Montag, 11. April 2011

"... die mediale Öffentlichkeit zu nutzen."

Auf der Webseite von Radio frei fand ich diesen Artikel zum Papstbesuch mit ganz überraschenden Inhalten:
    In Erfurt konstituiert sich derzeit ein offenes Aktionsbündnis für einen antiklerikalen Protest [Glöckchen läutet, Hund speichelt]. Auch religionskritische Gruppierungen werden den Besuch für landesweite Aktionen nutzen [** schnarch **]. Die säkulare, evolutionär-humanistische Stiftung Giordano Bruno in Mastershausen in Rheinland-Pfalz sieht den Besuch des Papstes als Chance, die mediale Öffentlichkeit zu nutzen [Was auch sonst? Solide Informationen zu bieten? Ernstzunehmende Beiträge zu liefern? Kreativ zu sein? Neues zu bringen? Aber natürlich Punkte für die Ehrlichkeit]. So könnten Schwierigkeiten der Kirche, speziell der katholischen, angesprochen werden [Ja, bitte-bitte! Macht das mal unbedingt! Erstens bleiben die Leute ja sonst ewig im Dunkeln und zweitens macht das sicherlich niemand so unvoreingenommen und sachlich wie Ihr!]. Beispiel sexueller Missbrauch und Gewalt gegen Kinder. Im vergangenen Jahr sei dies zwar thematisiert worden [Nee jetzt, echt?]. Dennoch habe die katholische Kirche es nicht ausreichend kompensiert [Code für: Diese Sau läßt sich locker noch dreimal im Sinne der "medialen Öffentlichkeit" gewinnbringend durch's Dorf jagen], sagt Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung [... und wegen seiner unverdächtigen Position zum Thema natürlich oberster Richter in allen kirchlichen Kompensationsfragen]: „Wir haben vor, ein richtiges Vatikantribunal [Man sieht förmlich, wie er sich selbst auf die Schulter klopft. Endlich mal jemand, der's anpackt...] zu machen. Das heißt, wir wollen wirklich aufdecken, was hat denn der Vatikan in den letzten Jahrzehnten oder im letzten Jahrhundert tatsächlich verbrochen ["... wirklich aufdecken..."? Ernsthaft? Vielleicht gar keine so gute Idee... Was, wenn die Ergebnisse aus säkularer, evolutionär-humanistischee Sicht nicht ganz so doll sein sollten? Naja, nicht, daß ich befürchte, daß solche Untersuchungen von der Giordano-Bruno-Stiftung nicht geflissentlich übersehen werden. Es geht ja schließich nur darum, die Leute vom Obskurantismus der Religionen, besonders der katholischen, zu befreien. Da darf man doch auch mal ein wenig verdunkeln...].“

Kommentare:

Klemens hat gesagt…

ich freu mich schon auf den papstbesuch in erfurt und werd, so klerikal es mir möglich ist, auch gerne auf dem domplatz ministrieren... ;)

wir könnten ja aus gegebenem anlass auch eine robert-bellarmin-stiftung gründen ;)
diese könnte mal aufzeigen (offen liegt es ja längst...) welche schmuddeleien sich unsere humanisten so geleistet haben.

Johannes hat gesagt…

Schon öfter gesagt, sei nochmal erwähnt, dass es ein guter Rat ist, gewisse Leute nur lange genug reden zu lassen. Viel Redezeit ist das Mittel der Wahl, denn mit jedem Wort offenbaren sich die Menschen. Mit der Zeit offenbart sich, wes Geistes Kind die Leute sind ;)

thysus hat gesagt…

Gegen den geifernden Irrsinn dieser Leute erscheint mir der historische Giordano Bruno als die reinste Betschwester.

Alex hat gesagt…

Roberto Bellarmino Stiftung? Cool, wenn ihr noch völlig unmündige unaufgeklärte, denkfaule Mitglieder braucht- ich bin dabei.

