Freitag, 31. Dezember 2010

Kommentar-FAIL

Aus der Dokumentation Die geheime Inquisition - Teil 3: Wächter der Kirche (8:42-9:00)
    Alfredo Ottaviani, Assessor des Heiligen Offiziums, ist ein Mann mit zwei Gesichtern. Sprichwörtlich ist seine Kinderliebe. Fast seine gesamten Einkünfte spendet er an Weisenhäuser. Auf der anderen Seite ist Ottaviani ein fanatischer Kommunistenhasser...
"Auf der anderen Seite"...?

Guten Rutsch!

Und schon wieder ein Jahr vorbei...

Aus katholischer Sicht milde gesagt durchwachsen, war es für mich persönlich schon ein nicht ungroßes Jahr. Studium beendet, Diakon-Weihe empfangen. Noch wenige Monate, und ich werde am Beginn eines wieder ganz neuen Lebens stehen.

In der Blogoezese hat sich unheimlich viel getan. Es sind sooooo viele Neue dazu gekommen! Sehr schön! Daß die störenden Nebengeräusche lauter werden, wenn das Phänomen bemerkbarer wird, das darf uns nicht verwundern. Im Gegenteil. Ich persönlich finde ja, die mal freundlichen, mal mürrischen, mal nachdenklichen, mal dreisten Nebenstimmen (mittlerweile sogar aus der Richtung der Mainstream-Medien) zeigen uns, daß wir irgendetwas richtig machen und daß man uns ein wenig ernst nimmt.

Bedanken möchte ich mich bei allen Lesern und Mitbloggern und bei allen Leuten, die mich während des vergangenen Jahres mit guten Wünschen, Anregungen, Kritik und vor allem mit ihrem Gebet begleitet und unterstützt haben.

Also: Einen guten Rutsch und Gottes Segen Euch allen! Auf ein Neues in 2011!

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Autsch!

    Bolz: Mein Verdacht ist, dass auch die katholische Kirche zunehmend so eine Art populistische Schaufront produzieren wird, an der die Menschen ihre Gefühle abreagieren können und mit ihren Partizipationssehnsüchten unterkommen.

    Stallknecht: Wenn die deutschen Bischöfe kürzlich eine Dialoginitiative ins Leben gerufen haben?

    Bolz: Das klingt schlimm.

    Stallknecht: - ist das eine solche Schaufront?

    Bolz: Exakt. Die katholische Kirche sollte eigentlich genug intelligente Leute in ihren Reihen haben, die schon zusammenzucken, wenn das Wort “Dialog” fällt. Dialog ist meist die Ankündigung dessen, was Harry Frankfurt, der große amerikanische Philosoph, unlängst einfach “bullshit” genannt hat. Diese Erfahrung hat doch wahrscheinlich jeder von uns schon gemacht.
Aus: “Freiheit risikieren”. Ein Gespräch mit dem Medientheoretiker Norbert Bolz über den Umgang mit der öffentlichen Meinung. Von Michael Stallknecht. Erschienen in der Tagespost vom 23. Dezember 2010.

[Quelle: kath.info, 30. Dezember]

Um so unverständlicher ist mir die Hysterie...

... mit der im Namen der "Vielfalt" oder des "Nicht-Beleidigens" Angehöriger anderer Religionen alles christliche aus Weihnachten zu verschwinden hat. Die Wiener Zeitung berichtet:
    Auch viele Muslime feiern Weihnachten ohne Vorbehalte – Jesus ist für sie ein Prophet

    "Ich freue mich für die Christen", meint der zehnjährige Rahim. Er stammt aus einer albanischen Familie. "Für mich ist Weihnachten auch schön. Es bedeutet Friede. Zum Nikolaus habe ich Schokolade und eine Kamera bekommen. Besonders gerne bin ich am Christkindlmarkt."

    Dass die praktizierenden Muslime ihren Kindern großteils gestatten, Weihnachten mitzufeiern, liegt auch daran, dass hier alle religiösen Festtage gefeiert werden. "Manchen Eltern ist es auch egal; viele haben Weihnachtsbäume", sagt Karl. Zwei bis drei von 220 Kindern wollen aber nicht bei den Weihnachtsfeiern dabei sein.

Es ist zugleich lustig und traurig...

... weil es wahr ist:



[Quelle]

Schwester Robusta

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Vielfalt-FAIL

Catholic Culture berichtet:
    “I want the young Quebecers who attend our daycare services to do so in a spirit of openness to others and diversity,” said Yolande James, Quebec’s family minister.

    Under the new regulations, subsidized daycare centers are permitted to set up Christmas trees and Nativity scenes, but are forbidden to identify Jesus, Mary, and Joseph as figures in the scene, according to two Canadian newspaper reports. Christmas carols are also forbidden.


    ["Ich möchte, daß die jungen Quebecker, die unsere Tagesstätten besuchen, es in einem Geist der Offenheit gegenüber anderen und der Vielfalt tun," sagte Yolande James, Quebecs Familienministerin.

    Laut zwei Kanadischen Zeitungsberichten dürfen Tagesstätten gemäß den neuen bestimmungen Weihnachtsbäume und Krippen aufstellen, es ist ihnen aber nicht gestattet, Jesus, Maria und Josef als Figuren in den Krippen zu identifizieren. Weihnachtslieder sind auch verboten.]
Denn wir werden erst Vielfalt haben, wenn alles und alle vollkommen gleichgehobelt sind.

Schöne, neue Liberal-Nutbag-Welt...

Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung...

... hat Zuwachs bekommen (via Vatican Information Service):
    As members of the Congregation for Divine Worship and the Discipline of the Sacraments:

    • Cardinal Kazimierz Nycz, archbishop of Warsaw, Poland

    • Cardinal Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don, archbishop of Colombo, Sri Lanka

    • Cardinal Angelo Amato S.D.B.

    • Cardinal Raymond Leo Burke, prefect of the Supreme Tribunal of the Apostolic Signatura

    • Cardinal Mauro Piacenza, prefect of the Congregation for the Clergy

    • Cardinal Velasio De Paolis C.S., president of the Prefecture for the Economic Affairs of the Holy See.

