Samstag, 18. Juni 2011

Damit das auch geklärt ist...

Sylvie Guillaume, sozialistische EU-Abgeordnete, findet:
    "Gelder der EU für eine Anti-Abtreibungs-Kampagne zu verwenden, stellt einen Mißbrauch [!] dar und ist unvereinbar mit den europäischen Werten [!!]."
Ich kann einfach nicht glauben, wieviel Therapie die EU braucht.

[HT: bellfrell, der heute mein offizieller Blog-Zulieferer ist. Danke!]

Kommentare:

.U. hat gesagt…

Du glaubst noch an eine Therapiefähigkeit der EU?

Anonym hat gesagt…

Die EU ist so gut oder so schlecht wie die Leute, die ihre Organe besetzen und deren Beschlüsse fassen.

Sich nur zurückzulehnen und zu sagen "Therapieunfähig!", heißt nur, das Dauerprojekt Europäische Union Mme. Guilleaume und ihren Gesinnungsgenossen zum Fraß vorzuwerfen. Das kann niemandes Ziel sein (außer vielleicht das von Mme. Guilleaume und äquivalenten IdiotInnen).

Daß übrigens die Ansichten dieses Weibsbilds beweisen, daß sie ihre eigene Gehirnamputation überstanden hat, ist meine Privatmeinung und schädigt den europäischen Gedanken nicht weiter ...

Pompous Ass

nk hat gesagt…

"""Das kann niemandes Ziel sein"""

Doch, man kann da Projekt EU auch als verderblich ansehen und sein Scheitern wünschen. Ich zum Beispiel tue das.

Anonym hat gesagt…

Ad nk:

Nachdem wir Meinungsfreiheit haben, ist dieser Standpunkt legitim. So legitim wie mein Standpunkt: Lieber die EU als die Alternative, lauter Nationalstaaten, die jeder nur an sich denken ("nach mir die Sintflut"). Im derzeitigen Rahmen müssen die Egoisten aller Couleurs wenigstens kooperieren.

Imrahil hat gesagt…

Naja, da ist halt die Frage: Ist die EU schlimmer oder sind die Nationalstaaten schlimmer.

"Egoismus" ist als Vorwurf gegen einen, der sich einer Aufgabe eigener Souveränität widersetzt, recht schnell bei der Hand. Das muß nicht heißen, daß er falsch ist.

Wenn sich alle über die Richtung einig sind und diese Richtung die richtige ist, ist Einheit eine gute Sache. Wenn die Richtung unklar ist oder es die falsche ist, ist Unterschiedlichkeit besser - auch wenn beide Unrecht haben, auf verschiedene Art.

(Ist es ein Zufall, daß ich in Deutschland das Gefühl habe, daß bis auf Landesebene alles seinen gewohnten Gang geht - was zu ermöglichen das Ziel der Politik sein sollte - darüber aber meine Zustimmungsbereitschaft ein bißchen abnimmt?)

Und wozu wollen wir Einheit? Doch nur, um die Freiheit der kleineren Einheiten besser beschützen zu können, und das einig zu tun, was wir ohnehin bis auf ein paar Querulanten alle (etwas gänzlich anderes als die Mehrheit) wollen. Wenn sich die EU zur Subsidiarität bekennt, hat sie schon recht; aber Subsidiarität heißt eben nicht einfach, daß die kleinere Einheit solange Recht hat, als die größere nicht eingreift, sondern daß die größere sich nicht erlauben darf, einzugreifen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

Was mich betrifft, habe ich ein gefühlsmäßiges Problem damit, wenn das Werk von Robert Schuman, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Bach hinuntergeht.