Anonym hat gesagt…

Wenn die Stiftung vielleich noch einen Freundeskreis des hl. Alphons Liguori oder des hl. Pfarrers von Ars gründen wollte, dann könnten wir womöglich erleben, daß es Giordano Brunos selbsternannten Erben nicht nur die Sprache verschlägt, sondern u.U. auch noch anderes.

ad Alex:
Unmündig, unaufgeklärt, denkfaul - welche Kriterien für die Mitgliedschaft brauchen wir sonst noch? Hmmm ... latinisierend? Weihrauch schnüffelnd? die andere Backe hinhaltend?

Pompous Ass

Alex hat gesagt…

Latinisierendes, psalmodierendes, Weihrauch schnüffelndes, Rosenkranz schwingendes Muttergottessöhnchen- gerne, das sind erfüllbare Kriterien Nur die andere Backe hinhaltend klappt noch nicht so gut....hat halt nicht jeder ein pompöses Gesäß ;-)

Michael hat gesagt…

Da scheint sich der Wahlspruch von Georg von Frundsberg zu bewahrheiten.
Beachtlich, obwohl die GBS erst seit 2003 existiert.

Atheisten sind nach Eurem Gusto nur gute Atheisten, wenn sie Zuhause bleiben und das Maul halten.
Das werden sie aber nicht, so lange bis Religion endlich Privatsache und deren Sonderbehandlung aufgehoben wird.
Gewöhnt Euch daran.

Gruß, Michael

Michael hat gesagt…

@Alle

Nachtrag zu:
"[Code für: Diese Sau läßt sich locker noch dreimal im Sinne der "medialen Öffentlichkeit" gewinnbringend durch's Dorf jagen]"

Frisch auf den Tisch. Die nächste Sau(erei):
http://www.youtube.com/watch?v=tHln7nZz3Rs&feature=player_embedded#at=389

Gruß, Michael

Alipius hat gesagt…

@ Michael: "Atheisten sind nach Eurem Gusto nur gute Atheisten, wenn sie Zuhause bleiben und das Maul halten." Blödsinn. Atheisten sind gute Atheisten, wenn sie sich wie die aufgeklärten Menschen benehmen, die sie zu sein vorgeben. Das Gejammer auf Knopfdruck, die Verdunkelungen und die Instrumentalisierung wirklicher und angeblicher "Verbrechen" der Kirche sind einfach nur matt.


"Frisch auf den Tisch"? Die Geschichte ist doch schon seit Jahren bekannt und wird von Peter Wensierski seit der Veröffentlichung seines Buches "Schläge im Namen des Herrn" (2006) im SPIEGEL immer wieder verkaufszahlenfördernd nachgekocht.

Wie dem auch sei: Es ist fürchterlich, was den Kindern angetan wurde. Ich hoffe, die Atheisten und Humanisten und Säkularisten besitzen genügend Respekt vor diesem Leid, um es in ihrer Anti-Kirchen-Litanei nicht allzu selbstschmeichlerisch und plärrend zu instrumentalisieren.

Michael hat gesagt…

@Alipius
Hier geht es aber nicht um das Buch von 2006 bzgl. Kinderheime, sondern um Einrichtungen für Säuglinge.

Ich weiß nicht, ob der Begriff "Gejammer" hier wirklich angebracht ist. Eher eine ohnmächtige Wut auf die unsägliche Doppelmoral kirchlicher Institutionen und gewisser Personen.
Es wundert mich so langsam nicht mehr, wenn auf Pro-Life Veranstaltungen die Kreuze in die Spree fliegen, obwohl ich solche Verhaltensweisen auch verabscheue.

Ich frage mich auch, welche Reaktion du von Atheisten, Humanisten und Säkularisten erwartest, ohne sich dem Vorwurf der Instrumentalisierung auszusetzen?

Wäre interessant zu erfahren.

Gruß, Michael

Alipius hat gesagt…

@ michael: Es geht genau um die (übrigens vom Staat) in den 50ern bis 70ern in staatliche und kirchliche Heime eingelieferten Kinder und Babies und die schreckliche Behandlung, die diese dort erfuhren. Wenn Du jetzt auch noch hier anfangen wilst, Haare zu spalten, werden wir nicht weit kommen.