"Wir achten unsere eigenen Traditionen nicht"

aus der WELT:
    In den Jahren 2007 und 2008 wollte in Baden-Württemberg das Diakonische Werk eine Kampagne für die Aufnahme eines Kontingents irakischer Christen nicht mittragen – mit der Begründung, man sehe lediglich Bedarf für schutzbedürftige Flüchtlinge aus dem Irak. Und auffällig war auch, dass insbesondere Kirchengemeinden, die sich der friedensstiftenden Zusammenarbeit mit Moscheegemeinden verpflichtet sahen, das Thema verfolgte Christen partout nicht anfassen wollten.

    Hier wird es nun ganz absurd, und es wird eine Herzenskälte sichtbar, die so gar nicht zur Versöhnungsidee passen will: Um Muslime – die hier in Deutschland ziemlich ungestört ihrem Glauben nachgehen können – nicht in Verlegenheit zu bringen oder gar zu brüskieren, verzichtet man darauf, den Angehörigen des eigenen Glaubens beizustehen. Es gibt eine Art von interkultureller Versöhnungsarbeit, die aus Respekt oder Angst vor dem Anderen das Eigene missachtet. Das ist nicht mutig, sondern feige.
[HT: Josef Bordat]

Salzburger Lichterkette - Teil II

Wurde eben von Rubens Rübenlese informiert, daß der zweite Teil seines Comics online ist. Er zeichnet und beschreibt, wie ein Lebensschützer von den Gegendemonstranten brutal zusammengeschlagen wird. Selbstverständlich alles ganz brav im Namen des Kampfes gegen Intoleranz und Unterdrückung. Hier ein Bild als Teaser:

Schwester Robusta

Es hat ja auch niemand behauptet,...

... daß man besonders clever sein muß, wenn antikirchliche Reflexe ausgelöst wurden.

Zwei wundersame Kommentare aus der Welt online zu Kardinal Meisners PID/Kindermord-Predigt:
    Oh, ich will nie wieder Sex haben! Denn bei jedem Orgasmus werden 300 Millionen Spermien ausgeschüttet, von denen im Normalfall in einem gnadenlosen Wettkampf aber nur eines durchkommt... wenn überhaupt! Das ist dann ja jedesmal 300-millionenfacher-Kindermord!
Oder auch:
    Denn jedes Kind hat ein Recht auf Gesundheit!
Okay. Wen verklage ich dann, wenn das Kind eine Mandelentzündung bekommt?

Dienstag, 28. Dezember 2010

Ja, stimmt...

Die Invasion des Islam findet nicht statt:
    A CATHOLIC school faces being taken over by a mosque after it was revealed that 95% of its pupils are Muslim.

    Just 10 years ago more than 90% of pupils were Catholic. But now most are of Asian origin, do not speak English as their first language and follow Islam.

Der barocke Adventskalender...

... ist ja nun leider vorbei.

Aber dieses große Kino darf nicht ungepostet bleiben:



Louis de la Vergne de Tressan, Erzbischof von Rouen von 1723 bis 1733.

Mein Favorit, ganz klar: Der Puttenkopf, der sich ganz interessiert die Insignien des Herrn Erzbischof anguckt.

Schämen?

Neulich irgendwo gelesen, daß man sich als Katholik gefälligst seines Glaubens und seiner Kirche zu schämen habe.


So lange irgendwelche Wirrköpfe im Namen der Zerstörung des "Herrschaftssystems" zu Weihnachten Botschaftsmitarbeitern die Hände wegsprengen...

So lange diejenigen, die nicht schnell genug lange Listen aufstellen können von all den Gütern, die die Kirche bitte zugunsten der Armen zu verkaufen habe, jährlich in tösenden Prozessionen der Selbstverliebtheit Hunderttausende von Euros verpulvern...

So lange das Leben des Menschen nicht vom Augenblick seiner Zeugung bis zum Moment seines Todes den gebührenden Schutz genießt, sondern man weiter über Möglichkeiten nachsinnt, es zu verkürzen oder nicht zu ermöglichen...

So lange man friedlich demonstrierende Christen durch Steinwürfe ins Krankenhaus bringt und sich dabei auf den Kampf gegen Intoleranz, Unterdrückung und Ignoranz beruft...

So lange an irgendeiner Grenze zwischen zwei beliebigen Ländern mit Säbeln gerasselt wird...

So lange der Mensch im Besitz der Maschine, die Kreativität im Besitz des Vorgesetzten und die Schönheit im Besitz des Nutzens sind...

So lange auch nur ein Staat noch eine einzige Massenvernichtungswaffe sein Eigen nennt...

So lange man gläubigen Menschen vorwirft, sie bedienten sich nicht ihrer Vernunft...

So lange "Liebe" ein Synonym für "Sex" ist und "Ehe" nur eine andere Variante von "Schau'n wir mal..."...

So lange es Menschen gibt, die im Namen egal welchen Gottes andere Menschen zu töten bereit sind...


... so lange wird der Satz "Ich bin katholisch!" mich mit Stolz erfüllen. Und danach wahrscheinlich immer noch...

Fest der Unschuldigen Kinder


Zwei kleine Leiber liegen schon tot am Boden. Es werden mehr, viel mehr hinzukommen. Bündelweise werden auf den Wolken die Märtyrerzweige bereitgehalten.

Ein der Zeit unterworfener König fürchtet um seine Macht und schickt Dutzende kleiner und kleinster Buben ihrem die Zeit beherrschenden König voraus in dessen Reich.

"Wenn dein Gott gut ist, warum läßt er solches Leid zu?" mag eine Frage sein, die einigen auf den Lippen liegt.

"Wenn Du keinen Gott hast, wo steckst Du solches Leid hin, um ihm Sinn und Bedeutung zu verleihen?" lautet die Frage, die mir eben durch den Kopf schoß.

Durch Gemetzel zum Leerraum und zur Unvernunft

Armin Schwibach auf kath.net:
    Das 20. Jahrhundert war mit rund 45 Millionen ob ihrer Religionszugehörigkeit gemarterten Christen das Zeitalter der größten Christenverfolgungen in der Geschichte. Auch die ersten Jahre des dritten Jahrtausends verzeichnen vor allem in Ländern großer islamischer Expansion (Ägypten, Sudan, Indonesien, Osttimor) ein rapides und immer weiter steigendes Anwachsen der Gewalt gegen Christen.

