedanke, durch diese naturrechtliche Grundhaltung sogar die Feindschaft besiegen zu können. Die Radikalität der Feindesliebe ist einzigartig – auch gegenüber fernöstlichen Ethiken, die doch eher empfehlen, durch Rückzug ins Innere den offenen Kampf zu vermeiden (Weltflucht und Teilnahmslosigkeit). Aber die Forderung, auf den Anderen zuzugehen, um durch Perspektivenwechsel den gemeinsamen Feind zu bekämpfen, also die Feindschaft, das ist so in anderen Religionen nicht vorzufinden (die „Goldene Regel“ als Meta-Forderung nach Reziprozität schon, daran kann man auch anknüpfen, aber nirgendwo ist das dann so explizit und konkret entfaltet – im Christentum ja durch Jesus selbst, nicht nur durch seine Botschaft, sondern durch sein Leben!).

Ich glaube, dass daher (paradoxerweise!) auch ein gutes Stück die Feindschaft herrührt, die Christen oft entgegenschlug und -schlägt: Misstrauen, Unverständnis, Angst vor der Radikalität der Liebe, welche dann (aus Sicht der Welt wieder: paradoxerweise!) weiterhin den Umgang mit dieser „Feindschaft zweiter Ordnung“ leiten soll. Und so weiter. Das übersteigt unsere Kraft, aber dafür gibt es ja den „Beistand“!

Wir zitieren oft und gerne Gandhi, wenn es um Feindesliebe, Gewaltlosigkeit und Gütekraft geht, sollten aber nicht vergessen, dass Gandhi Jesus zitierte, um seine Feindesliebe, Gewaltlosigkeit und Gütekraft zu begründen.

LG, Josef

Ach so: Das Picasso-Museum lohnt sich. (Tipp: Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei, der Andrang erträglich.)