Mittwoch, 11. Mai 2011

Schludrig...

Ulrich H. J. Körtner, Ordinarius für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät und Vorstand des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien, würgt den Katholiken, Bischof Müller und dem Papst eine rein:
    Im September will Papst Benedikt XVI. dem Mutterland der Reformation seine Aufwartung machen. Aus seiner bayerischen Heimat kommen derweil schrille Töne, die für Irritationen sorgen. Ende April forderte der Regensburger Bischof Ludwig Müller, Vorsitzender der ökumenischen Kommission der deutschen Bischofskonferenz, die evangelische Kirche auf, sie möge sich doch bitte erst einmal von den Aussagen Luthers distanzieren, der den Papst als Antichristen bezeichnet hatte.

    Abgesehen davon, dass man Luthers polemische Aussagen in ihrem historischen Kontext verstehen muss, steht heute in der Gemeindeausgabe der lutherischen Bekenntnisschriften zu lesen, dass man die Vorwürfe der Reformatoren gegen den Papst nicht auf das heutige Papsttum und seine Amtsinhaber übertragen dürfe. Das ist Müller offenbar entgangen.

    Allerdings steht der Papstkult, wie er heute in der katholischen Kirche betrieben wird, einschließlich Heiligenverehrung und Reliquienkult, wie man ihn jüngst bei der Seligsprechung Johannes Pauls II. beobachten konnte, aus evangelischer Sicht in der Gefahr, die biblische Botschaft von der freien Gnade Gottes zu verdunkeln. Das Papsttum bleibt ein großes Hindernis auf dem Weg zur Kirchengemeinschaft.
Ja, wärt Ihr mal katholisch geblieben. Dann hättet Ihr zwar auch den Löwenanteil der von den Medien ausgeteilten Mißbrauchslast zu tragen und hättet nicht so zeitgeistiges, verheiratetes, zusammenlebendes, geschiedenes, pilleverehrendes Personal. Dann hättet ihr aber immer ebenfalls einen Petrus und folglich ein "ibi ecclesia". Plus: Die schnieken Klamotten!

Aber der Bischof Müller... Ganz schlimmer Finger! Poltert da einfach gegen die Protestanten los, dabei gibt es da doch seit Jahren
gar keinen Anlaß, wie der Bischof ja selbst bestätigte.

Hilfreich aber, daß Körtner eine Präzisierung des Bischofs nun als ein Bemühen um "Schadensbegrenzung" ausgibt...

Denn:
    Auch wenn die Zeiten, in denen man sich gegenseitig als Antichrist beschimpfte, der Vergangenheit angehören, haben Protestanten doch keinen Grund, aus dem Dynamit des reformatorischen Erbes ein ökumenisches Paniermehl zu machen.
Ja, fein. Zerlegt aber mit Eurem Dynamit bitte weiterhin Eure Kirche und versucht nicht, es den Katholiken unterzuschieben mit der Bemerkung "Aus den Trümmern läßt sich ganz toll eine gemeinsame Christenheit basteln..."

Kommentare:

Giovanni hat gesagt…

der Körtner---ein lieber , netter Mann, aber evangelisch halt, jo mej- leid kann er einem tun

Anonym hat gesagt…

Dynamit des reformatorischen Erbes?? Es gibt keinen langweiligeren Haufen als dieses Kind der Staatskirchenidee, welche durch den Verlust des sie päppelnden Staates orientierungslos durch die Geschichte eiert. Wehe, wenn da mal die Kirchensteuer fällt. Die katholische Kirche wird das überstehen. Aber die Protestanten? Aua Aua!