Dienstag, 26. April 2011

Wenn man in ihr Mündungsfeuer starrt, ...


... dann ist die emotionsgeladene Predigt auf einmal gar nicht mehr so toll, gelle, liebe Islamisten?

Eine Frau verliert titancojones-mäßig bei der Pierre-Vogel-Veranstaltung in Frankfurt vom vergangenen Mittwoch dem islamistischen Prediger und seiner Meute gegenüber die Nerven.

"Es gibt auch deutsche Muslime", versucht einer zu retten. Na und? Es geht nicht um Muslime, sondern um Islamisten. Und da muß man dann einfach nüchtern sehen, daß es auch holländische und englische und französische Nazis gab.

Kommentare:

Le Penseur hat gesagt…

@Rev. Alipius:

Es geht nicht um Muslime, sondern um Islamisten.

Sorry, das sehe ich anders: es geht um immer um den grundsätzlich selben Islam — in beiden Spielarten: den etwas softer daherkommenden, und den radikaler durchgezogenen.

Wer sich auf das Spielchen »der friedliche Islam und die radikalen Islamisten sind was gaaanz anderes« einläßt, der kann gleich einpacken. »Islam« heißt wortwörtlich »Unterwerfung«. Und genau das will er. Unterwerfen kann man, indem man Terror verbreitet und jeden Gegner umbringt, oder indem man die Rahmenbedingungen der Scharia so setzt, daß alles, was nicht dem Islam angehört, auf dem Aussterbe-Etat steht.

Ausnehmen würde ich davon nur völlig »säkularisierte Moslems« (aber die sind eben keine mehr, wenn sie ehrlich sind) — und vielleicht ein paar hochkontemplative Sufi-Sekten, denen Unterwerfungsgelüste auch nicht unterstellt werden können. Nur sind letztere halt ein Tropfen in einem Ozean des von seiner Vortrefflichkeit und Unfehlbarkeit verdammt überzeugten Islam ...

Die Fiktion, daß »der Islam« und »der Islamismus« etwas grundsätzlich anderes wären, ist ebenso realitätsfremd, wie die Meinung, daß »der Marxismus-Leninismus« ja prinzipiell eine feine, humanitäre Sache ist, nur seine Umsetzung im Archipel Gulag und in der Kulturrevolution halt net so optimal funktioniert hat ...

Alipius hat gesagt…

Ich wollte auch nicht andeuten, daß Islam und Islamismus zwei vollkommen verschiedene Dinge sind, sondern nur, daß es bei dem Getobe im Video erst einmal um (bzw. gegen) den islamistischen Prediger geht und daher die Ausrede "Es gibt auch Deutsche Muslime" eben einfach nicht zieht.

Johannes hat gesagt…

Der Islam hat den Islamismus tragischerweise tief in seiner Genetik verwurzelt. Eine "Läuterung" des Islam würde heißen, er müsse sich vom historischen Vorbild seines vermeintlichen Propheten lösen und eine Koranexegese ermöglichen. Ich fürchte, dazu wird es nie kommen. Von daher haben die islamistischen Muslime ein weitaus größeres Recht, sich wahre Muslime zu nennen als wir uns wünschen und viele glauben.

.U. hat gesagt…

@Le Penseur
Lesetipp:
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3937&Alias=wzo&cob=557392

.U. hat gesagt…

@Le Penseur
Bist du eigentlich Atheist?

Alipius hat gesagt…

** große-Tüte-Popcorn-hol-im-Sessel-zurücklehn-und-auf-Le-Penseurs-Replik-wart... ** ;-)

Le Penseur hat gesagt…

@Rev. Alipius:

** große-Tüte-Popcorn-hol-im-Sessel-zurücklehn-und-auf-Le-Penseurs-Replik-wart... ** ;-)

LOL!!!

@ .U.:

ad Lesetipp:
Den Artikel kenne ich schon. Erstens aus der WZ direkt, und zweitens habe ich dazu beim Kollegen Giovanni was geschrieben. Die in jenem Posting gegebene Leeempfehlung für Manfred Kleine-Hartlage's Buch »Das Dschihad-System« möchte ich ausdrücklich wiederholen. M.E. eine der besten Darstellungen des Problems, die je geschrieben wurden (der verlinkte Artikel ist nur die Einführung — ich empfehle das Buch insgesamt zu lesen — es lohnt sich wirklich)!

