Samstag, 9. April 2011

** lach **

Die Jungs und Mädels von der Giordano-Bruno-Stiftung sind ja immer wieder mal für ein unterhaltsames Minütchen gut. Was Burkhard Wepner allerdings bereits im November 2009 geliefert hat, das ist preisverdächtig. In seinem Artikel gegen Kardinal Meisner, Kirche und Religion schreibt er zu Beginn:
    Der Rhein führt zu unterschiedlichen Zeiten witterungsbedingt mal Niedrigwasser, mal Hochwasser. Auch in Köln. Wenn man aber den Wasserstand des Flusses als Metapher für sachliche Kompetenz, intellektuelle Redlichkeit und argumentative Lauterkeit heranzuziehen wagt, so müssten wohl immer dann, wenn sich Kardinal Meisner zu Wort meldet, sämtliche Schiffe vor Köln auf Grund laufen, so flach wäre das Gewässer in solchen Zeiten. Allerdings weiß man auch, dass bei extremem Niedrig­wasser die Konzentration an Giftstoffen besonders hoch ist.
Der malt so schöne Bilder mit seinen Worten, da war ich gleich gefesselt und las den ganzen, quälend langen, wortgeblähten Artikel. In diesem finden sich auch folgende Sätze:
    Soll also ein in Dogmen gegossenes Wunschdenken aus der Vorstellungswelt einer Wüstensekte mit skurrilen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen, deren Auswirkungen außerdem eine furchtbare Blutspur durch die Geschichte der Menschheit gezogen hat, soll also die steinerne Manifestation (Kirche) dieses ethisch weitgehend untauglichen Weltbildes mit seiner Schamanenkaste, die sich im Besitz „ewiger Wahrheit“ wähnt, soll dies alles also ernsthaft ein Ort sein, zu dem hin sich verantwortungsvolles und vorurteilsfreies Denken (um das natürlich immer wieder neu gerungen werden muss) und Suchen nach wissenschaftlicher Erkenntnis bewegen sollte?

    ...

    Aber viel wichtiger zu beachten ist das Problem, dass allgemein anerkannte ethische Werte, wie z.B. die Menschenrechte, die in überragender Weise von Persönlichkeiten entwickelt wurden, die sich religionsfrei der Aufklärung verpflichtet sahen, von den Kirchen, trotz ihres ursprünglichen Widerstandes gegenüber diesen, heute vereinnahmt werden und somit diese Werte den Geruch des „nicht so ganz ernst zu nehmenden“ verleihen, gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, die zu recht religiösen Hokuspokus ablehnen und diese Werte dann fataler Weise aber dort subsumieren.
Und zur Erinnerung nochmal:
    "... sachliche Kompetenz, intellektuelle Redlichkeit und argumentative Lauterkeit..."
ROFL!

Kommentare:

Michael hat gesagt…

@Alipius

"Der malt so schöne Bilder mit seinen Worten, da war ich gleich gefesselt und las den ganzen, quälend langen, wortgeblähten Artikel."

Was soll man als Angegriffener anderes tun, als katholischen Amokläufern die abgefeuerte Schrotflinte aus ihren Händen zu reißen und sie eloquent zu demontieren?

Meisner's unselige Allerheiligen Predigt war übrigens fast genauso lang wie der erwähnte Artikel.
Und Wortblähungen kenne ich eigentlich nur von theologischer Seite. Die Sprache von Herrn Wepner ist zwar bildlich, aber sowohl der Inhalt, wie auch die Bilder sind sehr zutreffend.

Mir scheint auch deine Kritik an fehlender "... sachliche Kompetenz, intellektuelle Redlichkeit und argumentative Lauterkeit..." im Vergleich mit der Meisner Predigt ein glatter Rohrkrepierer zu sein.

Herrn Müller aus Regensburg wurde das "unrichtige, verfälschte oder entstellte" Wiedergeben von Äußerungen Dritter ja auch schon gerichtlich bescheinigt.
Meisner war da schlauer und beschränkte sich auf den angelsächsischen Bereich.

P.S.
Lernt man solche Schmierentaktiken der M&Ms eigentlich im Apologetik-Seminar, oder sublimiert man damit seinen sexuellen Frust?

Gruß, Michael

Alipius hat gesagt…

@ Michael: Und nochmals... ** lach ** (dieses Mal mit einer gehörigen Portion Schenkelklopfen obendrauf)

Michael hat gesagt…

@Alipius
Ich hoffe, du lachst mich an und nicht aus? ;-)

Alipius hat gesagt…

Beantworte Dir die Frage doch einfach selbst, nachdem Du das neueste Posting gelesen hast.

Johannes hat gesagt…

Das macht mich ja jetzt grübeln. Machts die Masse? 83 Wörter, sechsfache Satzverschachtelung sowie ein dutzend Vorurteile in einem einzigen Satz. Ist es das, die Eloquenz?

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Man mag das zwar als Nebensache betrachten, aber mit der Identifikation "Wüstensekte" findet Herr Wepner womöglich ganz neue Freunde: Im rechtsextremen Lager. Bei Neonazis ist das eine beliebte Bezeichnung für Juden- und Christentum.

Pro Spe Salutis hat gesagt…

Und wenn die Fakten hinter den Worten nicht so entsetzlich wären, dann könnte das Gerede von der Blutspur des Christentums geradezu belustigend sein, seit die erste effizient-moderne Tötungsmaschine ausgerechnet (am Himmel lachte die Sonne der Aufklärung) im Kontext der Französischen Revolution konstruiert wurde. Von den selbsterklärt religionsfreien Totalitarismen der jüngeren Vergangenheit ganz zu schweigen, die in je eigener Weise ihrerseits Kinder der atheistischen Aufklärung sind.