    Dies stellt sich nicht selten als Gemetzel dar, während der freie Westen zusieht und eines nicht erkennt: Der von den Christen hinterlassene Leerraum wird unvermeidlich von der fortschreitenden Entwicklung des Islam besetzt – einer „heißen“ Religion, der eine „kalt“ gewordene Gesellschaft nichts entgegenzustellen hat.

    Es fällt schwer, angesichts gerade auch der Vorfälle der letzten Tage zu meinen, es handle sich um einfache Ausbrüche absurder Gewalt an sich. Es geht um mehr: Dort, wo Christen ob ihres Bekenntnisses zum einen Herrn getötet werden, stirbt auch die Vernunft und die Möglichkeit eines Dialogs, dessen Mittelpunkt der Aufbau einer gerechten Gesellschaft ist.

Montag, 27. Dezember 2010

Ein Teil der Weihnachtsausbeute...

AsiaNews berichtet:
    For fear of Islamic fundamentalism, textile workshops in Hebron and Jerusalem, produce and sell T-shirts and other items depicting the Church of the Nativity without the cross. Discrimination and economic crisis are forcing Christians to flee from the Palestinian territories and Israel. The risk is to see a future without Christians in the Holy Land. Interview with Samir Qumsieh, director of the Catholic television station Al-Mahed Nativity TV in Bethlehem.
Die Evangelische Allianz Deutschland berichtet:
    Kein friedliches Weihnachten für Christen in Zentralnigeria und im Süden der Philippinen: Bei Anschlägen kamen mindestens 32 Menschen ums Leben, etwa 60 wurden verletzt.
Pakistan.Dawn berichtet:
    LAHORE: Thousands of people rallied in major Pakistani cities on Friday threatening further protests and anarchy if the government moves to amend a controversial blasphemy law.
Gemäßigte Moslems sind momentan zu beschäftigt, sich aktiv und lautstark für eine Welt ohne Terror einzusetzen und standen daher nicht für Kommentare zur Verfügung...

Noch keine 5 Sekunden Kardinal...

... und schon mit der Cappa in Rom erwischt!


Raymond Kardinal Burke mit leicht skeptischem "'Immer diese Paparazzi'-Blick und niegelnagelneuem Moirée-Schweif.

[HT: J.P. Sonnen]

Blick zurück...

Und schon wieder ist ein Jahr vorbei.

Was hat sich 2010 so alles getan? Ein Kurzer Griff ins Gedächtnis wird diese Frage für jeden von uns mehr oder weniger erschöpfend beantworten. Blog-Schreiber haben den Vorteil, daß sie in ihrem Online-Tagebuch blättern und sich somit leicht an die High- und Low-Lights des Jahres erinnern können.

Also mache ich es nun wie Elsa und reise 12 Monate zurück auf der Straße der Erinnerungen.


Januar 2010:
  • Es beginnt mit einem Rückblick im Rückblick: Der Herr Alipius stellt in Wort und Bild seine 80er-Jahre vor.

  • Die Lawine wird losgetreten: Pater Mertes spricht über Kindesmißbrauch am Canisius-Kolleg.

  • Die Kirche ist sportlich.

Februar 2010:
  • Herbert "Laieninitiative" Kohlmaier sieht seine große Stunde gekommen und der Herr Alipius verleiht darob seinem Sodbrennen Ausdruck.

  • Der SPIEGEL macht sich mit einem Titelblatt über Nacht endgültig zur Lachnummer.

  • Stephen Fry versucht sich als Kirchenkritiker und fährt den Karren an die Wand.

März 2010:
April 2010:
  • Die Tagespost verwechselt mich mit einem Atheisten und läßt als Widergutmachung ein Interview springen.

  • Im stiftseigenen Bildarchiv tauchen Alipii auf.

  • Der Herr Alipius macht sich Gedanken zu Aufklärung und Demütigung.

Mai 2010:
  • Ein Schreiber auf Meedia zieht das Vatican-Magazin durch den Dreck und wird dafür vom Herrn Alipius abgewatscht.

  • Ja, wir sind brutal!

  • Zur Entspannung gibt's ein paar schöne Papst-Photos.

Juni 2010:
Juli 2010:
August 2010
September 2010:
Oktober 2010:
November 2010:
Dezember 2010:
Okay, das war der (etwas lang geratene) Jahresrückblick. Wenn ich das ein oder andere Thema übersehen habe, das Euch wichtig scheint, dann liegt das daran, daß ich erstens natürlich meine persönlichen Favoriten gewählt habe und zweitens das Archiv eher überflogen als genauestens studiert habe.

Sonntag, 26. Dezember 2010

In der Erzdiözese Wien...

... ist heute natürlich Stefanitag...


„Sie werden euch vor die Gerichte bringen“

„Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt“

„Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden“

Klingt das vertraut? Nun, es sollte vertraut klingen. Betrachtet man die Kurve der katholischen Kirche von der anfänglichen Verfolgung weiter über die Jahrhunderte, in denen das Christentum der große gemeinsame Nenner in Europa war, bis hinein in unsere Zeit, so scheint es, als ginge es im Moment steil bergab.

Das Christentum, allen voran die katholische Kirche, soll hinter dicke Mauern zurückgedrängt werden. Man bedient sich dabei des gesetzlichen Armes, etwa um Kruzifixe aus Schulen und Gerichtsräumen zu entfernen, das Tragen von Kreuzanhängern bei der Arbeit zu verbieten oder kirchliche Adoptionsagenturen zur Schließung zu zwingen, weil diese sich weigern, Kinder an gleichgeschlechtliche Paare abzugeben.

Wer genau hinsieht, der bemerkt, daß sich hier im Namen der Vielfalt und Gleichheit eine öde Monotonie und eine gewaltige Ungleichheit einschleicht: Die Welt hat sich dazu entschieden, auf eine bestimmte Art leben zu wollen und tut alles, um dieser Entscheidung treu zu bleiben. Gleichzeitig proklamiert die Welt Toleranz gegenüber so ziemlich jedem Lebensentwurf.

