Mittwoch, 15. Juni 2011

Doppelt traurig...

Unter dem Synonym Sara Carpenter beschreibt eine zweifache Mutter in der Daily Mail ihre finstersten Tage. Als sie erfuhr, daß ihr drittes Kind mit einer Spina Bifida (Spaltwirben, vulgo "offener Rücken") zur Welt käme, entschloß sie sich - nach langer Überlegung, einiger Beratung und gegen ihren ursprünglichen Instinkt - zur Abtreibung:
    "I saw my son's bleak future and knew I had to abort him."

    [Ich sah die düstere Zukunft meines Sohnes und wußte, daß ich ihn abtreiben muß]
Doppelt traurig ist die Geschichte, weil es den Anschein hat, als hätte Sara sich ebensogut für die Geburt ihres Sohnes entscheiden können, hätte sie sich dessen Zukunft (die ja kein Mensch wirklich kennt) nicht düster ausgemalt. Da das gesamte Leben des Buben zum Zeitpunkt der Abtreibung noch "Was wäre, wenn..."-Status besaß, hätte eine Frau, die ganz offensichtlich für ihre Kinder eine solche Liebe empfindet, sich bei ihren Vorhersagen auch an Beispielen orientieren können, in denen Kinder trotz schwerer Behinderung ein zwar nicht vollkommen normales aber dennoch erfülltes Leben führen. Das hätte ihr Hoffnung und dem Kind die Chance auf ein Leben geben können.

CMR hat auch einen Gast-Artikel zum Thema. Geschrieben von einer Frau, die von der Brust abwärts gelähmt ist. Und eine gute Bekanntschaft mit einer lebensfrohen, zufriedenen Frau pflegte, die ebenfalls eine Spina Bifida hat.

Seltsam: Je mehr sich die Einstellung verbreitet, welche da lautet "Gott wird mich schon so annehmen, wie ich bin, denn er hat mich so gemacht", desto weniger werden die Ungeborenen angenommen, so, wie sie gemacht wurden.

Kommentare:

Maria Magdalena hat gesagt…

Dabei gibt es mittlerweile Möglichkeiten:
http://www.nytimes.com/2011/02/10/health/10fetal.html?_r=1

Anonym hat gesagt…

Ich arbeite oft mit Kindern die eine Spina Bifida haben. Es gibt mildere und ausgeprägte Formen, was immer wieder erstaunt: Alle diese Kinder nehmen ihre Krankheit als normal an und sind dabei freundlich und vergnügt.
Einmal sagte ein kleiner Patient freudig zu mir: "Weißt du, ich bin nicht wie andere Kinder" Und es stimmt, diese Kinder sind etwas BESONDERES!!!