Donnerstag, 28. April 2011

Berühmte letzte Worte?

Christopher Hitchens bleibt hart. Mit einem Bein im Grab, durch den Speiseröhrenkrebs mittlerweile seiner Stimme beraubt, erklärt er in einem Brief an seine atheistischen Mitstreiter:
    "Our weapons are the ironic mind against the literal; the open mind against the credulous; the courageous pursuit of truth against the fearful and abject forces who would set limits to investigation (and who stupidly claim that we already have all the truth we need)"
Weiterhin berichtet der Artikel:
    Hitchens described the face of religion as "nuclear-armed mullahs" and "insidious campaigns" to teach "pseudo-science" in U.S. schools.
Das Antlitz der Religion sind auch die Menschen, die nicht nur dafür beten, daß Hitchens eine Bekehrung erfahre sondern auch (Vorsicht! Gefährliche Schnittstelle zwischen dem ironischen und dem buchstabengetreuen sowie dem offenen und dem vertauensseligen Verstand!) dafür, daß er geheilt werden möge.

Kommentare:

Yon hat gesagt…

Ich fühl mich von diesen Gegensatzpaaren irgendwie einfach nicht angesprochen. Aber vielleicht fehlt es mir ja auch nur an edler Selbsterkenntnis.

Es tut mir leid für ihn, mit der Krankheit. Medizinisch gesehen kommt die wohl nicht überraschend, aber ich hätte ihm ein langes gesundes Leben sicher nicht missgönnt.

Matthias R. hat gesagt…

nicht nur ... beten, ... sondern auch ... dafür, daß er geheilt werden möge ... und um Gottes Gnade für seine Seele.
Für alle Menschen, die selbst die Wichtigkeit dessen nicht erkennen müssen eben gläubige Christen "in die Bresche springen." Das ist nicht leicht, wenn man sich gerade wieder einmal über einen geärgert hat, aber gut und richtig.

Deshalb bitten wir gemeinsam mit dem Heiligen Stephanus Gott um liebevolle Gnade für alle Feinde des Glaubens im Allgemeinen und der Kirche im Besonderen. Er möge ihnen ihre Irrtümer und schlechten Taten nicht anrechnen sondern nur das Gute sehen.

Matthias

Anonym hat gesagt…

Also wie jetzt: man kann als Atheist durchs Leben laufen, sündigen was das Zeug hält - und am Ende komm ich auch in den Himmel, weil ein paar Christen für mich gebetet haben?! Am Ende ist Gott der senile Trottel der eh alles reinlässt?! Wozu dann die Sakramente, die Lehre, das Dogma - wenn am Ende eh nur die Stellvertretung füreinander entscheidend ist?! Dann hör ich jetzt auch auf gut und richtig zu leben. Oder doch nicht?! Ich meine wenn das der Inhalt christl. Lebens ist, den Depp zu machen für all die anderen, die die Kirche eh nicht kümmert, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, dass uns keiner Ernst nimmt und schon gar nicht die Botschaft. Herr Hitchens hatte die Möglichkeit sich zu entscheiden, denn der weiss besser über das Christentum bescheid als 80% der Durchschnittschristen - aber er will nicht. Also soll er auch die Konsequenzen tragen. Mir geht dieses "Ach, eigentlich ist ja niemand ein schlechter Mensch und recht betrachtet gibt es eh gar keine Sünde" echt schon auf die Nerven. Es gibt Sünde und es gibt bewusste Sünder - wer sich dennoch gegen Gott entscheidet, selber schuld, kein Mitleid. Und die Geschichte mit STephanus stimmt so nicht, denn die Juden glaubten sehr wohl an Gott und wollten nur diese neue Sekte ausrotten; sie waren keine Atheisten wie Hitchens. Sie waren nur verwirrt. Hitchens aber weiss sehr wohl um den Inhalt, aber sucht permanent nach Ausreden, um sein Knie vor Gott nicht beugen zu müssen. Glaube ist nicht nur Gnade; es braucht auch das bewusste Einwilligen des Herzens, der Seele und des Verstandens, sonst bleibts nur so ein 08/15 "irgendwaswirdesschongeben-Glaube". Wer nicht will der hat schon. Hart aber Leute wenn wir uns selbst nicht ernst nehmen, wer dann??