Die Kirche hat ebenfalls einen konkreten Entwurf für die Gesellschaft, einen Entwurf, den sie sich nicht über Nacht aus den Fingern gesogen, sondern in langen Jahren der Überlieferung und des Studiums göttlicher Offenbarung entwickelt hat. Und auch die Kirche tut, was sie kann und muß, um diesem Entwurf treu bleiben zu können. Im Namen der Gleichheit wäre es hier angesagt, die Kirche als Stimme zuzulassen. Im Namen der Vielfalt wäre dies erst recht angebracht.

Aber Vielfalt und Gleichheit sind offenbar nicht immer Prinzipien, nach denen gehandelt wird, sondern öfters Schubladen, in denen man sich entweder befindet oder nicht.

Das Überraschende an der ganzen Geschichte ist, daß es der Kirche im Grunde seit ihrer frühesten Zeit so oder ähnlich erging. Von den Christen der ersten Jahrhunderte über die machtvollen Papstkönige und Fürstbischöfe des Mittelalters bis hinein in unsere Zeit wird man immer Individuen, Gruppen und Mächte finden, welche die Kirche nicht nur in ihrer gesellschaftlichen Wirkung sondern auch in ihrer Lehre beschneiden und beeinflussen wollten. Und ebenso wird man zu all diesen Zeiten Menschen finden, die der Kirche nicht nur treu blieben, sondern in entscheidenden Momenten auch zu Initiatoren von heilsamen Reformen wurden.

Es ist also nur bedingt korrekt, wenn man in der heutigen Zeit behauptet, es ginge mit der Kirche oder dem katholischen Glauben bergab. Man muß sich heute nicht mit zwischen den Kopf gezogenen Schultern als Katholik seines Glaubens schämen oder – schlimmer noch – in grauen Endzeitphantasien dem Untergang der katholischen Kirche entgegenzittern.

Man kann heute gelassen und heiter das tun, was Katholiken überall auf der Welt seit jeher getan haben: Man verweilt fest im Glauben an Christus und an seine uns hinterlassenen Gebote und Versprechen, man steht frohen Mutes zu seiner Kirche und zu ihrer Lehre und man verkündet sanft aber bestimmt die Wahrheit.

Wir sehen doch an der Reaktion der Ankläger des Heiligen Stephanus, welche Wirkung diese Wahrheit hat: „Da erhoben sie ein lautes Geschrei und hielten sich die Ohren zu.“

Nichts ist unerträglicher als die göttliche Wahrheit, wie sie in und von der Katholischen Kirche überliefert und gelehrt wird.

Nichts passte und nicht paßt den Herrschenden – seien es Kaiser oder Führer, seien es demokratisch gewählte Volkvertreter oder marodierende Revolutionäre, seien es selbsternannte Propheten oder die Mainstreammedien – nichts passte und nicht paßt den Herrschenden weniger in den Kram, als eine Institution, die sich über 2000 Jahre hinweg eine mal größere, mal kleinere Unabhängigkeit von der Welt leistet und doch gleichzeitig in diese Welt hineinruft.

Die Kirche steht in diesen Tagen meistens in den Nachrichten, weil irgendwo ein Mißbrauchsfall bekannt wurde oder wenigstens vermutet werden darf. Das sorgt für Lärm, und das sorgt für ein in Maßen berechtigtes Mißtrauen. Es sorgt aber leider auch oft dafür, daß dort, wo „Katholizimus“ oder „Papst“ oder „Kirche“ draufsteht, für viele Menschen nichts anderes drinsteckt, als „Skandal“.

Diese Mentalität gilt es zu durchbrechen und dort können wir in vorderster Reihe mitarbeiten.

Es gibt heute nicht wenige Institutionen und Gruppen, die ein großes – nicht selten finanzielles – Interesse daran haben, daß die Botschaft der Kirche in der Gesellschaft kein Gehör findet. Von den Fernsehsendern, die uns mündige und eigentlich doch aufgeklärte Bürger mit zurechtgeschnittenen Informationshäppchen, klebrigen Heile-Welt-Geschichten, geistlosen Blödeleien oder sogenannten „Reality“-Shows in apathische Sofa-Pflanzen zu verwandeln drohen, über die Journalisten, die sich an ihre Spitzenposition in Fragen der Meinungsbildung und Deutungshoheit gewöhnt haben, über die Abtreibungsindustrie, bei welcher es immerhin um Milliardenbeträge geht, über politische Parteien, deren Programme im krassen Gegensatz zu einem selbstbestimmten Leben in Solidarität unter Beachtung der menschlichen Natur und Würde stehen, so wie es von der Kirche gelehrt wird, bis hin zu den Händlern jeglicher Art von Suchtmitteln (und hier finden wir uns bereits im Bereich der Billionen-Beträge): Sie alle werden Verluste einbüßen, wenn die Botschaft der Kirche nicht nur Gehör findet, sondern die Menschen tatsächlich auch danach handeln.

Die katholische Kirche ist die einzige Institution, die dazu in der Lage ist, den Menschen vor dem erniedrigenden Sklavendasein zu bewahren, ein Kind seiner Zeit zu werden, wie Chesterton es einst formulierte.

Man muß nicht sonderlich viel Phantasie besitzen, um zu erkennen, welche Gefahren für die Welt alleine in diesem einfachen Satz lauern.

Wir - die wir an Christus glauben - wir haben es in der Tat nicht nötig, Sklaven der Welt oder unserer Zeit zu sein. Wir können es uns leisten, auf Christus zu schauen und auf Christus zu hören, um dann mit unsren eigenen bescheidenen Mitteln in unserem eigenen bescheidenen Wirkungsfeld, die Welt ein wenig christlicher und somit auch menschlicher zu gestalten.

Dabei können wir uns durchaus ein Beispiel am Heiligen Stephanus nehmen.

Das darf gerne bis zum Martyrium gehen. Aber der Gesellschaft wäre schon geholfen, wenn wir die Herrlichkeit und Wahrheit Gottes, welche der erste Märtyrer im geöffneten Himmel sah, mit ebensolcher Überzeugung suchen und ausrufen.

