Freitag, 27. Mai 2011

Ganz subtil...

... zeigt sich in dieser Woche die ZEIT. Da hat man den Titel des neuen Buches von Papst Hans I. gleich mal feist als Schlagzeile auf der Titelseite: "Ist die Kirche noch zu retten?"

Und auf Seite zwei der in der aktuellen Ausgabe erweiterten wöchentlichen Rubrik "Glauben & Zweifeln" folgt ein Interview mit Prof. Küng. Der steht auf dem Photo, welches den Artikel begleitet, im Kornfeld. Darüber liest man:
    Wagt endlich Reformen! Sonst schafft die katholische Kirche sich selbst ab. Ihr prominentester Kritiker Hans Küng sagt, was jetzt nottut: Weg mit Klerikalismus und seichtem Traditionschristentum
Einem mittlerweile 83-jährigen Mann, der auf der Zielgerade seines Lebens befürchten muß, um die Früchte seiner Arbeit betrogen zu werden (Revolutionäre können nicht warten), gestehe ich so ziemlich alles zu. Ich will es daher auch nicht einmal als Kritik sondern eher als Beobachtung festhalten: An den Stellen, an denen die Furcht zur nackten Angst wird, erscheint Küng als nicht weniger sich im Besitz der Wahrheit dünkend, als das kuriale/klerikale/päpstliche/römische/kirchliche System, welches er anprangert; dort formuliert er nicht weniger apodiktisch, als die Kirchenfürsten, die ihm die Lehrerlaubnis entzogen; dort verlangt er nicht weniger Identifikation mit seiner Person, als jeder x-beliebige Papst.

Die Kirche wird sich schwerlich selbst abschaffen. Aber man kann natürlich an ihrer Abschaffung arbeiten. Nicht nur als Priester, der Kinder mißbraucht, als Bischof, der Mißbrauchsfälle vertuscht oder als Papst, der nicht ungeprüft jeden Theologen alles lehren läßt. Auch als Laie oder Professor, der heute schon zu wissen scheint, daß der Weg ins Seminar sich nur für diejenigen lohnt, die sich eher im diffusen Licht eines von der Kirche noch nachzuholenden Paradigmenwechsels von "Reformation und Aufklärung" verorten, als von solchen Männern, die heute noch den Mut aufbringen, das Licht der christlichen UND katholischen UND kirchlichen Wahrheit auch mal unangenehm hell in die letzten Winkel unserer irdischen Realität dringen zu lassen.

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