Freitag, 1. April 2011

Fastenopfer-Videos...

... mit verstörenden Inhalten der getanzten und/oder mit der Gitarre begleiteten liturgischen Art scheinen im Moment in zu sein.

Daher ist heute ein guter Tag um kurz dieses loszuwerden: Gitarrengeklimpere und sich bewegende Körper kann ich an jeder Straßenecke in jeder europäischen Großstadt zu jeder Tages- und Nacht-Zeit auch bekommen. Nur motiviert und gut!

Bei allem oft dahintersteckenden guten Willen und bei aller Mühe, die die Beteiligten sich zweifelsohne während der Proben machen, komme ich dennoch nicht umhin, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren, daß künftig der Schuster bei seinen Leisten bleiben möge, so daß die Entertainer das Enterntainment übernehmen, während aus "Gestaltern" katholischer Messen vielleicht einfach nur Zulasser oder gar Ermöglicher katholischer Messen werden.

Kinder muß man in der Kirche nicht ködern. Die fahren auf alles ab, was anders ist, besonders auf das Geheimnisvolle (also das nicht Alltägliche, also das nicht Gitarrenklingende oder Schleierschwingende). Jugendliche kriegt man mit Sakro-Soft-Pop und mittelalten Damen in langen, weißen Gewändern hinter keinem Ofen hervor. Und die einzigen Erwachsenen, die so richtig auf das Zeugs abfahren scheinen mir auch meistens die zu sein, die es vorführen.

Also laßt es (vorzugsweise) oder macht es wenigstens richtig gut.

Merci.

Kommentare:

Imrahil hat gesagt…

Es sei Dir zugestanden: Das, was man so gerne "rhythmische Lieder" nennt - es muß ja nicht gerade Soft-Pop sein, bitte vor allem kein Xavier Naidoo, sondern kann auch rockiger sein, z. B. I will follow him oder andere "Schlager" - bringt die Leute nicht in die Kirche.

Aber es ist meiner Ansicht nach nichts dagegen zu sagen, wenn Leute das machen, weil es ihnen Spaß macht.

(Ich warte aber noch drauf, daß mal eine Novembermesse mit Johnny Cashs "The Man Comes Around" gestaltet wird. In der Kneipe kann man sich das wünschen und wird nicht einmal komisch angeschaut.)

Alipius hat gesagt…

@ imrahil: Vielleicht war ich bisher einfach immer in den falschen Messen, aber ich warte unter anderem auch darauf, bei solchen Aktionen in den Gesichtern der Darbietenden mal "Wir haben hier grade Spaß!" lesen zu können.

Imrahil hat gesagt…

Sagt Dir die Jugend 2000 was?

Anonym hat gesagt…

Genau das! Ausser todernsten Gesichtern, die wohl Weihevolles ausdrücken sollen, kommt da nichts rüber. Ich hatte in dem Zusammenhang letzten Herbst ein nettes Erlebnis: Eine Bekannte, Ende 50, katholisch aufgewachsen, nach ihrer Jugend kirchenfern geworden, nähert sich gerade wieder etwas dem Kirchlichen an. Sie arbeitete unter anderem auch als Dramaturgin - versteht also etwas von Inszenzierungen. Sie besuchte also erstmals wieder eine hl. Messe in einem katholischen Bildungshaus, in welches sie wegen eines Kurses geraten war. Wie es der Zufall eben wollte, führte gleich zu Beginn eine Jungseniorengruppe einen liturgischen Tanz auf. Man schritt weihevoll um den Altar. Ich packe sowas ja nicht und ergriff sofort die Flucht. 10 Minuten später kam die Bekannte und sagte nur: "Mann, Mann, was ist die katholische Kirche auf den Hund gekommen seit ich das letzte Mal da war."
Ihre weiteren Ausführen als Fachfrau: Inszenierung des Banalen.

Dorothea hat gesagt…

@Alipius
Ich stimme mit Dir überein, daß es auch ein Mangel an Professionalität ist der solche Schleiertänze peinlich macht aber das Schlimmste dabei finde ich eigentlich, daß man meint man müsse seinen Glauben "besser verkaufen" indem man eine Performance dazu macht. Etwas was in vielen Gottesdiensten der nachkonziliaren Szene ja leider zum guten Ton gehört, und der größte Performer ist dann der Priester. Das vermittelt vor allem daß man seinen Glauben, Jesus Christus und seine Heilige katholische Kirche für so langweilig hält daß man ihn aufpeppen muß.

abitene hat gesagt…

du sprichst mir aus der Seele. Dieses ganze "moderne" Getue vergrault die Jugendlichen erst recht. Ist seicht und die Ehrfurcht geht flöten, das spüren die doch genau. Heilige Messe und Gitarrenmusik oder ähnlicher Pop, also da stehen einem die Haare zu Berge.

Und Imrahil: es geht ganz und gar nicht darum, dass wir "Spass haben" in der Messe.

Imrahil hat gesagt…

@abitene: Derartige Moralisiererei hättest Du Dir jetzt auch sparen können. Nix für ungut.

Imrahil hat gesagt…

@abitene: Nachtrag: Zumindest wenn Du Dich nicht nur auf Fasttage und Seelenmessen beziehst.

Anonym hat gesagt…

Ich bekenne: ich bin feig. Und stark schmerzempfindlich. Ich halte Gitarre-und-rhythmische-Lieder-Messen einfach nicht aus. Daher gehe ich in "gefährlichen Gegenden" regelmäßig in die Frühmesse, zu der Zeit sind die Klampfenschläger und Möchtegerntänzer nämlich meist noch nicht wach.

Wenn ich einmal doch in eine solche Messe gerate, bemühe ich mich - accepto in crucem - nur im Stillen zu leiden und der rhythmisierten Menge nicht den "Schbass" zu verderben.

Pompous Ass