Angesichts des anstehenden Neujahrsfestes, welches immer für den ein oder anderen guten Vorsatz taugt, wollen wir darauf hoffen und darum beten, daß uns dies mit Gottes Hilfe gelingen möge.

Meine Barbara-Zweige...


... waren in diesem Jahr nicht ganz so üppig, aber immerhin...

Freitag, 24. Dezember 2010

Das war knapp!

Kabarettistin Susanne Pöchacker hat es grade noch geschafft! Sie heimste quasi auf der Ziellinie noch den "Ian Paisley-Gedächtnispreis für tumben Antikatholizismus 2010" ein. Hier der prämierte Satz:
    "Die Erzdiözese Wien hat übrigens ein neues PR-Magazin, da steht drin, dass im Erzbischöflichen Seminar ein Kindergarten eröffnet wird. Ich frag mich, ob das unter 'Beschaffungskriminalität' fällt."

Da möchte Euch noch jemand etwas sagen...



Ehrwürden Robusta wird auch im neuen Jahr wieder das ein oder andere kleine Abenteuer mit ihren tapferen Mitstreitern und ihren unerbittlichen Gegenspielern zu bestehen haben.

Der offizielle Weihnachtsgruß:

Allen Blogschreibern und allen Bloglesern, allen Stammkunden und allen Vorbeischauern, allen Lobspendern und allen Kritikübern, allen Mitbetern und allen Nichtbetern wünsche ich ein friedliches und gnadenvolles Weihanchtsfest und für das neue Jahr Gottes reichen Segen und Schutz!

Das vierundzwanzigste Türchen

Und schon sind die vierundzwanzig Tage wieder vorbei. Ich hoffe, daß der diesjährige Adventskalender trotz der thematischen Einseitigkeit einigermaßen erbaulich war. Ich hatte jedenfalls Spaß.

Mein letzter Auftrag lautet also, einige früh- bis spätbarocke Darstellungen der Heiligen Nacht zu posten:


Caravaggio


Charles Poerson


Josefa de Obidos


Charles Le Brun


Jean Baptiste Marie Pierre


Anton Raphael Mengs


Giovanni Battista Tiepolo

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Doch keine Angst vorm Flop

Sagt der Berliner Bistumssprecher Stefan Förner auf Liborius.de

Hinweisen möchte ich darauf, daß Sabines Aktion nicht brüsk als "Unsinn" abgetan werden sollte, so lange die Gottesdienstorte noch "im Gespräch" sind (der Papsbesuch daher mitnichten jetzt schon von A bis Z durchgeplant ist) und somit für Katholiken, die sich hier engagieren wollen, immer noch ein kleines theoretisches Fenster offensteht.

Aufruf!

Sabine bat mich, folgenden Aufruf auch bei mir zu posten, was ich gerne mache:
    Der Berliner Generalvikar will derzeit die Hl Messe mit dem Papst auf eine Messe in einer Kirche reduzieren, in der nur einige Hundert Menschen Platz hätten. Damit diese Blamage nicht stattfindet, bitte ich euch, an den Generalvikar Rother zu schreiben und ihm unsere zahlreiche Teilnahme anzukündigen. Da die Auswahl des Zelebrationsortes demnächst entschieden werden soll, bitte ich euch um baldige Meldungen an den Herrn Generalvikar.

    Generalvikar Prälat Roland Rother:
    • Tel: 030632684131
    • Fax: 030 32684 316
    • Mail: roland.rother@erzbistumberlin.de

    Lassen wir unseren Hl Vater nicht allein!!

Ping-Pong-Ping!

Vorgestern zeigte ich ein wenig italienische Fußball-Theatralik.

Der kleinschreiber ließ sich von der Idee anstecken, verlinkte erklärend zu meinem Posting und leitete dann weiter auf eine wunderbare Bilderserie mit dem Titel Die bayerische Renaissance, die er im SZ-Magazin fand.

Ich verlinke jetzt zurück zum kleinschreiber von wo aus der interessierte Leser zum SZ-Magazin weiterklicken und sich die herrlichen Gegenüberstellungen von Renaissance-Werken mit Luca-Toni-Posen und -Gesten und -Minen reinziehen kann.

Viel Spaß!

Das dreiundzwanzigste Türchen

Ihr habt es eh geahnt: Wenn in einem Barock-Adventskalender auf meinem Blog bis zum 22. Dezember nicht einmal der Name "Schönborn" fiel, dann kann das für den 23. nichts Gutes bedeuten.

Aber ganz so heftig wird's dann doch nicht. Ich habe immerhin einige halbwegs anständige Bilder vom Treppenhaus des Schlosses Weißenstein zu Pommersfelden gefunden. Als Besucher darf man im Schloß nicht photographieren, aber ich habe einige Schwarz-Weiß-Bilder auftreiben können, die wohl vor dem Verbot gemacht wurden und irgendwie auch professionell aussehen, so, als seien sie für einen Bildband gemacht worden.

Das Treppenhaus im Schloß Weißenstein muß man gesehen haben. Der Raum als solcher haut mich bei jedem Besuch immer wieder von den Socken. Und die Details sind auch nicht ohne. Hier sei vor allem auf die Putti hingewiesen, die am Treppengeländer die Leuchter halten oder sich herzend, scherzend und an den Haaren ziehend um die großen Prunkvasen herumjagen.

Die Bilder sind leider nur schwarz/weiß...


Ein kleiner Gesamteindruck. an den beiden Vasen sieht man oben die Putti herumtollen. Es ist leider nicht so gut zu erkennen, aber die Kleinen treiben es wirklich toll. An der hinteren Vase zieht einer dem anderen an den Haaren. An der vorderen Vase wird auf der einen Seite auch gerangelt, und zwar so wild, daß ein Putto doch tatsächlich sein Füßchen im Gesicht des anderen hat. Verborgen ist leider die Szene, wo es ein versöhnliches Küßchen auf die Wange gibt. Die Legende sagt, daß der Hausherr Lothar Franz von Schönborn Gäste, die er mochte, über die Küßchen-Treppe (rechts) emporführen ließ, während Besucher, die auf seiner Favoriten-Liste nicht so weit oben standen, über die Haarezieh-Treppe (links) gehen mußten. Se non è vero, è ben trovato.


