Donnerstag, 30. Juni 2011

Für wie blöd...

... halten die uns eigentlich?

Schlagzeilt die PRESSE heute:
    Auch Laien stellen sich gegen Rom

    Jene Priester, die zu Ungehorsam aufgerufen haben, werden von den Reformbewegungen "Laieninitiative" und "Wir sind Kirche" unterstützt.
Ach neeeee...

Echt jetzt?

Die "Laieninitiative" und "Wir sind Kirche" unterstützen einen Aufruf zum Ungehorsam gegenüber Rom und den Bischöfen?

Ist ja sensationell!

Und wie sieht die Unterstützung aus?
    Die Kirchenleitung sei seit Langem zu keinem ernsthaften Dialog über "heiße Eisen" bereit, heißt es in einer Erklärung der Plattform "Wir sind Kirche". Daher habe man nun auf der Website wir-sind-kirche.at die Rubrik "Verbotenes" eingerichtet. Hier können Gläubige anonym über jene Erfahrungen berichten, wie sie die Verbote Roms ignorieren. Eine Frau aus Tirol berichtet beispielsweise, dass in ihrer Gemeinde Brot, Wein und das Evangelium geteilt werde, ohne dass ein Priester anwesend sei.
Boah ist das schlecht! Das klingt ja fast so wie irgendwelche softpornigen Aufklärungsfilmchen aus den späten 60er/frühen 70er-Jahren ("Gundula und Haucke zeigen, wie's gemacht wird"): "Aaaaalso: Ihr nehmt ein Evangelium, ein Brot und etwas Wein. Das Evangelium teilt ihr erstmal in soviel Stücke, wie Leute da sind. Dann nehmt ihr das Brot und teilt es in ebensoviele Stücke. Dann legt ihr je ein Brotstückchen zu einem Evangeliumsstücken. Jetzt nehmt ihr den Wein und gießt immer ein Schlückchen über eine Brot-/Evangeliumsstücken-Combo. Aufpassen! Seid zu Beginn nicht zu großzügig, damit für alle etwas übrig bleibt! Keine Panik: Das dürft ihr alles auch machen, wenn kein Priester anwesend ist." Richtig. Denn so lange nur Brot und Wein geteilt werden und nicht der Leib und das Blut unsres HErrn, ist alles im grünen Bereich. Ich frage mich natürlich jetzt, ob man in der Gemeinde in Tirol nicht mehr an die Wandlung glaubt und Eucharistie daher gleich doppelt simuliert, oder ob man tatsächlich nur Brot und Wein teilt, weil man es dann lieber doch nicht ganz so toll treiben will.

Schön auch die Daumenschrauben, die weiter unten im Text angesetzt werden:
    Pfarrer- und Laieninitiativen wollen mit diesem Schritt die ihrer Ansicht nach längst fälligen, innerkirchlichen Reformen forcieren. "Muss erst ganz Österreich zu einer einzigen Pfarre schrumpfen oder die Selbstmordrate deutlich steigen, damit die Herren auf den Bischofsstühlen einen Notstand in der Kirche erkennen?", heißt es in der Aussendung von "Wir sind Kirche".
Na, ihr Herren auf den Bischofsstühlen? Habt Ihr's kapiert? Ihr haltet die jungen Männer davon ab, ihrer Berufung zu folgen, und Ihr treibt die Leute in den Selbstmord!

Jaja... Da sei Gott vor, daß sich diese Wut-Laien und Protest-Pfaffen mal am Riemen reißen und sich so verhalten, daß man kirchen- und europaweit wieder den Eindruck gewinnt, sie seien Teil einer Gemeinschaft des Gebetes, des Heiles, des Miteinander, der zum Wohle des Ganzen zurückgeschraubten eigenen Bedürfnisse und nicht ein Haufen öffentlichkeitsgeiler Egomanen, die sich im Glanze ihres eigenen, schicken Rebellendaseins sonnen.

Natürlich ist es in der heutigen Zeit nicht einfach, Priester zu sein. Natürlich gibt es neben dem göttlichen Rufe, den es zu vernehmen gilt, auch das menschliche Verlangen, welches uns umhertreibt. Natürlich gibt es sündhafte und schwache Priester, die der Kirche Schaden zufügen. Aber diese Männer werden nicht erst dann sündhaft und schwach, wenn sie beginnen, ihrer Berufung zu folgen. Sie bringen ihre Sündhaftigkeit und Schwäche bereits mit. Und sie können sie nur erfolgreich bekämpfen, wenn sie neben einer reifen Persönlichkeit und gutem Willen auch ein reiches Gebets- und Sakramenten-Leben führen und sich in einer Umgebung wiederfinden, in der man sie nicht dazu auffordert, zwar Sünder aber dennoch irgendwie akzeptabel zu sein, sondern einfach nur ein guter Priester. Das allzu Menschliche (Hang zum Ungehorsam, Anhänglichkeit an Lüste und Triebe, Ichbezogenheit) bringen wir alle mit in unseren Beruf. Darin müssen wir weiß Gott von plärrenden Laien- und Priestergruppen nicht bestärkt werden.

Der Priesternachwuchs kommt nur so zahlreich, wie der Gesundheitszustand der Kirche es ratsam erscheinen läßt. Aber die Kirche ist zu einem nicht geringen Teil nur so krank, wie ihr sie macht, liebe "Initiativen".

Die Vorbilder, welche potentielle Seminaristen heute brauchen, sind mannhafte Priester und glaubensfeste Laien.

Schade, daß die Medien sich immer nur für die Jammerlappen interessieren und nicht für diejenigen von uns, die trotz ihrer persönlichen Defekte immer versuchen, still und halbwegs brav dem mystischen Leib unseres Herrn zu dienen.

Kommentare:

Leise Ahnung hat gesagt…

Ja, werter Alipius,

was für eine erbärmliche Brut! Wenn ich als Kind Grimassen schnitt, sagte eine Tante immer: wenn die Uhr schlägt, bleibt's stehen! Damals hab ich's nicht geglaubt, aber bei diesen Wisikis könnte es wohl doch in den 70ern "stehengeblieben" sein, vielleicht war's eine Kirchenglocke! (für soviel anmaßende dummheit finde selbst ich nur noch übernatürliche Möglichkeiten)

Zum Trost: die guten Priester bekommen zwar viel zu selten gute Presseartikel, aber auf jeden Fall die besseren Gebete.
Versprochen!

mary hat gesagt…

Was ist eigentlich mit der "Presse" los?? seltsam...

NB. meine Sicherheitsanfrage war "irrica"! rofl

Alex hat gesagt…

"Muss erst die Selbstmordrate weiter steigen?" Hä? Schmeißen sich die Leute in Österreich vor den Zug, weil Priester nicht heiraten dürfen, und nur Priester die Messe zelebrieren dürfen? In wiefern hätte es positive Auswirkungen auf die Selbstmordrate, wenn die Kirche den von Wisikisten verordnetesn Suizid begeht?