Mittwoch, 25. August 2010

Einer noch...



[HT: CMR]

Kommentare:

Le Penseur hat gesagt…

Im Englischen gibt's dafür das Fremdwort "ober-peinlich" ...

Alipius hat gesagt…

@ Le Penseur: Ist das nur ein Scherz oder hat man das wirklich in die englische Sprache übernommen? Das wäre ja stark!

Le Penseur hat gesagt…

@Alipius:
Nein, kein Scherz! Das ist wirklich ein vor einigen Jahren beliebt gewordenes Fremdwort, wobei das ungelenke "ober-" daran ganz besonders süß ist, finde ich ...

Dorothea hat gesagt…

Das ist leider schlimmer als oberpeinlich, weil es absolut typisch für Liberale und Linke jeglicher Couleur, auch katholischer, ist. Sie fordern stets Toleranz, wenn man aber näher hinschaut fordern sie die nur für sich und ihre Ansichten, werden aber höchst aggressiv, wenn sie gegenüber denen, die ihre Ansichten nicht teilen tolerant sein sollen.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Ob Aussagen, die alle Linken in einen Topf werfen (wo sie, lese ich zwischen den Zeilen, am besten kochen sollen), so unübertrefflich wahr sind, wage ich mal zu bezweifeln.
Ich selbst bin den Linken zu rechts, Rechte haben mich schon als "Kommunistenschlampe" bezeichnet, bei den Liberalen verläßt mich die Toleranz und bei einigen (fast hätt ich gesagt, den) Katholiken fühl ich mich wie ein Alien.

Abgesehen davon gefällt mir das Video ganz ausnehmend. Obwohl der "Lehrer" bei aller Schauspielkunst seine freundliche Intelligenz nicht ganz verleugnen kann. ;-)

Le Penseur hat gesagt…

@kalliopevorleserin:

Darf man fragen, warum sie bei Liberalen die Toleranz verläßt?

Sofern Sie unter "Liberale" nicht die "Liberals", also getarnte Linke verstehen ...

kalliopevorleserin hat gesagt…

@Le Penseur:

Man darf fragen. Leuten gegenüber, die wirklich im Wortsinn liberal sind, das heißt, jeden nach seiner Façon leben lassen, erhebe ich höchstens mal den Vorwurf der Wurstigkeit. Denn diese Form von Liberalität führt zuweilen zu einer schluderigen Laissez-Faire-Haltung. Das kann mich zwar auch auf die Palme bringen - aber da komme ich schnell wieder runter.

Leuten gegenüber, die sich "die Liberalen" nennen, erhebe ich ganz andere Vorwürfe, z.B. den, daß sie Armeleutefresser und Feinde jeglicher Bildung sind.

Le Penseur hat gesagt…

@kalliopevorleserin:

Leuten gegenüber, die sich "die Liberalen" nennen, erhebe ich ganz andere Vorwürfe, z.B. den, daß sie Armeleutefresser und Feinde jeglicher Bildung sind.

Etwas kryptisch ...

Ich muß gestehen, jetzt kenne ich mich erst recht nicht aus. Können Sie vielleicht einen Liberalen nennen, der Sie bloß wegen Wurstigkeit etwas auf die Palme bringt, und als Kontrast einen Liberalen, den Sie als Armeleutefresser und Bildungsfeind betrachten?

Vielleicht komme ich über diesen praktischen Weg schneller drauf, was Sie eigentlich meinen.

kalliopevorleserin hat gesagt…

Zu 1.: Ich beziehe mich auf besagte als "liberal" apostrophierte Laissez-Faire-Haltung, und nein, ich nenne jetzt niemanden, weil ich den Ausspruch "Ich bin ja liberal" schon von zu vielen Leuten gehört habe. Regelmäßig im Zusammenhang mit einer Haltung, aus der hervorgeht, daß eigentlich alles ganz egal ist.