Auf diesem Bild bekommt man einen minimalen Eindruck von der Großartigkeit und Schönheit des Treppenhauses.


Hier kann man den frechen Kerl, der an den Haaren seines Nachbarn ziept, etwas besser sehen.


"Du bist!" [** patsch! **] - "Hey! Na warte..."


Wir sind klein, aber kräftig!


Puttenakrobatik im Gegenlicht


Wenigstens eine Gruppe konnte ich als Nahaufnahme finden.



Jetzt noch ein kleiner Bonus: Ich habe ebenfalls eine gute Abbildung von der barocksten Büste des Universums gefunden. Sie steht im Speisezimmer des Schlosses. Ich bin schon hundert Mal mit einer Mischung aus stiller Ehrfurcht, ungläubigem Augenaufreißen und kichernder Begeisterung daran vorbeigegangen, konnte aber (Kamera-Verbot) nie ein Photo davon machen. Zieht euch diesen Barockprälaten rein:

Lothar Franz von Schönborn, wie er leibt und lebte. Ich finde diese wie vom Wind aus dem Gesicht zurückgeblasene Perücke grandios.


Und weil ich heute in Geberlaune bin, zeige ich zuerst noch dieses reichlich repräsentative Fürstenportrait des selben Lothar Franz...


[Barocke Schmogelei (Mischung aus "Schmeichelei" und "Mogelei"): Ich glaube nicht, daß der Herr Reichserzkanzler, Kurfürst, Erzbischof und Fürstbischof so hoch gewachsen war, wie man uns hier glauben machen will. Ich glaube ebenfalls nicht, daß seine Finger so spinnengleich und unwurstig waren. Aber ich will nicht meckern. Das Portrait ist natürlich großartig, und wenn ich mir die für die nächste Woche angekündigten Temperaturen anschaue, dann will ich sofort auch so einen dicken, schweren Mantel mit Pelz dran (muß ja nicht unbedingt rot sein)]


...und setzte dann noch einen Link zu einem auch schon wieder fast vier Jahre alten Artikel auf am römsten. Der Artikel ist lang und zweigeteilt. Die letzten ca 4/5 sind ein Essay über die Schönborn-Bischöfe, ihre Bauleidenschaft, ihre Architekten und die Hauptwerke, den ich vor ca 10 Jahren einmal geschrieben habe. Das ist lang und vielleicht nicht für jedermann interessant. Das erste Fünftel erklärt aber, wie es zu der dicken Freundschaft zwischen mir und den Schönborn im allgemeinen und Lothar Frnz im besonderen kam und ist vielleicht für Leser, die noch nicht so lange dabei sind, ganz erhellend.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Irgendwie...

... geht es mir ja wie Mark Shea: Ich finde den übertriebenen "War on Christmas" in beide Richtungen albern.

Einerseits die zart besaiteten Ober-Säkularisten und Gleichheitsapostel, die die Welt fest im Griff finsterer mittelalterlich-christlicher Kräfte wittern, wenn irgendwo in einer Krippe ein Jesuskindlein liegt oder irgendwo ein Lehrer der Klasse nicht "Frohe Festtage" sondern "Gesegnete Weihnachten" wünscht.

Andererseits die Weihnachts-Schnüffler, die eine kommunistische Verchwörung vermuten, wenn sie in einem Supermarkt im August keine Weihnachts-Postkarten finden, aber andererseits ihre "Frohe Weihnachten" dann so herausbellen, daß die Bedeutung ungefähr gleichwertig ist mit "Ja! Ganz recht, du lausiger, woodstock-infizierter, soldatenhassender, priestermordender, schwulenichtverbrennenwollender, linksliberaler Chaot: Ich laß mir von dir und deiner bedreadlockten, Che-T-Shirts tragenden Veganertruppe nicht vorschreiben, was ich wem wann und mit welchen Worten zu wünschen habe!"

Hey! Mädels! Es ist bald Weihnachten! Eine der größten weltweiten Sausen überhaupt! Klar: Depressionen, Familienzwist, mißlungene Festessen, brennende Christbaumdekorationen gehören mit dazu. Aber der größte Antrieb, den die Menschen zu Weihnachten verspüren, ist doch wohl der, sich nicht nur selbst zu freuen, sondern auch Anderen eine Freude zu machen. Und wenn das gelingt, dann bedankt sich der Andere artig, müßte es aber machmal eigentlich gar nicht tun, da man schon an seiner oder ihrer Miene erkennt, wie groß die Freude ist.

Wenn ich "Frohe Weihnachten" sage, dann wünsche ich meinem Gegenüber damit nichts anderes, als daß er oder sie die gleiche Freude empfinden möge, die ich empfinde, wenn ich daran denke, daß Gott Mensch geworden ist. Das hat also erst einmal weder etwas mit Missionierung zu tun noch damit, daß ich Feste anderer Religionen herunterspielen möchte. Ich habe eine Freude. Diese Freude teile ich mit und wünsche sie anderen.

Wär doch knorke, wenn es auf der ganzen Welt grade vor und zu Weihnachten etwas entspannter und froher zuging.

Also, liebe PC-Soldaten, Säkularisten und Atheisten: Haltet den Ball mal flach. Oder beweist mir, daß ihr tatsächlich durch die Erwähnung des Wortes "Weihnachten" oder durch den Anblick einer Krippenszene dermaßen in Eurem Selbstverständnis und Selbstbewußtsein getroffen seid, daß man darüber vielleicht sogar vergessen könnte, daß hier ein Agenda gepuscht werden soll.

Und liebe Mitchristen: Steckt euch das allzu sauertöpfische, übervorsichtige und hinter jedem Busch einen Weihnachts-Killer vermutende Getue auch mal für ein paar Tage in die Gesäßtasche.

Woah!

Wir hatten heute Probe für die Fernsehmesse am 25.12.

4,5 STUNDEN!