Bist du eigentlich Atheist?

Dann dürfte ich in diesem Blog ab sofort nichts mehr schreiben. Also deutet einiges darauf hin, daß wenigstens der fachkundige Blog-Autor mich nicht als Atheist einstuft. ;-)

Nun, im Ernst geantwortet: nein, ich bin kein »Atheist« im herkömmlichen Sinne — höchstens ein »A-Theist«, da ich einen eher deistischen Gottesbegriff für plausibler erachte als einen theistischen. Und da ich ein eher skeptischer Mensch bin, könnte ich mit der Etikettierung »Agnostiker« auch irgendwie leben. Als Selbstdefinition mal salopp gesagt: »LePenseur ist ein spirituell vielseitig interessierter, durchaus kirchen- und religionsfreundlicher Deist mit einer Menge agnostischer Vorbehalte gegen ihm allzu anthopomorph erscheinende Gottes- und Jenseitsvorstellungen — und jedenfalls einer, der über diese Dinge deutlich mehr weiß, als er glaubt«.

Sollten Sie mit der Frage gemeint haben, ob ich »fromm« bin, fürchte ich, daß ich das eher verneinen muß. Religionen sind seit Jahrzehnten mein Steckenpferd. Aber letztlich würde ich mich dann doch eher als »weltanschaulich interessiert« (mit starker Schlagseite zu libertär / altliberalen und konservativen Standpunkten) charakterisieren, denn als genuin »religiös«. Für mich ist Religion der notwendige Grund, auf dem ich meine Weltanschauung entwickeln kann. Irgendsowas, wie die »hypothetische Grundnorm« im Sinne Kelsens, um einen Vergleich aus der Rechtstheorie zu brinen.

Ich würde also den bekannten Satz aus Pascal's Memorial (»"DIEU d'Abraham, DIEU d'Isaac, DIEU de Jacob" non des philosophes et des savants«) genau umgekehrt formulieren.

Ich hoffe, Ihre Frage erschöpfend ;-) beantwortet zu haben ...

bellfrell hat gesagt…

Die dümmste Erfindung der letzten Jahre ist der Begriff "Islamophobie" und der Versuch, diesen auf alle Menschen anzuwenden, bei denen sich eine gesunde Skepsis gegenüber der realen Bedrohung durch den Islam einstellt.

Phobie bedeutet u.a. "eine unbegründete, anhaltende Angst vor Situationen, Gegenständen, Tätigkeiten oder Personen".Betonung auf "unbegründet" - und so wie sich die Ideologie Islam im 21. Jhdt. präsentiert, haben die Ängste offensichtlich einen sehr realen Hintergrund.
Die couragierte Dame auf dem Video ist zu bewundern und man muß froh sein, daß genügend Sicherheitskräfte anwesend waren. Der Mann mit dem Käppi wäre sonst wohl mehr zur Sache gegangen.

Andreas hat gesagt…

@Le Penseur
Das ist sehr interessant, was Sie schreiben!

Falls Sie aber trotzdem Interesse haben, den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs kennenzulernen, sollten Sie eine Sache versuchen: Beten.

Das ist sehr einfach. Ein Einstieg wäre z.B. "Hallo, hier bin ich. Wo bist Du?"

Le Penseur hat gesagt…

@Andreas:

Danke für den Ratschlag, aber ich glaube, das bringt mir nicht wirklich was. Nicht, daß ich nicht beten würde — aber das ist halt eher »liturgisches« Beten (und das am liebsten in »abstraktem« Latein), und wird von mir als ein Akt des Gott angemessenen Lobpreises vollzogen (an die Sinnhaftigkeit von Bittgebeten glaube ich nur seeehr eingeschränkt — na klar ist es einem Trost in verzweifelten Situationen, aber das ist doch, nüchtern gesehen, eher eine psychologische Selbstschutz-Funktion).

