Sonntag, 21. November 2010

Gedanken zur "Kondom"-Chose

Fakt: Es ist nicht so, daß der Heilige Vater, wenn er für die Lehre der Kirche Entscheidendes formulieren will, sich mit einem Interviewpartner hinsetzt und dann auf die Reaktionen wartet, die unweigerlich kommen werden, wenn das Interview Wochen später in Buchform erscheint.

Daher: Alle MSM-Überschriften, die irgendwie in die Richtung gehen, daß Kondome nun bald in jeder Kirche ausliegen werden und das Ganze eh nur ein Vorgeplänkel für die viel heißeren Bomben der Zölibats-Abschaffung und des Frauenpriestertums ist, kann man also getrost in die Tonne kloppen.

All jene Interessengruppen und Lobbies, die in wenigen Tagen (wenn der Frohlock-Horizont auf realistisches Maß zusammengeschrupft ist) sich mit Messer und Gabel über den Heiligen Vater hermachen werden, weil nicht gummigeschützte Rudelfreuden sondern humane und authentische Sexualität auf dem Menü stehen, sollte man schlicht fragen, wie sie VOR den Kondom-Nachrichten zum Papst standen, welche Eisen sie im Feuer haben und in welchem Bereich sie wieviel Macht wollen und dann ihr Verhalten und Gemecker entsprechend bewerten.

All jene Katholiken, die die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, warum es mit einer Klarstellung seitens des Vatikan so lange dauert, wo doch Presse, Funk, Fernsehen und Internet aufgrund der Spekulations- und Interpretations-Welle schon aus allen Nähten zu platzen drohen, sollten sich entspannen und darauf hoffen, daß eine Art Sammel-Abschmetterung der wildesten Vorstellungen vorbereitet wird.

All jene katholischen Blogger, die hier etwas zur Klärung beitragen können und wollen, sollten dies aber unbedingt tun!

Meine restlichen Gedanken gehen ziemlich genau in die Richtung, die Peter Thomas in seinem Artikel formuliert.

1 Kommentare:

Morgenländer hat gesagt…

Einen, wie ich meine, sehr hilfreichen Artikel hat (schon im Juli 2004) Martin Rhonheimer in The Tablet veröffentlicht:

http://www.thetablet.co.uk/article/2284

Rhonheimers Überlegungen scheinen mir in eine ähnliche Richtung zu gehen wie die des Hl. Vaters.