Dienstag, 21. Juni 2011

Für viele alle...

Wie viele (oder alle?) von Euch sicherlich bereits mitbekommen haben, gibt es in der Blogoezese zur Zeit eine interessante Debatte um die Frage "'Für viele' oder 'Für alle'"?

Ich weiß nicht, ob ich die Chronologie noch richtig hinkriege, aber für die, die noch nicht drinstecken und sich den Spaß mal gönnen wollen, führt der Weg hier entlang:

Los ging es mit einem Posting bei Akatair.

Darauf antwortet Theodor. Akatair schiebt eine Ergänzung nach und Theodor antwortet nochmals.

Inzwischen hat Pro Spe Salutis sich in die Debatte reingelesen und antwortet auf Theodor. Der nimmt den Ball in zwei Postings auf. Pro Spe Salutis geht auf die Einwände ein.

Das ist der aktuelle Stand.

Was mir an der ganzen Geschichte gefällt, ist, daß sie das Verständnis für eine Unterscheidung von Erlösung im objektiven und im subjektiven Sinne schärft. Bei der Debatte geht es um treffende Übersetzung, liturgische Korrektheit, dogmatische Paßgenauigkeit und eschatologische Treffsicherheit, aber nie um die Frage, für wen denn nun Christi Blut vergossen wurde. Denn dort scheint man sich einig: Für alle, wenn auch leider nicht alle "sich dem Heil Gottes öffnen und hierdurch erlöst werden" (Pro Spe Salutis).

Ich will damit keinesfalls andeuten, daß die Beantwortung der brennenden Frage letztlich so etwas wie Geschmackssache ist, aber vor dem Hintergrund der heilsgeschichtlichen Realität und der Willensfreiheit des Menschen bin ich zuerst einmal froh, daß die Eucharistie überhaupt gefeiert wird. Wenn sie würdig gefeiert wird, bin ich noch froher. Wenn sie würdig so gefeiert wird, wie vom Magisterium empfohlen und vorgeschrieben, bin ich am frohsten. Was bzgl. der Empfehlung des Magisteriums nun der letzte Stand ist, darüber sollen sich dann die Theologen unterhalten. Ich bin als Priester ja in der glücklichen Lage, das "Say the black, do the red"-Prinzip anwenden zu können.

Kommentare:

Marcus, der mit dem C hat gesagt…

Und Father Z. Rat an alle, die Probleme mit Übersetzungen haben:

Nehmt das lateinische Original! ;-)

Der Predigtgärtner hat gesagt…

Siehe auch hier:
http://predigtgarten.blogspot.com/2011/06/wandlungsworte-fur-viele-oder-fur-alle.html

Pro Spe Salutis hat gesagt…

@ Markus: In der Tat eine glänzende Idee!

@ Alipius: An der Anwendung des benannten Prinzips hege ich keinen Zweifel, an der damit verbundenen Rechtgläubigkeit bei der Verwendung des deutschen "pro omnibus" noch weniger.

Stegi hat gesagt…

Lasst doch einfach mal einen Gymnasiasten "pro multis" mit "für alle" übersetzen und schaut, was dann passiert.
ich weiß- flaches Argument- aber ich kann nicht einfach eine Übersetzung verbiegen, nur weil es mir in den nachkonziliaren Kram passt.

Schwester Ursula - Initiata hat gesagt…

Hat nicht der Hl. Vater selbst angeregt, nahegelegt oder sogar vorgelegt, dass "für viele" (auch weltweit in den jeweiligen Volkssprachen...) gesagt werden muss und dass dies z. Bsp. ein Grund dafür ist, dass die dt.sprachigen Bischöfe sich weigern ein überarbeitete neue Messbuchvorlage einzuführen ???
Wenn der Hl. Vater selbst doch "für viele" in jeder Zelebrations-Sprache vorzieht, dann dürfte es doch keine Zwänge für den einfachen Kaplan oder Pater geben, wenn er dem guten Beispiel des Hl. Vaters folgt. - Es wäre interessant: Was passierte denn, lieber Hochwürden Alipius, wenn Sie z. Bsp. nun statt für "alle" für "viele" sagen würden ??? Würden Sie gezwungen für "alle" zu sagen und künftig "für viele" zu unterlassen? - Welche Freiheit besteht da in Ihrer Gemeinschaft ? IN Ihrer Pfarrei oder in Ihrer Erzdiözese ???