Dienstag, 5. April 2011

SWR - WTF?

Angeregt durch einen Artikel bei Elsa und einen Kommentar von Leser Sir Thomas Morus habe ich mich jetzt doch mal zum SWR-Religions-Blog begeben und einen Blick riskiert.

Alles, was man darüber wissen muß und will, wird im letzten Absatz dieses Artikels zum neuen Jesus-Buch des Papstes gesagt:
    Ich finde ja, der Papst hätte momentan einige wichtigere Baustellen zu bearbeiten als sein theologisches Erbe zu veröffentlichen. Mit diesem Buch wird er weder die Theologie noch die Welt verändern – mit neuen Impulsen in Sachen Zölibat, Frauen im Priesteramt und liberalere Sexualmoral allerdings sehr wohl.
Nun, es scheint doch ganz so, als hielte die Tatsache alleine, daß man mit seinen Texten weder Theologie noch Welt verändert, niemanden von der Veröffentlichung zurück, gelle?

Kommentare:

Tiberius hat gesagt…

Sehr geil auch der Kommentar über das Lachen in der Kirche.

Kurzfassung: Bei Katholens war Lachen verboten. Echte Miesepeter. Dann kam zum Glück die Reformation und hat für Stimmung gesorgt! Der Kurs hieß: Lachen lernen mit Calvin und Konsorten.

Oh Herr, will ich ausrufen, wirf doch ein gutes Buch über die Geschichte des Protestantismus vom Himmel. Auch mal was zur Kulturgeschichte. Nicht das manche denken, den großen Spaß hätte es auch schon vor Huber, Bittlinger und Käßmann gegeben.

Alipius hat gesagt…

Also über diesen Lachen-Artikel konnte ich gar nicht lachen, ich alter Kathole ;-D

curioustraveller hat gesagt…

In der Kirche wird nicht gelacht? Scheint mir nicht von Origenes zu stammen, eher aus dem Roman "Der Name der Rose". Schon mal was von "risus paschalis" gehört? Wenn Christen keinen Grund zum Lachen hätten, wer soll ihn dann haben?
Wer bei den Reformatoren nach Humor sucht, der sollte eher Luther lesen. Dass Calvin so viel Humor hatte wie Claudia Roth ästhethische Ausstrahlung, ist weithin bekannt.

curioustraveller hat gesagt…

Oh, und was das Buch des Papstes anbelangt: Mag sein, dass es die Welt nicht verändern wird. Aber es wird Tausenden von Christen (nicht nur katholischen) Mut machen, trotz aller Widerständer der Gesellschaft, trotz dem verlockenden Zeitgeist, trotz aller Memorandeure und trotz aller historisch-kritischen Versuche, die Schrift mundgerecht zu machen, an der Wahrheit des Evangeliums festzuhalten.
Ich habe Band 2 noch nicht gelesen; er liegt allerdings schon auf meinem Schreibtisch. Band 1 gehört in vielerleit Hinsicht in der Fachliteratur zum Besten, was ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe. Ich wünschte mir mehr Theologen dieses Formats auf der protestantischen Seite des Zauns ...

Elsa hat gesagt…

Und ich wünsche mir mehr Protestanten wie Dich, curious :-) (Falls Du es noch bist, ich kann es manchmal gar nicht glauben.)

Le Penseur hat gesagt…

Darf ich da ganz keck einen Link von Pfarrer Dr. Hermann Detering, Berlin, einschmuggeln?

*abduck & eilends weglauf*

:-D

Alipius hat gesagt…

@ Le Penseur: Gibt doch keinen Grund zu rennen! Detering selbst liefert doch mindestens drei Fragmente, die ich unterschreiben kann: Das Silesius-Zitat (allerdings katholisch "sowohl... als auch..." verstanden und nicht kritisch "entweder... oder..."), der Vorbehalt gegenüber seinen eigenen Einsichten("... mögen sie richtig oder irrig sein...") und die Tatsache, daß "Glaube und historische Kritik zwei ganz verschiedene Dinge sind..." ergeben einen Mix, mit dem ich persönlich sehr gut leben kann.

wrtlx hat gesagt…

Es dürfte kaum was bringen mit Kommentaren im SWR-Blog aufzumucken. Die veröffentlichen anscheinend nur, was ihn ihren Kram passt.