Alipius hat gesagt…

@ anonym: Also das ist aber schwer an der Sache vorbeigeschossen. Es geht hier überhaupt nicht darum, wie wer sich die Welt und Gott zurechtbiegt, wer ein schlechter Mensch ist oder wer ein Sünder ist. Es geht schlicht darum, daß man erstens keinem Menschen, der noch den geringsten Hauch für eine Umkehr hat, den guten Wunsch und die Gebete für diese Umkehr verweigern sollte und daß zweitens wir uns sehr davor hüten sollten Hitchens' Stolz uns zu eigen zu machen und darüber entscheiden zu wollen, wer nun diese Umkehr 'verdient' hat und wer nicht. Wenn wir das tun wollen, dann können wir die Gnade auch an den Nagel hängen, den Laden dichtmachen und den ganzen Tag mit sauertöpfischer Miene rumrennen, leise murmelnd "Herr, ich danke dir, daß ich nicht so bin, wie die mich überall und ständig umgebenden Pharisäer".

Es wurde nirgendwo behauptet, daß niemand ein schlechter Mensch ist und daß es keine Sünde gibt. Aber die Tatsache, daß wir - in verschiedenen Abstufungen - nicht perfekt sind und uns die Sünde immer wieder mal einholt bedeutet nicht, daß Gott nicht immer noch auf uns nicht stets klar ersichtlichen und eindeutig verständlichen Wegen handelt.

Grade weil ich meinen Glauben ernst nehme, schreibe ich selbst einen Christophre Hitchens nicht ab.

Matthias R. hat gesagt…

@Anonym
Geschätzter anonymer Freund, wie gut kann ich Dich verstehen! Das kommt davon, wenn ich mich einmal kurz halte - schon liest jemand etwas, was ich nicht sagen wollte.
Natürlich gibt es die Sünde und es gibt auch die Hölle und (leider!) nicht jeder Mensch ist ein guter Mensch. Es wird wohl auch so sein, daß nicht alle Menschen am Ende Gottes Herrlichkeit werden sehen können. In all dem bin ich mit Dir völlig einer Meinung.
Du irrst jedoch, wenn Du meinst, daß Hitchens bescheid weiß. Er hat vielleicht viel über Glauben und die Lehere der Kirche gelesen und gehört, das will ich ihm nicht abstreiten, und das hoffentlich auch verstanden, jedoch begriffen, mit seinem Herz und seiner Seele, hat er vermutlich überhaupt nichts davon. Sonst würde er nicht schreiben, was er schreibt.
Auch irrst Du, wenn Du sagst, daß der Vergleich mit Stephanus nicht stimmt. Auch Hitchens ist verwirrt. Jeder Mensch hat von Gott eine Seele mit der er Gott erkennen und lieben kann. Wie sonst, wenn nicht "Verwirrung" soll ich es nennen, wenn jemandes Seele so verkümmert oder zerschunden ist, daß er sie verleugnet?
Zuletzt aber wurde jeder Mensch von Gott geschaffen und Gott liebt jeden Menschen, wirklich absolut allen und jeden. Wenn man aber jemanden aufrichtig liebt und derjenige sich abwendet, einen mißachtet dann ist das sehr schmerzhaft. Jeder Mensch, der verloren ist ist ein großer Schmerz für Gott. Ich habe es für mich zur Aufgabe gemacht zu versuchen alle Menschen so zu lieben. Es gelingt mir zwar nicht einmal ansatzweise, aber ich will und werde nicht aufhören es zu versuchen, auch wenn die Versuchung manchmal groß ist. Ich will von Herzen wünschen, daß jeder gerettet wird und ehrlich trauern um jeden, der verloren ist. Ich will für jeden Menschen nur das beste wollen, was ich mir für ihn vorstellen kann. Die Möglichkeit dazu ist uns von Gott geschenkt, wir können lieben. Vielleicht gelingt es mir ja doch noch in diesem Leben dieses Geschenk zumindest teilweise anzunehmen. Für Hitchens und Dawkins, für jeden Atheisten, für jeden Glaubensfeind, für jeden Verbrecher, für jeden Sünder und für mich.

Matthias