Erst Stellprobe, dann Generalprobe, was im Grunde einmal die ganze Messe ist, mit liturgischer Kleidung, Orchester und Predigt und allem, nur ohne Leute in den Bänken und ohne wirkliche Wandlung. Beim Sender muß man wissen, um wie viele Minuten die Messe zu lang ist, damit man entsrepchend kürzen kann. Wir waren etwa zehn Minuten über der Zeit, also muß noch ein wenig beschnitten werden.

Ich bin jetzt geschafft und geh erstmal essen.

Das zweiundzwanzigste Türchen

Barock und Rom - das gehört schon irgendwie ein wenig zusammen.

Der Grafiker und Vedutenstecher Giuseppe Vasi veröffentlichte zwischen 1746 und 1761 in 10 Bänden 240 Grafiken römischer Monumente, Kirchen und Palazzi. Da Rom zu dieser Zeit schon die richtigen Wirbeltage des Barock hinter sich hatte, wurden die Stiche zu einem Katalog der Bestandsaufnahme der barocken ewigen Stadt.

Hier einige Beispiele:








Auf diesem letzten Stich (Vorsicht - lange Ladezeit!) sieht man nicht nur links den Vatikan sondern auch Rechts die Fontana dell'Acqua Paola, welche - aufmerksame am römsten-Leser wissen es - mein Lieblingsbrunnen in Rom ist.

Im Februar stellte ich bereits einmal die Seite Rome in the Footsteps of an XVIIIth Century Traveller vor. Dort findet man alle 240 Vasi-Stiche online.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Wie jetzt?

kfd: Frage nach dem Priesteramt für Frauen ist ungeklärt.

Es muß mal Zeiten gegeben haben...


... in denen Bischof-Sein irgendwie Spaß gemacht hat...

Es gibt viele Gründe,...

... Rom zu vermissen.

Ein nicht ungewichtiger Grund sind die Mienen und die Gesten:


"Aber niemals habe ich deine Schwester lüstern angesehen!" - "Das kannst du deiner Mamma erzählen!"


"Sanatmariamadredidio! Könnt ihr euch nicht nach dem Spiel streiten?"


"E beh"

Leider auch keine Satire...

Wer bei diesem Artikel dachte: 'Och, komm! Dieser Csokor erlaubt sich doch 'nen Scherz!', der sollte jetzt die Luft anhalten!

"Kruzifixe und Krippen sind irgendwie so out. Es wird Zeit, die nächste Stufe zu zünden."

In Spanien haben die Eltern eines muslimischen Schülers in La Línea (Provinz Cádiz) einen Lehrer ihres Sohnes bei der Polizei und beim Gericht gemeldet, aufgrund eines Vorfalls in der Geographiestunde, durch welchen der Junge sich in seinem Glauben angegriffen fühlte.

In der Tat hat der Lehrer etwas ganz Unerhörtes getan: Er erklärte, wie das kühle Klima in Trevélez (Provinz Granada) bei der Lufttrocknung des berühmtesten Produktes dieser Gegend, dem Jamón Serrano, behilflich ist. Der Junge erklärte dem Lehrer, daß er es als anzüglich empfindet, im Klassenzimmer das Wort "Schinken" zu hören.

Die Eltern des Buben rannten daraufhin zur Polizei und zum Gericht und gaben eine denuncia gegen den Lehrer auf. Begründung: Psychologische Mißhandlung im Kontext von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

In Spanien ist man sich an entsprechender Stelle sicher, daß diese Anklage keinen Erfolg haben wird, aber alleine die Tatsache, daß diese Leute - die entweder kein Gespür dafür haben, wie gut es ihnen in Europa geht, oder die bewußt den PC-induzierten Selbsthaß der Europäer zu weiteren Eroberungen ausnutzen wollen (und ich hoffe, es ist das Erstere) - sich zu einem solchen Schritt entscheiden, läßt mich einigermaßen sprachlos zurück.

** röchel **...

    Warum sollte es eigentlich keine "Neue katholische Kirche" geben?

    Mit einer Verbesserung der Lage in der katholischen Kirche ist nicht zu rechnen. Deshalb sollte man einen Neuanfang wagen.
So steht es in der heutigen Ausgabe der PRESSE. Gastautor Hans Csokor (*1946) taucht ab und schaut, was es am Boden des Fasses noch so gibt. Wir tauchen mit.
    Listet man alle Argumente dafür auf, so kommt einiges zusammen [Festhalten! Jetzt wird es überraschend und neu]: Zölibat auf freiwilliger Basis; Frauen dürfen Priesterinnen (und mehr) werden; Homosexualität wird nicht mehr als „sündige Verfehlung“ gewertet; Geschiedene dürfen wieder kirchlich heiraten und auch andere Sakramente empfangen; Bischöfe werden von den Gläubigen im jeweiligen Bistum gewählt; viele Dogmen, die über hunderte Jahre so nach und nach „hinzukamen“, könnte man bei der „Alten Kirche“ lassen; Rückkehr zur ursprünglichen Lehre Christi, ohne Pomp, Luxus, Finanzvergehen etc. [Da kann ich ganz faul aus diesem älteren Posting kopieren: Herr Csokor sollte sich mal drei Listen machen: Auf der Ersten findet man seine Forderungen. Auf der Zweiten findet man Lehre und Praxis der katholischen Kirche. Auf der Dritten findet man Lehre und Praxis der evangelischen Kirche. Dann ein bis zwei Minuten Stille und Grübeln und vielleicht fällt den Autor ja auf, daß es da einige Forderungen gibt, die man in der evangelischen Kirche bereits erfüllt findet]

    Wenn es in der Bibel heißt: „Lasset die Kinder zu mir kommen“, dann sollte das keinen bitteren Beigeschmack mehr hervorrufen [Denn es ist ja längst erwiesen, daß Kindesmißbrauch ein Phänomen ist, welches man einzig und alleine in der katholischen Kirche findet... Das Einzige, was hier einen bitteren Beigeschmack hervorruft, ist diese Mischung aus Naivität, Hinterfotzigkeit und Blödelei]. Und letztlich: Viele Gläubige, die – wie ich (mit 63 Jahren und nach reichlicher Überlegung) – ausgetreten sind, würden in eine „Neue katholische Kirche“ wieder eintreten. Klingt doch interessant, wenn auch revolutionär [Leute, die den billigen und schnellen Ausweg suchen, bevor sie für den offenbarten und überlieferten Glauben mal 5 Meter das Kreuz tragen, sind so neu wie ein Streitschrift gegen Häretiker und so revolutionär wie Papst Gregor XVIII (bzw. sein Nachfolger Petrus II)].