Was ich von Atheisten erwarte ist - neben der Entrüstung, die ich ihnen natürlich zugestehe - daß sie sich nicht ständig im Sinne der Aufklärung saublöd stellen, so tun, als hätten Kirche und Religion nur eine dunkle Seite und als seien der Atheismus oder die Religionsfeindlichkeit Phänomene, die mit vollkommen unblutigen Händen dastehen und sich daher irgendeine Richterrolle anmaßen dürfen.

Ich habe in einer unserer anderen, endlos ermüdenden Debatten bereits einmal erwähnt, daß mir das Phänomen Atheismus bedeutend besser runterginge, wenn dort nicht ständig nur jammernd und selbstgerecht und aggressiv mit dem Finger auf andere gezeigt wird, sondern wenn mal Vorschläge kommen, wie man den Teil der Bevölkerung, dem der Glaube ganz offensichtlich etwas bedeutet, mit dem Teil der Bevölkerung, der keinen Gott kennt, zusammenbringen kann, um GEMEINSAM für eine gute Gesellschaft und Zukunft zu sorgen. Wenn Ihr so aufgeklärt und frei und verstandgesteuert seid, dann fällt Euch da vielleicht mal irgendwann irgendetwas ein. Die Kirche jedenfalls bewegt sich - langsam, wie es ihre Art ist, aber dennoch beständig - auf ihre Schuld zu und tut nicht so, als sei da nie etwas gewesen.

Anonym hat gesagt…

Lieber Michael,

für einen lauen Christen ist ein tugendhafter Heide die ärgste Provokation; das ist nicht neu, sondern seit der Spätantike bekannt.

Gute Atheisten ... hm. Dazu fällt mir, um mit Karl Kraus zu sprechen, nichts ein.

Zur Giordano Bruno Stiftung kann einem dagegen einiges einfallen - "Trittbrettfahrer", z.B. Oder "verzweifeltes Heischen nach Aufmerksamkeit", oder kürzer "Ich will auch!".

Ich finde es ja vielsagend, daß sich die Stiftung ausgerechnet nach diesem Menschen benannt hat. Zu seinen philosophischen Ansichten brauche ich Ihnen nichts zu schreiben, da werden eher Sie mich belehren können; aber als Mensch war er, nach allen hinterlassenen Zeugnissen, ja, was? Am ehesten widerwärtig zu nennen.

Um einem der beliebten Was-wäre-wenn-Spiele zu frönen: Wäre ich damals in der Römischen Inquisition zuständig gewesen, so frage ich mich: Wäre mir dieser Mensch wirklich die Ladung Holz für den Scheiterhaufen wert gewesen?

Extremely pompous, diesmal.

Pompous Ass

Imrahil hat gesagt…

Irgendein mehr oder weniger berühmter Mann, ich weiß jetzt nicht mehr wer, hat gesagt: "Es ist in dem, was man Religionskritik nennt, schon eine Erbärmlichkeit, daß sie einem leid tun können" oder so ähnlich.

Lieber Michael, wo siehst Du denn die Doppelmoral? Daß alle Beschäftigten an Instituten kirchlicher Trägerschaft Musterbilder an Heiligkeit, oder auch Musterbilder an Gesetzestreue seien, hat die Kirche nie behauptet! Wo ist dann die Doppelmoral, wenn sich das mal irgendwo tatsächlich herausstellt? Und wie hätte man denn im großen und ganzen bitteschön anders reagieren können, als man es getan hat? Hätte man Mt 16,18 Lügen strafen oder Ex 20,13 zuwiderhandeln sollen?

>>Welche Reaktion du von Atheisten, Humanisten und Säkularisten erwartest?

Ich weiß ja nicht ob jemanden interessiert welche Reaktion ich erwarte, aber: Mitleid mit der Kirche. Ich würde auch gegen ein bißchen Schadenfreude nichts ernsthaft einwenden können, aber, wie man es mit Schadenfreude halt so macht, bitte nichtöffentlich daheim. Wo steht denn geschrieben, daß Gegner einander unbedingt niedermachen müssen? Sultan Saladin soll dem König Löwenherz mal das Pferd für den Kampf geschenkt haben.