Freitag, 20. Mai 2011

Okay, okay...

... ich bin kein Jesuit. Vielleicht entgeht mir daher im folgenden Satz des künftigen Hauskaplans des US-Repräsentantenhauses, Pater Patrick Conroy SJ, eine entscheidende Feinheit:
    "I never pray in the name of Jesus — except when I’m doing something Catholic — saying Mass, for example."

    ["Ich bete nie im Namen Jesu, außer wenn ich etwas Katholisches mache, zum Beispiel die Messe lese"]
Jetzt mal so ganz unjesuitisch gefragt: Ist des Beten im Namen Jesu nicht auch "etwas Katholisches"?

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Sind die Jesuiten denn nicht katholisch? *Auch mal blöd gefragt*

Anonym hat gesagt…

Ich würde mal sagen, es ist etwas, was ganz grundlegend zum christlichen Glauben insgesamt gehört (Joh. 15,16 und andere). Ich meine, in wessen Namen betet er denn sonst??

Oremus hat gesagt…

Jesuit bin ich auch keiner, aber immerhin verdanke ich diesem Orden einen Teil meiner katholischen Erziehung...

Das Statement von P.Conroy darf ruhig als katastrophal bezeichnet werden, wenn es wörtlich gemeint ist. (Die bekannten US-blogs beispielsweise nehmen es wörtlich - und verurteilen es dementsprechend.)

Merkwürdigerweise sind es nicht Blogger, sondern Kommentare zu Bloggertexten, die auf ein mögliches Missverständnis hinweisen. Danach könnte es ein (natürlich total fehlformulierter) Hinweis sein, dass er in einem multireligiösen Umfeld immer dann "im katholischen Glauben" (Let us pray in the name of Jesus) beten will, wenn er sich an Christen wendet, und ansonsten unter Rücksichtnahme auf Nicht- und Andersgläubige mit der Formel "Let us pray" operiert.

It sounds horrible, dear P.Conroy, but let us pray in the name of Jesus (!!!) for you, since any other interpretation would lead to your exommunication...

PS: Jesuiten sind immer ;-) etwas schwerer zu verstehen, wie eine kürzliche Kontroverse bei Elsa aufgezeigt hat, so glauben die 'grande dame' und ihre Groupies heute noch, dass P.Lombardi SJ niemals den Blogger-Egos den Kopf gewaschen hat (was im übrigen eine jesuitische Spezialität ist, gegen die vielfältigen Erscheinungsformen des Egos in der Welt unmißverständlich aufzutreten) sondern allen Bloggern liebreizende Komplimente ausgesprochen hätte.

Oremus hat gesagt…

Noch ein Nachsatz:
Diese Meldung über den Sager von P.Conroy ist typisch kath.net:
Eine ziemlich sinnlose Meldung, völlig aus dem Zusammenhang (z.B. des Interviews) und frei nach dem Motto: Ein bisserl schlechte Unterhaltung soll den Lesern auch geboten werden...

dilettantus in interrete hat gesagt…

Also ich weiß nur, daß die Formel "im Namen Jesu" im Anschluß an ein frei formuliertes Gebet, in einem Teil des freikirchlichen Spektrums, fast schon magische Qualität hat
Vielleicht meint er (1.) das und vielleicht weiß (2.) Bee mehr.

.U. hat gesagt…

Bis jetzt war mir dieser Herr sympathisch:
http://www.rollcall.com/issues/56_120/Pelosi-Boehner-Clash-Chaplain-Patrick-Conroy-Sexual-Abuse-Priest-205483-1.html

.U. hat gesagt…

Ich finde, dass die Gesellschaft Jesu ein großartiger Orden war. Er wäre es immer noch, wenn er nicht die Ansichten des hl. Ignatius für zeitbedingt und daher irrelevant erklären würde, wie er es zum Beispiel mit dem großartigen "Sentire cum Ecclesia" tut.

Elsa hat gesagt…

@oremus: Ich hab nur übersetzt, was da gestanden hat.SORRY DAFÜR!

.U. hat gesagt…

Hier ist das Interview
http://www.huffingtonpost.com/2011/05/18/house-chaplain-nominee_n_863216.html

Chris Mirabilis hat gesagt…

Oremus, es nervt.

Vielleicht könntest Du darauf verzichten, den Kommentarbereich anderer Blogger dazu zu mißbrauchen, Elsa ans Bein zu pinkeln.

Mein Leseverständnis im italienischen ist gut genug um beurteilen zu können, ob und daß Elsa korrekt übersetzt hat. Es bringt nix, aufgrund einer Übersetzung, die man nur im Gedächtnis oder in Stichpunkten vorliegen hat, darauf zu beharren, irgendwer hätte irgendwas gesagt. Und weil man über irgendwelches Spezialwissen verfügt wäre man halt in der Lage, zwischen den Zeilen dieses irgendwas herauszuhören.

Nein. Maßgeblich bei einer solchen Kontroverse ist dann der offizielle Text. Und Jesuiten mögen sich manchmal etwas wolkig ausdrücken und ihre speziellen Steckenpferdchen haben, aber ein Jesuit, der im Vatikan tätig ist und vor einer größeren Menge von Bloggern etwas sagt, drückt sich durchaus so aus, daß ihn auch Leute verstehen, die nicht das Privileg des Spezialwissens qua jesuitischer Erziehung genießen. Ich kann mich im übrigen auch nicht daran erinnern, daß Elsa irgendwelche liebreizenden Komplimente in den Text reingelesen hätte, aber ich habe die Debatte auch nicht die ganze Zeit verfolgt, weil sie für mich mit dem Vorliegen der Erklärung in italienisch und einer Übersetzung schlicht erledigt war.

Auch schon übrigens, daß man, wenn man Deiner Interpretation nicht folgt, dann automatisch zum Elsa-Groupie erklärt wird. Das ist schlechter Stil.

Get over it. Und wenn das nicht geht, dann lass doch wenigstens anderer Leute Komemntarbereiche aus dem Spiel.