    Mit der derzeitigen und mit Sicherheit auch mit der in den kommenden Jahren zu rechnenden Hierarchie ist eine wirkliche Reform der Kirche wohl nicht möglich. Warum also sollen die, „die wirklich guten Willens sind“ [ROTFLMFAO], auf ewig mit den reaktionären Gläubigen (siehe zum Beispiel die Anhänger des Gott sei Dank als Bischof verhinderten Pfarrers Wagner [Bei allem Respekt gegenüber den Leuten, die Pfarrer Wagners Aussagen kritisch unter die Lupe nahmen: Wir erinnern uns - glaube ich - noch alle, an die Art und Weise, wie Pfarrer Wagner in den Medien und von den gegen ihn tobenden Dechanten auf eben jene Aussagen reduziert wurde. Er bat dann auch "im Interesse und zum Wohl der Diözese Linz" um eine Rücknahme seiner Ernennung. "Im Interesse und zum Wohl der Diözese Linz"... Hätte vielleicht einer der interessanten und revolutionären Kirchenkritiker mal Lust, das "Diözese Linz" durch "Kirche" zu ersetzen und sich eine Scheibe abzuschneiden? Oder ist soviel Demut fehl am Platze, wo die "Rückkehr zur ursprünglichen Lehre Christi" erst einmal nur gefordert wird?]) unter demselben Kirchendach frustriert leben [Die Frustration ist ganz auf meiner Seite, vor allem, wenn ich lese, daß es scheinbar zwischen der Protestantisierung der katholischen Kirche und "reaktionären Gläubigen" aus Sicht des Autors nichts gibt]?

    ...

    Einen Gegenpapst bräuchte man auch nicht installieren und würde so einen Konflikt vermeiden, denn ursprünglich war ein Papst ja nicht vorgesehen und führte die Einführung eines solchen (unter anderem) zu eben jener ersten Kirchenspaltung. Als Oberhirten könnte ich mir aber Bischof Hans (nicht Klaus!) Küng sehr gut vorstellen [Jetzt bin ich aber schon ein wenig enttäuscht. Ich dachte, daß "Uta for Mamst" hier eine echte Chance hätte].

    ...

    Zumindest ergäbe dies eine interessante Diskussion [Was hat der immer mit "interessant"? Ich schütte mir jetzt schon literweise Kaffee ins Gesicht, um nicht wegzuschlummern]! Und möglicherweise würde es die derzeitige Kirchenführung vom Papst abwärts unter Zugzwang setzen [Wir nähern uns der eigentlichen Aussage...].

    Denn der mögliche Verlust von bis zu 50 Prozent der Gläubigen – oder gar mehr [Auf welchem Planeten?] – ist sicherlich das stärkste Argument, um doch Reformen in Gang zu setzen [Bingo! "Macht die Kirche so, wie wir sie wollen, oder wir gehen!" Plumpe Erpressung. Man muß diese Back to the Roots-Christen einfach mögen]. Was wiederum beweisen würde, dass bei manchen Menschen die Angst vor Verlust mehr bewirkt als Einsicht durch Vernunft [Ganz und gar nicht im Konjunktiv steht andererseits die Feststellung, daß die Freude auf Schlagzeilen, das Abwälzen von persönlicher Verantwortung und der einfache Weg zum vermeintlichen schnellen Glück schon immer mehr bewirkt hat (leider selten das Richtige), als Einsicht durch Vernunft]!
Die "Neue katholische Kirche"?

"Interessant" und "revolutionär" nur für diejenigen, die tatsächlich nur das Neue wollen, aber keine Erneuerung.

Das einundzwanzigste Türchen

Was man auch nicht vergessen sollte, wann man Barock als Adventskalender-Thema gewählt hat, das sind barocke Gärten. Das ist ohnehin auch eine ganz besondere heimliche Liebe von mir. In der Idealform eines Barockgartens könnte ich zu Vogelgezwitscher unter sittsam flanierenden Damen und Herren zwischen all den Wasserspielen, Labyrinthen, Buxhecken, Broderiebeeten, Alleen, Statuen, Brunnen, Kaskaden, Kollonaden, Pavillons wahrscheinlich ein halbes Leben verbringen.


Der Garten von "Het Loo" bei Apeldoorn. Exzellente Barock-Symmetrie.


Wasserspiele sind eine nicht wegzudenkende Zutat für jeden Barockgarten mit etwas Selbstrespekt. Hier eine beonders pompöse Variante aus dem Garten von Schloß Peterhof bei St. Petersburg.


Die Herrenhäuser Gärten von Hannover. Das namengebende Schloß wurde 1943 weggebombt, aber die Gärten locken immer noch jährlich Hunderttausende von Besuchern in die niedersächsische Landeshauptstadt.


Der Neuwerkgarten von Schloß Gottorf in Schleswig gilt als der erste barocke Terrassengarten nördlich der Alpen.


Klein, aber schön: Der Garten von Schloß Augustusburg bei Brühl


Ein Teil des Gartens im Escorial


Ein Ausschnitt der berühmten Gärten von Villandry


Von den einst formidablen Barockgärten des Schlosses Seehof bei Bamberg ist leider nicht mehr viel übrig. Immerhin arbeitet man fleißig an Instandhaltung bzw. Instandsetzung.


Von anderen Barockgärten gibt es nicht mal mehr eine Spur. Die Favorite bei Mainz fiel den Revolutionskriegen zum Opfer...


... und sogar bei meinem geliebten Schloß Pommersfelden hat man im Mode-Rausch den herrlichen Barockgarten in einen gähnend langweiligen englischen Landschaftsgarten umgewandelt.