Montag, 28. Juli 2014

Komm, wir gehen auf die Straße und rufen "Kindermörder Israel!"...

Im Sommer 2012 schrieb Nicolas Pelham für das Journal of Palestine Studies einen Artikel, der das Phänomen des Tunnelsystems im Gaza-Streifen untersucht. In diesem Artikel findet man diese Sätze:
    A similarly cavalier approach to child labor and tunnel fatalities damaged the movement’s standing with human-rights groups, despite government assurances dating back to 2008 that it was considering curbs. During a police patrol that the author was permitted to accompany in December 2011, nothing was done to impede the use of children in the tunnels, where, much as in Victorian coal mines, they are prized for their nimble bodies. At least 160 children have been killed in the tunnels, according to Hamas officials.

    [Eine ähnlich lässige Herangehensweise an Kinderarbeit und Tunnel-Todesfälle beschädigte das Ansehen der Bewegung (Hamas) bei Menschenrechtsgruppen, trotz einer in das Jahr 2008 zurückreichenden Versicherung der Regierung, man ziehe Drosselungen in Betracht. Während einer Polizeistreife, die der Autor im Dezember 2001 begleiten durfte, wurde nichts unternommen, die Verwendung von Kindern in den Tunneln zu erschweren, wo sie - ähnlich wie in den viktorianischen Kohlebergwerken - wegen ihrer wendigen Körper geschätzt werden. Laut Hamas-Offiziellen starben mindestens 160 Kinder in den Tunneln.]
Ich hoffe, daß ich diesen Geschmack schnell wieder aus der Seele bekomme...

Körbchengröße Q

Und... ** schwupp **... schon stecken wir in der nächsten Islam-Debatte.

Gezogen werden - das steckt wohl in der Natur der Sache - auch gleich mal wieder alle Register.

In der BamS schreibt Nicolaus Fest:
    "... überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund ... totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle ... Zwangsheiraten, „Friedensrichter“, „Ehrenmorde“ ... antisemitische Pogrome ... und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht."
Noch am selben Tag antwortet Kai Diekmann auf Bild.de:
    Genau solche Auseinandersetzung entlang religiöser Grenzen wollen wir NICHT. Wir wollen sie nicht führen, nicht befördern und nicht herbeischreiben.
Und irgendwo zwischen diesen beiden Extremen (also zwischen "Islam kacke!" (Fest) und "Kopf-in-den-Sand super!" (Diekmann)) finden sich die legitimen Fragen, die sich wohl jedermann stellen darf, ohne daß man ihn gleich wegen der Kritik an der Kritik am Islam als Versteher oder gar wegen der Kritik an der Kritik an der Kritik am Islam als bösen Bösewicht bezeichnet, der haßerfüllte Haßtexte schreibt.

Die Fragen:
  • Möchten wir den Islam einfach verbieten, die Moscheen schließen, alle Muslime ausweisen und an den Grenzen keine Muslime mehr hereinlassen?
  • Wollen wir uns allumfänglich zu allen Exportschlagern des Islam bekennen?
  • Wollen wir offen und ehrlich die Auffälligkeiten, Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten benennen, welche eine wachsende muslimische Bevölkerung mit sich bringt?
  • Wollen wir definieren, inwieweit solche Auffälligkeiten, Nebenwirkungen und Unverträglicheiten mit unserer Gesellschaft im Einklang stehen bzw von ihr gestemmt werden können?
  • Wollen wir sofort und ohne Bambiaugen und Multikulti-Krokodilstränen die Reißleine ziehen, wenn wir erkennen, daß die Auffälligkeiten, Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten eine Form oder ein Ausmaß annehmen, welches als nicht mehr erträglich empfunden wird?
Gar nicht so schwierig, oder?

Ach ja... Meine Antworten: Nein, nein, ja, ja und ja.
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P.S.: Nein, der Titel dieses Postings hat mit dem Inhalt überhaupt nichts zu tun. Es soll auch kein Clickbait sein. Ich dachter nur, daß es ein total cooler Name für eine deutsche Funpunk-Band wäre...

Donnerstag, 24. Juli 2014

Hoffnungsschimmer...

