Freitag, 8. April 2011

Heute bei meinen Firmlingen...

Ich bequatsche mit den fünf Jungs das Thema Beichte und nehme ein wenig Durck aus der "Aber ich war doch seit der Erstkommunion fast gar nicht mehr!"-Panik, indem ich erkläre, daß alle fünf zwei Tage vor der Firmung bei mir Beichten können, also bei einem dann frisch gebackenen Priester, den sie ein wenig kennen.

"Oh, okay! Das ist ja cool!"

"Weiß gar nicht, was ich beichten soll..."

"Ich auch nicht..."

Ich versprechen den Fünfen, sie so vorzubereiten, daß sie am Tag der Beichte ziemlich genau wissen werden, was sei beichten sollen.

"Oh, danke!"

Ich erkläre, daß wir dann rübergehen in das Beichtzimmer der Kirche.

"Wie jetzt, 'Beichtzimmer'? Was ist denn mit dem Beichtstuhl?"

"Wird der repariert?"

Ich erkläre, daß die Beichtstühle in vielen bzw. den meisten Kirchen entfernt und durch Beicht- oder auch Begegnungszimmer ersetzt wurden.

"Aber das ist doch voll doof!"

"Ja! Beichtstühle sind urcool!"

"Man guckt dem Priestder da auch nicht ins Gesicht, sondern sieht ihn nur so von der Seite und das auch nur durch ein Gitter."

"Da ist da Beichten doch bestimmt einfacher!"

Also, eine gewisse Intuition scheinen die Buben ja zu haben...

Kommentare:

curioustraveller hat gesagt…

Man meint, Schwester Robustas Pimpfe reden zu hören ...

Alipius hat gesagt…

** grins **

Stimmt!

Stegi hat gesagt…

die haben recht.

"Begegnungszimmer" ich verabscheue Pastoralreferentendeutsch- und Pastoralreferenten, versteht sich.

Admiral hat gesagt…

Is ja cool. Deine Pimpfe wollen einen Beichtstuhl statt Beichtzimmer. Respekt! Und die Frage was man wohl beichten soll hat doch wohl jeder, mit oder ohne gute Vorbereitung.

Eine meine emotionalsten Beiche:
Es war auch vor der Firmung. Der Pastor (in dem Fall schon recht alt) hatte einen Stuhl vor dem Altar aufgebaut mit Kissen zum hinknien davor und umarmte uns bei/nach der Lossprechung. (Bevor jetzt falsche Gedanken kommen: es war eindeutig eine gütige Umarmung und absolut nichts, was irgendwie anders gedeutet werden konnte).

Am nächsten Tag hatte ich trotzdem ein schlechtes Gewissen, weil mir eingefallen war, daß ich was vergessen hatte....... :-)

Alle anderen haben bei mehr oder weniger schönen Klampfenmusik im hinteren Teil der Kirche auf ihren Moment gewartet (man konnte also von vorne nichts hören, das Beichtgeheimnis blieb natürlich gewahrt).

Der Unterschied hier zu einem Beichtzimmer: es ist trotzdem öffentlich gewesen, also kein Verschwinden in einem Zimmer.

Imrahil hat gesagt…

Es ist ja so, daß heute oft seltsamerweise eine Verwirrung darüber zu bestehen scheint, was denn nun genau anspruchsvoll, und was angenehm ist.

Man mag viel über den Sinn und Unsinn von niederschwelligen Angebote etc. pp. diskutieren. Aber erstmal muß uns klar sein, daß der Beichtstuhl das niederschwellige, und das Beichtzimmer das hochschwellige Angebot ist. Nicht umgekehrt. Wer das Beichten angenehmer machen will, muß ein Kniepolster in den Beichtstuhl hineinlegen (ohne Kommentar, ob das nun angesichts des Bußcharakters sinnvoll ist).

Teresa hat gesagt…

Ja, also dann Putzeimer und Wischmob wieder in den Besenschrank verlagern (vorher noch einmal durchgewedelt)und los geht's.