Freitag, 29. April 2011

Horizontale Glaubensverkündigung

Kardinal Meisner im Interview mit der Zeitung „MUT. Forum für Kultur, Politik und Geschichte“ (via kath.net):
    Wir haben unsere Glaubensverkündigung zu horizontal ausgerichtet: „Komm, Du brauchst nur Deinen Nächsten lieben, dann ist alles in Ordnung. Was darüber hinaus noch verkündet wird, ist alles zweitrangig.“ An erster Stelle steht aber das Gebot der Gottesliebe, und dann kommt das der Menschenliebe. Das enorm Neue im Neuen Testament ist das kleine Wort „gleich“: „Ein zweites Gebot ist dem ersten gleich: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und zwar weil Gott Mensch geworden ist, sich mit uns identifiziert. Aber wenn ich nur auf das zweite Gebot schaue, verliere ich das erste, und damit verliere ich Gott – und dann den Menschen – aus dem Blick.

Kommentare:

Stegi hat gesagt…

Meisner for President.

Mein ich ernst- nähmen wir an, der Gute wäre 10 Jahre jünger...

kalliopevorleserin hat gesagt…

Von meinen agnostischen Eltern habe ich den Blick auf den Menschen, d.h. Nächstenliebe und Toleranz, gelernt. Also kann es nicht stimmen, daß, wer nicht an Gott glaubt, den Nächsten aus dem Blick verliert.

Alipius hat gesagt…

@ kalliope: Ich denke, man kann es in keine der beiden Richtungen verallgemeinern. Was ich schon sehe ist, daß dort, wo es in der Geschichte gegen den christlichen Gott ging, oft auch die Menschen nichts mehr zu lachen hatten.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Das ist wahr. Allerdings geschah ebenso Unerfreuliches, wo Gott (gleich in welcher Religion) auf irgendeine bestimmte Idee reduziert wurde. Religiöser und areligiöser Fanatismus sind im Effekt genau gleich ekelhaft. Hingegen ist soziales Handeln und Freundlichkeit gut, gleich ob der Handelnde nun irgendeiner Religion angehört oder nicht.