Zu 2.: http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Demokratische_Partei

Und nein, falls das gefordert wird, ich bitte nicht um Entschuldigung. Es gibt Dinge, die muß niemand zornlos ertragen.

Le Penseur hat gesagt…

@Kalliopevorleserin:

Ich verstehe. Wenigstens teilweise.

Was nicht heißt, daß ich deshalb Ihre Meinung teile. Jedoch im Fall der F.D.P. (als Österreicher ganz allgemein, und als Libertärer schon überhaupt) sogar zornlos.

Denn diese halbsozialistisch-etatistisch-konformistisch-zahnlose Mainstreampartei (in DDR-Zeiten nannte man sowas ehrlicherweise Blockpartei), hat mit liberal etwa soviel zu tun, wie die US-Demokraten mit Demokratie, Erbakans Gerechtigkeitspartei mit Gerechtigkeit, oder der Weltsicherheitsrat mit Sicherheit ...

Nur Ihre Vorwürfe des Armeleutefressens bzw. der Bildungsfeindlichkeit verstehe ich in diesem Zusammenhang beim besten Willen nicht. In der F.D.P. ist doch meines Wissens ein überproportionaler Akademieranteil vertreten, und arme Leute wählen sowieso andere Parteien, die ihre Interessen doch wohl bestens wahren werden, oder etwa nicht?

Erklären Sie mir Ösi vielleicht, wie Sie das meinen?

kalliopevorleserin hat gesagt…

Zunächst, wenn ich von Typen wie Westerwelle höre, man solle ernsthaft erwägen, Hartz IV um über zweihundert Euro zu kürzen, denn davon kann man dann immer noch leben - und man kann ja die Heizung runterdrehen (als ob arme Leute das nicht schon eh tun) - und man braucht ein Wertgutscheinsystem, weil Arme ja bekanntlich ausnahmslos Saufen, Kette rauchen und Luxusgüter kaufen - dann nenne ich das Armeleutefressen. Das ist nicht frei, nicht demokratisch und auch nicht wirklich liberal, das ist ein Vorschlag zur Kleptokratie (die in Deutschland bereits teilweise durchgesetzt ist).

Sodann: Die Vorschläge der FDP haben, wenn sie durchgesetzt werden, samt und sonders zur Folge, daß weniger Geld für freie Bildung ausgegeben wird. Eltern, die es nicht so dicke haben, müssen sich entscheiden, ob der musikalische Sohn ein Instrument bekommt oder die künstlerisch begabte Tochter gute Farben - beides geht nicht mehr. Das Wertgutscheinsystem, das die FDP einführen will, wird zur Folge haben, daß man nicht mehr beschließen kann, eine Weile im Wesentlichen von Nudeln mit Tomatensoße zu leben, damit es für Bücher - denn die Essengutscheine kann man nicht im Buchladen einlösen. So wird Bildung nur in der Spur erlaubt, die FDP und Konsorten genehm ist.

Noch ist es nicht so weit, aber die FDP arbeitet mit aller Kraft dahin. Und schließlich: Die markigen Sprüche Westerwelles bezeugen, daß er trotz Studium mehr das Schwätzen als das Denken gelernt hat.

Le Penseur hat gesagt…

@kalliopevorleserin:

Darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf folgenden Artikel lenken?

Ellen Kositza: Sozialneid nach unten (ef-magazin 77)

Westerwelle ist zweifellos ein Schwätzer. Wenn er wirklich liberal agieren wollte, dürfte er nicht endlos sozialstaatlich-etatistisches Wasser in den liberalen Wein gießen. Ich fürchte nur, daß mein Vorwurf an ihn genau das Gegenteil von dem sein dürfte, was Sie ihm vorwerfen ...

Bedauerlich, denn wohin egalitäre Sozialstaatsphantasien führen, das bekommen wir gerade vorexerziert: Griechenland, demnächst Spanien.

Die andern folgen. Wie das Amen im Gebet