Mittwoch, 21. Juli 2010

Die Lacher der Woche häufen sich...

Über Stanislaus stieß ich auf diese Frage, welche sich Diakon Florian Ganslmeier (bald Priester der Erzdiözese Köln) hat stellen lassen müssen:
    "Vertreten Sie diesen perversen Verein eigentlich nur oder sind sie auch selbst so?"
Diakon Ganslmeier ärgert sich über solche Provokationen, noch mehr aber über die Mißbrauchsskandale. Kenn' ich. Geht mir auch so. Wobei man natürlich in vielen Fällen das Wort "Provokationen" auch gerne durch "Dummheit" ersetzen darf.

Doch wie antwortet man auf eine solch dumm-provokative Frage? Ich für meinen Teil bin mir ziemlich sicher, daß ich einerseits viel un-"perverser" bin, aber dennoch den "Verein" nicht einfach nur vertrete, sondern stets versuche, in seinem Sinne zu reden und zu handeln, so daß ich unterm Stich als viel "schlimmer" durchgehen werde, wenn man die Begriffe schlimm und erträglich von einem handelsüblichen, kirchenfernen aber trotzdem Kirche-seienden, von FAZ, SZ etc informierten Katholiken definieren läßt (von säkularisierten Nicht-Katholiken mal ganz zu schweigen).

Den ganzen Artikel über Diakon Florian Ganslmeier gibt's hier.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zur - wirklich - dummen Frage an den neuen Diakon kann ich nur anmerken, daß mir in einer solchen Lage dann immer die Frage einfallen will: "Was ist - als persönlich Unbeteiligter - Ihre Meinung zum Thema Intelligenz?"

Da fragt man sich dann, wer hat die Trumpfhand? Wahrheits- oder Nächstenliebe?

Pompous Ass

Josef Bordat hat gesagt…

Hm... Das Lachen bleibt mir aber im Halse stecken. Es ist ein Lachen über die Dummheit von Pauschalurteilen, wie es etwa den Film „Das Leben ist schön“ prägt oder den Lieblingswitz von Paul Spiegel vom Titanic-Unglück, aber eine Sache bereitet mir Sorge: Die mangelnde Urteilselastizität, also die Unfähigkeit, sein Urteil bei veränderten Gegebenheiten zu verändern. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch die Schuldzuschreibung auf der Basis des festen Konnex von Kirche und Missbrauch ist so weit automatisiert, dass es denkunmöglich geworden zu sein scheint, dass Priester keine Kinderschänder und Kinderschänder keine Priester sind. Selbst bei Berichten über die Odenwaldschule oder Sportvereine wird in den Leser-Kommentaren die Kirche gerügt (etwa im Kommentar zu dem unterhalb des Artikels zu Ganslmeier verlinkten Artikel über die hundertjährige Tradition des Missbrauchs an der Odenwaldschule). Ich weiß gar nicht, ob sich diejenigen, die an dieser untrennbaren Verbindung publizistisch mitgebastelt haben, im Klaren darüber sind, wie gefährlich das ist. Es lässt sich – einmal im Rollen – nämlich nicht mehr zurückholen, etwa durch differenziertere Betrachtungen. Die können dann nämlich gar nicht mehr verstanden werden. Ganz abgesehen davon, dass sich längst autarke Strukturen verstetigt haben, die auf Information von außen gar nicht mehr angewiesen sind.

Der Paul Spiegel-Lieblingswitz geht übrigens so: Sagt ein Israeli zu einem Chinesen: „Ich mag Euch nicht.“ Fragt der Chinese: „Warum nicht, wir haben euch doch gar nichts getan.“ – „Doch, ihr habt Pearl Harbor bombardiert.“ – „Das waren nicht wir, das waren die Japaner“, sagt der Chinese. – „Ach“, erwidert der Israeli, „Japaner, Chinesen – ist doch eh alles das Gleiche!“ Darauf der Chinese: „Und ich mag keine Juden!“ – „Wieso denn nicht, was haben wir euch denn getan?“ – „Ihr habt die Titanic versenkt.“ – „Das waren nicht wir, das war der Eisberg.“ – Der Chinese: „Eisberg, Rosenberg, Goldberg – alles das Gleiche!“

Liebe Grüße,
Ihr
Josef Bordat

Arminius hat gesagt…

Nach meiner Erfahrung reicht die Antwort "Sie sind ein Idiot!" völlig aus.