Samstag, 11. Juni 2011

Au weia!

Tagespost-Autor Oliver Maksan hat im Berliner DGB-Gewerkschaftshaus beim Netzwerktreffen des Bündnisses „Der Papst kommt!“ Mäuschen gespielt, um mal zu schauen, was das "schwul-lesbisch-atheistische Berlin" sich so alles zum Empfang des Heiligen Vaters ausgedacht hat. Der Artikel "Unter Papsthassern" bestätigt so ziemlich jedes Vorurteil, was man sich jemals über eine hüftgesteuerte, nabelschauende, politisch überkorrekte, weinerliche Linke gemacht hat. Meine Lieblingspassage:
    Doch hatte der LSVD die Rechnung ohne die Frauen gemacht. „Ich bin brüskiert und betroffen, dass die Frauen auf dieser Route gar nicht vorkommen. Das ist eine reine Schwulen-Demo“, meinte eine Vertreterin des Arbeitskreises Frauengesundheit. Applaus im Saale. Den Homo-Lobbyisten war eine Lektion in Geschlechtergerechtigkeit erteilt. Doch selbst kollektivem Nachdenken wollte es nicht gelingen, auf der Route, so lang sie war, zwei bis drei Stunden wurden für den Marsch bei etwa 10 000 Teilnehmern veranschlagt, irgendeinen vernünftigen frauenpolitischen Bezug zu konstruieren – „vielleicht an der Charité vorbei. Da werden ja auch Abbrüche vorgenommen“.

    Zudem, so wurde eingewandt, führe der Weg der Station Canisius-Kolleg wegen weitgehend durch unbelebte Straßen, den Tiergarten auf der einen und sterile Botschaftsareale auf der anderen Seite. Nicht gerade attraktiv für Demonstranten, durch leere Straßen zu laufen. Und wo sollte man beginnen? Am Brandenburger Tor neben dem Reichstag, wo der Papst um 16.30 Uhr spricht, und dann weiterziehen? „Das finde ich super. Wir finden den Papst eben zum Weglaufen“, meinte ein Teilnehmer. „Es wäre doch schön, den Papst mit einem Pfeifkonzert zu empfangen. Dazu müssen wir aber auch rechtzeitig da sein“, meinte ein anderer. Das fand allgemeine Zustimmung. Also Beschluss: 16 Uhr Demobeginn am Brandenburger Tor. Vielleicht mit medial effektvollem Verlassen des Reichstages durch die Grünen-Abgeordneten, die bereits angekündigt haben, der Papstrede demonstrativ fernbleiben zu wollen.

    „Können wir nicht an ein paar Kirchen vorbei? Ich habe gehört, dass es da Public Viewing geben wird“, meinte eine Vertreterin der Regenbogenforellen. „Und warum ziehen wir nicht in den Osten? Da hätten wir sicher viel Zustimmung. Schließlich waren die dort nicht dem religiösen Zwang ausgesetzt wie wir im Kirchenstaat Westdeutschland“, schlug ein „kämpferischer Atheist“ vor, wie er sich selbst vorstellte. „Ja, super“, meinten die Frauen, die eifersüchtig über das ihnen zugefallene Veto wachten, „der Rosa-Luxemburg-Platz würde natürlich gehen“. Das freute den Vertreter der Partei „Die Linke“, deren Zentrale sich in unmittelbarer Nähe zum Platz befindet. Damit war die ursprünglich vorgeschlagene Route schnell passé. Das rief Bernd Fischer auf den Plan, den Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik der Grünen. „Ich bin erschüttert, dass wir nicht zur Urania ziehen, um der AIDS-Opfer zu gedenken.“
So lange sich das "Ich, Ich, ICH!!!" noch in betroffen-graues Geschenkpapier einpacken läßt, ist man - so scheint's - vor gewissen Formen der Beklopptheit einfach nicht sicher.

Kommentare:

Theodor hat gesagt…

Einfach nur köstlich - gegen die "Beklopptheit" solcher Kreise hat kein Satiriker eine Chance ;-)

Josef Bordat hat gesagt…

Auch nicht schlecht:

"Uns muss es darum gehen, das Herz des Katholizismus zu treffen. Also müssen wir zur Hedwigs-Kathedrale, der Kirche des Berliner Erzbischofs."

Jawoll! Das habe ich immer gesagt: Das "Herz des Katholizismus" schlägt in Berlin!

"Wir wollen den Papst in Charlottenburg ja auch gar nicht körperlich attackieren."

Oh, wie nett!

"Das ist mir persönlich übrigens viel zu unangenehm."

Ach so - deswegen! Ich dachte schon, es ging mal nicht um "mir" und "persönlich".

Puh... "nicht körperlich"... "zu unangenehm"... Gerade noch mal gut gegangen!

JoBo