Donnerstag, 26. Mai 2011

Ein nigerianischer Priester...

... redet Tacheles:
    Daher setzt er sich weiterhin für einen fruchtbaren Dialog zwischen Christen und Muslimen ein: „Wir sagen unseren Christen trotz der vielen Toten und der Repressalien, daß sie nicht Rache üben, sondern die Dialogprogramme intensivieren sollen, damit wir einander besser kennen-, einander mehr schätzen lernen und zum Religionsfrieden beitragen. Religionsfreiheit ist Grundlage des Friedens in der Welt, sagt der Papst.“ Aber was sind nun diese Dialogprogramme konkret? Da gibt es, Abmachungen, Statements die von allen – Christen und Moslems – unterschrieben werden, Projekte, die man gemeinsam durchführt (Wasser-, Ausbildungs-, Straßenbauprojekte, der Kampf gegen HIV). Manchmal werden sogar gewalttätige Muslime gemeinsam verurteilt.

    Gleichzeitig aber warnt Dr. Ike: „Die mächtige Welle mißbrauchter Religion ist die größte Herausforderung des 21 Jahrhunderts.“ Und an uns Europäer gerichtet: „Mit der oberflächlichen Spaßgesellschaft ist es definitiv vorbei. Wir müssen neu unsere Werte entdecken und bezeugen. Heute gilt es, Farbe zu bekennen. Denn sonst werden wir überrannt“, meint mein Gesprächspartner. „Gerade auch ihr in Europa!“

    „Ein voller Bauch studiert nicht gern, hat es in der Studentenzeit geheißen,“ erinnert er sich. „Kann es sein, dass in Europa der volle Bauch auch am Wesentlichen, an Gott, desinteressiert ist, und der Mensch nicht mehr weiß, woher er kommt und wohin er geht?“

    ...

    In Afrika würden Kinder als Geschenk Gottes, als Reichtum angesehen, als Wesen, die Gott einzigartig, unwiederholbar und aus Liebe geschaffen hat – mit unsterblicher Seele und für das ewige Leben bestimmt. „Wer Ja sagt zu Kindern, sagt auch Ja zu sich selbst. Nigeria wäre am Ende, wenn Eltern Kindern kein Leben mehr schenken wollten. Nein – wir denken nicht an kollektiven Selbstmord.”

    Wie arm ist da im Vergleich Europa: „Viel Sex und keine Kinder! Darüber weint die Liebe. Wo es keine Kinder gibt, dort ist die Hölle.“ Das sitzt! Und Abtreibung als Mittel der Empfängnisverhütung? „Hier wird nicht etwas vermieden, sondern ein bereits wachsender Mensch getötet. Es gibt keine Entscheidungsfreiheit mehr, wenn Ei und Samenzelle sich verbunden haben. Der neue Mensch ist dann da,“ stellt er unmissverständlich klar.

    Untersuchungen, die den Zweck haben, ein Kind „sicherheitshalber“ zu töten, „bevor es seine Mutter vielleicht mit einer Hasenscharte anlächelt,“ erschüttern ihn: „Wenn das Kind nicht sicher gesund ist, dann lieber sicher tot?!..."
Unbedingt auch den Rest lesen.

Kommentare:

Sir Thomas Morus hat gesagt…

Msgr. Ike ist vermutlich einer der nach Ansicht von Bischof Fürst nicht so fortschrittlichen Katholiken aus der Dritten Welt, denen die Vertreter des Deutsch-Katholizismus gerne einmal Nachhilfe in Sachen Frauenordination und Abschaffung des Zölibats geben würden. ;-)

Josef Bordat hat gesagt…

Ein beeindruckendes Zeugnis. Auch wenn natürlich „Europa“ weit heterogener ist, als es hier anklingt, ist klar, wogegen sich Pfr. Dr. Ike ausspricht – und wofür. Und das ist wert, gehört zu werden! Nicht nur in katholischen Kreisen.

LG, Josef

spero hat gesagt…

Dr. Obiora Ike hat auch sehr lesenswerte Bücher geschrieben, z.B. "Wende dein Gesicht der Sonne zu". Bei Kathtube findet man auch einige Videos vom Treffpunkt Weltkirche wo er gesprochen hat.