Dienstag, 12. April 2011

Sonntagsmorgens, halbzehn in Deutschland...

Von einem Leser stammt diese stichwortartige Zusammenfassung einer Heiligen Messe, die am vergangenen Sonntag in einem Bistum, welches ungenannt bleiben soll, stattfand:
    Im Altarraum: 2 Meßdiener, 2 Frauen + 1 Mann in Talar+Rochett, 1 Priester

    5. Fastensonntag: Kreuz ist nicht verhüllt. Der Altarraum festlich geschmückt. Großes Blumengesteck auf dem Altar.

    Einzug in 2er Reihen, P und eine Frau gehen nebeneinander.

    Gemeindeglieder tragen eine Erläuterung eines Teils des Hungertuches vor.

    Nur eine Lesung (1. Lesung). Evangelium: es gibt keinen Abschluß mit "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.". Der P benutzt eine selbst formulierte Wendung.

    Predigt: entfällt. Statt dessen lesen 2 Frauen aus der Gemeinde Meditationen zum Hungertuch. Zu jedem Gedanken werden von einem Kommunionhelfer Pappschilder im Altarraum aufgestellt ("bin hungrig", "bin obdachlos" ...). Nach den Meditationen soll "in einer Zeit der Stille" über diese Situationen nachgedacht werden während vor den Schildern Kerzen entzündet werden. Die "Stille" bestand aus dem Abspielen von Meditationsmusik von einer CD.

    Präfation: hinzufügen eigener Worte (z. B. "heute morgen hier in dieser Kirche").

    Hochgebet: nach den Wandlungsworten war das Hochgebet ein Eigentext des Priesters. Kurze Gedanken auf Grundlage der Bitten im HG wurden formuliert, die Gemeinde antwortet mit einem kurzen gesungenen Vers. Das diesem "Hochgebet" zugrundeliegende HG konnte allerdings nicht identifiziert werden.

    Keine Einladung zum Friedensgruß, aber ausgiebiges Händeschütteln im gesamten Oratorium. P verläßt dazu den Altar.

    Kommunion wird noch vor der Priesterkommunion an die Meßdiener und Kommunionhelfer ausgeteilt.

    Einladung zur Kommunion: "wir werden die Kommunion als Tischgemeinschaften empfangen". Das ging dermaßen vonstatten, daß die 3 Kommunionhelfer einer Reihe von Gläubigen die Kommunion ausgeteilt haben und der P vom Altar ein kurzes Segensgebet gesprochen hat. Dann war die nächste "Tischgemeinschaft" an der Reihe. Es gingen ca. 50-80 Personen zur Kommunion.

    Auszug: P und Kommunionhelferin gehen wieder nebeneinander.
Wild...

Kommentare:

Andrea hat gesagt…

Ich würde mal sagen, da stehen "Wildes" und meiner Meinung nach ausgesprochen Undramatisches fröhlich beieinander.

Anonym hat gesagt…

immerhin, keine pappmaché-puppen ...

Sponsa Agni hat gesagt…

Oooch, ich wär mir sicher, in welche Gemeinde ich gehen müsste, um das mehr oder minder fast jeden Sonntag so zu erleben.
Aber da gehe ich natürlich nicht hin...

Traurig, das.

Roger hat gesagt…

Ganz normal oder nicht?

Wir habe noch viel strüberes am Samstag beim Vorabendgottesdienst und der Tauferneuerung der Erstkommunikanten erlebt. Details möchte ich nicht schreiben, es war traurig genug.

Bei uns war Sonntag nur ein Öki-Gottesdienst mit Unterhaltung durch Andi Weiss. Nicht die Spur von Passionssonntag.

Michael hat gesagt…

Hm, heute, Oxford, Church of England, an einem Wochentag.
Alles verhüllt, Schuldbekenntnis zu Beginn.
Eine Messdienerin, nichts albernes beim Friedensgruß. Chorschranke. Kommunionausteilung (durch den Priester, versteht sich) an kniende Gemeinde.

Ich könnte natürlich leicht ein paar Dinge nennen, die nicht katholisch sind, aber dass man sich hier als 'higher than the Romans' versteht wundert mich nicht wirklich.

wrtlx hat gesagt…

Hm, ich würde Ross und Reiter, sprich die Kirchengemeinde schon nennen, bis auf das kurze "Wild" amd Ende war ja keine Wertung dabei.
Nein, ich bin nicht neugierig, aber interessieren täts mich schon :)
Insgesamt spricht die Schilderung für die Gleichgültigkeit den NOM ordnungsgemäß zu feiern.
Schlimm ist eigentlich nur, dass diese Gleigültigkeit medial so oft mit dem allgemein positiv besetzten Attribut "modern" versehen wird.

Zum Thema Gleichgültigkeit: Ich finde es bezeichnend, dass der blogspot promissapaulina, der wohl als Gegenpart zu promissatridentina gedacht war seit 2009 keinen blog-Eintrag mehr hat.

Anonym hat gesagt…

Für mich ist sowas inzwischen unerträglich. Wenn mir so etwas "zustößt", gehe ich einfach. Ich bin nicht auf der Welt, um mich zu nerven. Und eine ersprießliche Andacht ist mir unter solchen Umständen schon wegen des Blutdruckes nicht mehr möglich.
Was die Anglikaner anlangt: An der HighChurch können sich viele kathol. Gemeinden inzwischen echt ein Vorbild nehmen. Eigentlich peinlich.

Katharina hat gesagt…

Genau das gleiche ging in unserer Gemeinde letzten Sonntag ab...
Nur mit dem Unterschied, das zwei Kommunionshelfer hinten an der Eingangstür die Kommunion austeilten, damit die hinteren Reihen nicht so einen langen Weg nach vorne haben.

Teresa hat gesagt…

Wieso Ross und Reiter nennen? Die beschriebenen Dinge gibt es landauf landab zu sehen. Könnte in meiner Heimatpfarrei sein, war lange nicht mehr da ...

Anonym hat gesagt…

Einer unserer Alt68-er meinte: "Dieser Papst fährt die Kirche an die Wand." Er fände das sicher nachahmenswert. Hat Theologie studiert und verehrt H. Küng. Wer wundert sich da noch. Man kann nur den Kopf schütteln und beten.