Donnerstag, 19. Mai 2011

Tragisch...

Kirche In, das Zentralorgan aller von unten kirchenvolksbegehrenden WiSiKi-Menschen, ist offenbar mit einer neuen Werbeveranstaltung Webseite online am Start.

Wie aus älteren Beiträgen bereits bekannt ist, gilt das Magazin (welches uns - warum auch immer - monatlich zugestellt wird) junioratsintern als heiß begehrte Unterhaltung aus der eher realsatirischen Ecke.

Kirche In ist eines dieser Phänomene, das einen ständig schwanken läßt: Ignoriere ich das Magazin einfach und verweigere ihm so die Ehre, die ihm ohnehin nicht gebührt? Lese ich es und schweige grinsend und gleichzeitig doch betreten? Oder lese ich es und reagiere ich? Ich tendiere mittlerweile eher zu der Lesen/Schweigen-Combo.

Da jetzt aber einige enthüllende und exemplarische Sätze online von jederman eingesehen werden können, muß ich den Schleier dann doch einmal kurz lüften und Euch auf die Fährte schicken.

Auf der Seite Über Kirche In findet man zwei kurze Artikel. Im zweiten dieser Artikel stellt sich der Gründer des Magazins vor. Pfarrer Rudolf Schermann (*1932) erzählt von seiner Liebe zu einer glutäugigen, jungen, ungarischen Verkäuferin, welche ihn als Theologiestudenten in Flammen setzte. Das führte zu einer Suche nicht nach dem gnädigen Gott sondern nach dem nicht hohnlachenden Gott, also dem Gott, der Männer ins Priesteramt beruft und daraufhin jegliche Versuchung von ihnen fernhält. Da dieser Gott sich nicht so recht zeigen wollte und da entweder der Geist nicht willig oder das Fleisch nicht stark genug war, mußte unter einem Pseudonym also ein Buch veröffentlicht werden, welches beweist, daß es sich beim Zölibat
    lediglich um ein schreckliches früh-mittelalterliches Schattengewächs handelt, das mit Jesus Christus nichts, aber schon gar nichts zu tun hat und mit nicht weniger Unglück und Verlogenheit die Kirche vergiftete (und noch vergiftet), wie die unselige Inquisition.


Und wie üblich, wenn der erste Schritt erst einmal gemacht ist, aber die gewünschte Selbstrechtfertigung sich nicht so recht einstellen will...:
    Mein kritischer Geist entdeckte in der Folge immer mehr, wie viele Dinge uns über Gott, Glaube und Kirche eingebläut wurden, die mit diesem Jesus und seiner erlösenden, befreienden Botschaft nicht zu tun haben, ja dieser Botschaft in eklatanter Weise widersprechen.
Der erste der beiden Artikel stellt das Magazin selbst vor und präsentiert in wenigen Zeilen die Realitätsferne, die Schadenfreude und den Stolz der Publikation:
    Dass Erzbischof Groer, Bischof Krenn, Bischöfe wie Eder in Salzburg usw.. . keine Freude mit dem frischen und bisher ungewöhnlich freien Ton hatten, ist verständlich.
    Inzwischen sind sie - wie KI schon früh warnte - alle weg. KI wuchs aber weiter und entfaltete sich Dank immer neuer Abonnenten, einer herzhaften Fördererschar und fast immer exklusiven Lesestoff, mit Hintergrundberichten und offenherzigen Meinungsäußerungen aus der Mitte der Kirche und der Gesellschaft sowie Dank einer intelligenten Leserschaft aus allen gesellschaftlichen Schichten zu dem, was es heute ist: KIRCHE IN, ein internationales Medium für den gesamten deutschsprachigen Raum.

    In der Fußspur der unverfälschten Botschaft Jesu Christi, der seiner Intention entsprechenden Tradition, in ökumenischer Breite und in einem dem modernen Journalismus entsprechender Aufmachung. Der mittlerweile von KIRCHE INTERN auf KIRCHE IN abgekürzter Name soll signalisieren, dass es ein Medium ist, das ein Bild der christlichen Kirchen transportiert, das IN ist weil sie auf die Ursprünge baut und nicht jenes von zeitgeistigen Sedimenten der Jahrhunderte überfrachtetes Bild der „Vatikankirche“, die OUT ist, weil sie die Ursprünge verlassen hat, und aus der, wie es nicht anders sein kann, die Menschen massenweise flüchten.
Also: Das Magazin, welches von einem Mann gegründet wurde, der sich als Theologiestudent verliebte und dann mit dem Losbrechen der sexuellen Revolution im Summer of Love sein "Jetzt will ich aber auch"-Gefühl auf Buchseiten verdichtete ("Katholische Priesterehe oder der Tod eines Tabus", 1967), um - wenn er sich schon nicht selbst rechtfertigen kann - wenigstens die kirchliche Lehre für sich, idealerweise aber für viele bis alle ungültig zu machen: Dieses Magazin rühmt sich, nicht zeitgeistig zu sein.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habe schon als Student - und das war in den 80ern - Public forum, später Kirche intern, für vollkommen langweilige Zeitungen gehalten. Soweit ich mich erinnere, war Pfarrer Schermann einstens auch im Public forum engagiert, bis er sein eigenes Blättchen aufmachte. Diese Zeitungen nervten mich schon damals mit ihrem Dauerjammern.

Iris Kammerer hat gesagt…

Und ich dachte, KI hieße "Künstliche Intelligenz", dabei ist es weder das eine und schon gar nicht das andere ...