Donnerstag, 28. April 2011

Blärgh



An der Jesuitenkirche in Wien wurde offenbar nicht nur mit dem berühmt-berüchtigten Lego-Kreuz experimentiert. Im Rahmen eines Kunstprojektes mit dem Namen Position:Gegenwart gab es dort auch einmal - passend zum Kreuz - Patene und Kelch aus Legosteinen. Diese wurden einmal benutzt (Sagt der Künstler zum Priester (1:15): "Das hab' ich sehr couragiert und mutig gefunden"... He? Was hat er gegen "beherzt, furchtlos, schneidig, unerschrocken, wacker, mannhaft" etc?) und dann aus dem Verkehr gezogen (Augenbluten ab 1:38, wo der Lego-Kelch während einer Messe zu Pfingsten 2004 in Aktion gezeigt wird).

Lego-Künstler Erjautz ab 3:10: "Lego und Religion verbindet der Versuch, Weltmodelle herzustellen, Haltungen zu produzieren... Religion unternimmt den Versuch, bestimmte Vorstellungen als Stütze zu definieren... Ich wollte einen Gegensatz setzen zum Gold, zur Macht, zum Licht, etwas, was nicht mit Kelchen, die mit Juwelen besetzt sind, vergleichbar ist, sondern ein Material verwenden, das eigentlich banal ist".

[** handfläche -> stirne / kopf -> tischplatte **]

Wie während des gesamten Videos das Banale, Häßliche und Unwürdige rationalisiert werden soll, das ist schon ein deutliches Symptom. Schade, daß zwischen den Zeilen irgendwie die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten gegen Mut ausgespielt wird.

"Leib und Blut Christi? Ach komm, das wird doch nur so gesagt... Zeig mal Courage und tu das Zeug in Plastikbehälter, egal, was die Kirche vorschreibt. Dein Status als hip Zweifelnder und rebellisch Experimentierender steht auf dem Spiel!"

Kommentare:

Klemens hat gesagt…

diese krawattiner -.-

Phil hat gesagt…

"Lego und Religion verbindet der Versuch, Weltmodelle herzustellen, Haltungen zu produzieren... "

Aha. Eigentlich ein nettes Spiel:

x und religion verbindet y, wobei x irgendwas ist, was NICHTS mit Religion zu tun hat und y irgendein vollkommen Schwachsinnniger Pseudovergleich.

Wie wärs?

"Spaghetti und Religion verbindet, daß es sehr verworren, aber dennoch genüßlich für die Sinne ist"

"Fahrradpumpen und Religion verbindet, daß sie Hilfen darstellen, wenn einfach mal die Luft raus ist"

"Eine richtige Wasserbombe und Religion verbindet, daß man oft den Drang hat, abrupte Zeichen zu setzen."

Eigentlich ein witziges Spiel. Der Unterschied: Ich meine es nicht ernst.

Yon hat gesagt…

Einen Gegensatz zum Licht hat er da wohl gesetzt, ja. Das ist ihm geglückt.

Dorothea hat gesagt…

Blärgh! unterschreib ich.

Alipius hat gesagt…

@ Phil: LOL! Prima Beispiele!

@ Yon: Genau der Satz schoß mir auch durch den Kopf, als ich das mit dem Licht hörte!