Und nochmals: mir »reicht« der Gott der Philosophen eigentlich völlig aus. Ich vertraue einem Urprinzip, das die Welt sinnvoll geschaffen hat (und genau das machen mir die Atheisten auch zum Vorwurf — ich frage mich nur, welchen Vorteil mir die Annahme einer nicht-sinnvollen Welt bieten soll!).

Eine »persönliche Du-Beziehung« zum Schöpfer eines Universums auf Abermilliarden von Milchstraßen, von denen jede Abermilliarden Sterne enthält, um welche nochmals unzählige Planeten kreisen, auf deren einem wir alle leben, sehe ich als anthropozentrisch-illusionäre Wunschvorstellung an. Ich habe schließlich auch keine persönliche Du-Beziehung zu einer meiner 100 Billionen Körperzellen und der Wunsch einer dieser Körperzellen nach einer solchen käme mir einigermaßen abstrus vor ...

Alipius hat gesagt…

Wobei - wenn ich mich kurz einmischen darf - der Vergleich mit den Körperzellen mir nur bedingt gültig erscheint. Zumindest vom christlichen Standpunkt aus ist Sachlage ja die, daß Gott uns nicht nur geschaffen hat, sondern uns auch die Fähigkeiten mit auf den Weg gab, die es uns erlauben, ihn zu erkennen und zu lieben. Die Beziehung Mensch-Körperzelle nimmt sich da im Vergleich schon etwas nüchterner aus.

Le Penseur hat gesagt…

@Rev. Alipius:

Ihr Einwand ist natürlich nicht ganz unrichtig — jeder Vergleich hinkt etwas. Aber auch die Tatsache, daß ich Gott erkennen und lieben kann, heißt noch lange nicht, daß dieser deshalb eine persönliche Du-Beziehung zu mir hat. So, wie ich eben auch keine persönliche Du-Beziehung zu einer meiner Körperzellen habe.

Alipius hat gesagt…

@ Le Penseur: Die Schlußfolgerung der Du-Beziehung muß sich vielleicht nicht absolut und apodiktisch aufdrängen, aber ich finde das Verhältnis des Kennens und des Liebens ist eine gute Voraussetzung für die Möglichkeit dieser Beziehung. Und wenn ich die Bibel nicht nur als in bildhafte Sprache umgesetzte menschliche Sehnsüchte verstehe, dann finde ich da ja auch reichlich Anhaltspunkte für eine Du-Beziehung, von "Ich bin der Gott deines Vaters..." bis "Du bist Petrus".

Le Penseur hat gesagt…

@Rev. Alipius:

Nun, es wird Sie nicht ganz überraschen zu hören, daß ich die Bibel zwar nicht nur, aber halt eben doch auch als »in bildhafte Sprache umgesetzte menschliche Sehnsüchte« verstehe ...

:-D

P.S. — weil ich gerade daran denke: wie geht's eigentlich Hans Schär's Erlösungsvorstellungen?

Alipius hat gesagt…

Ach... (** seufz **)... so richtig Zeit zum Lesen werde ich erst wieder nach Exerzitien und Weihe haben. Was ich bis jetzt gelesen habe (wenig...) macht aber Lust auf mehr.

Le Penseur hat gesagt…

Freut mich zu lesen!

Anonym hat gesagt…

"Praeceptis salutaribus moniti, et divina institutione formati, AUDEMUS dicere: PATER NOSTER ..."

Christen können es wagen, durch die heilbringende Anordnung ermahnt und die göttliche Unterweisung belehrt, Gott ihren Vater zu heißen. Das ist sicher auch ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Christen und Heiden.
Was den "gentibus" aber "stultitiam" ist (cf. I Cor I,23) - wie auch Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht erschaffen, eines Wesens mit dem Vater, ob uns und ob unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, den wir als den Heiland anbeten und überall verkünden und der am Ende aller Zeiten wiederkehren wird in Herrlichkeit, zu richten Lebende wie Tote -, unterscheidet uns von ihnen und offenbart für alle sichtbar, wenn es darauf ankommt, wer tatsächlich bereit dazu ist, dem Herrn zu dienen. Das ist eine von vielen Gelegenheiten, bei denen man sieht, wer zur Herde Seiner Schafe gehört und wer abseits bei den Böcken steht.