Sonntag, 10. April 2011

Albern...

Von der Herald Sun kommt diese Story:

Lord Rees of Ludlow, der königliche Astronom und ehemalige Präsident der Royal Society, ist der diesjährige Empfänger des Templeton-Preises.

Der Templeton-Preis wurde von John Templeton, einem Wall-Street-Milliardär und Presbyterier im Jahre 1973 gestiftet. Er wird verliehen an Menschen, die einen "außergewöhnlichen Beitrag zur Bestätigung der spirituellen Dimension des Lebens" geleistet haben.

Lord Rees ist Atheist, missioniert aber nicht rum sondern hält den Ball flach. Er sagt: "Es ist ganz und gar möglich, einen religiösen Glauben zu haben und Wissenschaftler zu sein".

Es ist aber wohl - selbst als Atheist - nicht ganz und gar möglich, unter anderen Atheisten oder Humanisten nicht auf Intoleranz, Dünkel oder geistige Enge zu stoßen, wenn man eine zu weiche Schiene fährt oder sich gar mit religiösen Menschen und deren Preisen einläßt.

Sir Harry Kroto, Chemie-Nobelpreisträger und ebenfalls Mitglied der Royal Society, sagt: "Diese Nachricht ist ziemlich schockierend. Sie ist schlecht für die Wissenschaft insgesamt, schlecht für die Royal Society, schlecht für Großbritannien - im Grunde genommen ein säkulares Land - und sehr schlecht für Martin [Lord Rees]." Ginge es nach Kroto, soll Lord Rees die 1 Million Pfund Preisgeld der Britischen Humanistischen Gesellschaft spenden.

Richard Dawkins hat auch etwas zu sagen: "Das wird in Templetons Lebenslauf gut aussehen, aber nicht in Martins."

Naja...

Wie der Curt Jester [HT] richtig erkennt:
    I guess we don’t need the taint of religious belief in science. In fact we should wipe scientists such as Gregor Mendel, Copernicus, Pasteur, Volta, Antoine-Laurent Lavoisier, Pascal, Monsignor Georges Lemaître, and countless Jesuits with major contributions to mathematics, astronomy, seismotology, etc. They should be wiped from science history for having beliefs “bad for science.”

    [Ich nehme an, daß wir den Makel eines persönlichen Glaubens in der Wissenschaft nicht brauchen. Tatsächlich sollten wir Wissenschaftler wie Gregor Mendel, Copernicus, Pasteur, Volta, Antoine-Laurent Lavoisier, Pascal, Monsignor Georges Lemaître und zahlreiche Jesuiten, die alle große Beiträge zur Mathematik, Astronomie, Seismologie etc geleistet haben, aus der Geschichte der Wissenschaft tilgen, weil sie einen Glauben hatten, der "schlecht für die Wissenschaft" war]

Kommentare:

kalliopevorleserin hat gesagt…

Im Namen des Atheismus: Die Vererbungslehre darf fürder nicht gelehrt werden, denn sie wurde von einem Christen (verzeihen Sie dies unziemliche Wort) entdeckt und verbreitet. Wir werden alles dafür tun, diese Lehre in Vergessenheit geraten zu lassen, damit einst, wenn die Zeit reif ist, ein tüchtiger Atheist sie neu entdecken kann. Dann darf sie endlich wieder gelehrt werden.

Lauda Sion hat gesagt…

heute gelesen, finde es passt gerade:

The atheist devotes himself less to proving that God does not exist than to forbidding Him to exist.(Dávila)

Imrahil hat gesagt…

not to mention that faithful catholic Christian back then in Florence, you know. I mean he did have some problems with absolute truth, weak proofs and that kind of thing, but then again who's perfect. Founder of scientific physics, you know, though his later English assistant in doing so should not be left unmentioned.

Nochwas: Von Mathematikern zu reden und Leonhard Euler, der hier ebenfalls reinpaßt, nicht zu erwähnen ist ehrlich gesagt ein bißchen unpassend.

Anonym hat gesagt…

Wenn ich mir den Kommentar von Sir Harry so ansehe, ist er zwar ein gutes Beispiel für Neid (warum soll ein anderer Mensch als ich Geld haben?) und schlechte Manieren (was in England früher tendenziell schwerer gewogen haben soll als ein verübtes Verbrechen), aber nicht unbedingt ein Beispiel für eine wissenschaftliche Weltanschauung.

Denn vorschnelle Pauschalurteile über bestimmte Gruppen - hmm, an welches Verhalten erinnert das wohl?

Pompous Ass