Alfred Ellinger, Präsident der im Mai 2003 gegründeten “Vereinigung österreichischer Kriminalisten“, ist Strafrichter und Vizepräsident des Landesgerichts Eisenstadt. Er hat auf der Seite kripo online bereits im Jahre 2007 einen Kommentar veröffentlicht, der mit diesen Worten endet:
    Geben wir uns keinen Illusionen hin. Europa wird das Schlachtfeld für einen großen Kampf zwischen der Ordnung des Islam und ihren Feinden. 40 % der Menschen in den arabischen Ländern sind jünger als 14 Jahre. 15 Mio. Muslime leben heute bereits in der Europäischen Union und die Überalterung Europas ist unübersehbar. Die muslimische Bedrohung wurde in Kastilien, Südfrankreich und letztlich vor Wien zurückgeschlagen. Aber heute ist die Grenze zwischen Europa und der islamischen Welt durchlässig, die Bedrohung Europas evident. Ein Hoffnungsschimmer für das Verhältnis zwischen dem europäischen Selbstverständnis und dem Islam ist, dass es doch eine große Zahl von Muslimen gibt, die eben nicht jenem fundamentalistischen Koranverständnis anhängen und dass Muslime hier in Europa begonnen haben jene Eingrenzung der Ratio, die ich oben erwähnt habe zu durchbrechen (ein in Zürich gegründetes „Forum für einen fortschrittlichen Islam“). Vielleicht kehrt die Einsicht ein, dass auch der Islam einen historischen Hintergrund hat, nicht versteinert und einer humanen Auslegung zugänglich ist. Wenn sich Europa nicht sehr schnell von einer völlig verfehlten Migrationspolitik, der Vision einer „multikulturellen Gesellschaft“ und einer verfehlten Toleranz im Umgang mit verhetzten Islamisten verabschiedet, wird der gebetsmühlenartige Aufruf zu „Dialog“ und „Toleranz“ zu ungeahnten Problemen und zu neuen politisch motivierten Glaubenskriegen in unseren Städten führen.
Wie gesagt: Nicht gestern, sondern 2007...

Und wer jetzt gleich maulen will, daß der Herr Ellinger wohl einfach nur ein Islamhasser ist, der sei darauf hingewiesen, daß er sich in seinen Urteilen (seien sie im Gerichtssaal gesprochen oder im Intenet geschrieben) wohl keine solchen Scheuklappen gönnt. Denn 6 Jahre nach Veröffentlichung seines Kommentars verurteile er einen Mann, der auf facebook gegen den Islam gehetzt hatte.

Zeichen der Zeit...

Am 6. Dezember des vergangenen Jahres wurde in Saarbrücken-Dudweiler in der Kirche St. Bonifatius die letzte Heilige Messe gefeiert. Danach wurde das Gotteshaus von Weihbischof Robert Brahm profaniert.

In derseben Stadt wird dieser Tage eine Fahne der Terroristengruppe IS gezeigt:
    Nach polizeilicher Alarmierung flatterte die Fahne der „islamischen Gotteskrieger“ jedoch weiter über die Stadt. Polizeisprecher Stephan Laßotta: „Wir haben keine Handhabe. Die Flagge ist in dieser Form strafrechtlich nicht zu beanstanden. Es fehlen verschiedene Symbole, damit sie unter ein Verbot fällt.“
Sind die Leichen von Christen (und von Moslems, die ihnen helfen wollten), die Ruinen von Kirchen, die Schreie im Steinhagel sterbender Frauen etc vielleicht "Symbol" genug?

Es ist mehr als erschreckend, was für Erbschleicher das in den letzten Zügen liegende (aber immer noch selbstverliebt an sich herumspielende) Abendland anzieht und welche Art von Hirnfürzen dort das Vakuum füllt, wo der Geist schon lange verflogen ist.

Bitte, bitte, bitte: Laßt nur ja alle die aus Syrien und dem Irak zurückkehrenden Psychopathen wieder ins Land! Vielleicht üben die ja in ihrem momentanen Herrschaftsgebiet nur eine besondere Art humanitärer Hilfe aus, deren Tiefe uns Westlern leider verborgen bleibt. Wir sind ja sowieso die Dummen und die Bösen, wir weißen, christlichen, fleischfressenden, kreuzzüglernden Herrenmenschen. Und wenn sie dann wieder im Land sind, mit Macheten und Gewehren wedeln und uns zurufen "Wollt ihr die totale Bereicherung?", dann antworten wir auch alle ganz brav "Jaaaaaa!"

Sternstunden der Menschheit...

In Bischofshofen mußte ein Testspiel zwischen Maccabi Haifa und OSC Lille abgebrochen werden, weil in der 85. Minute rund 20 türkischstämmige Jugendliche das Feld stürmten und die israelischen Spieler angriffen. Die Daily Mail hat Bilder, unter anderem dieses hier:


Und die IS-Terroristen befahlen in den von ihnen besetzten Gebieten die Genitalverstümmelung aller Frauen im Alter zwischen 11 und 46 Jahren. Vergangene Woche wurden von den Islamisten bereits zwei Frauen gesteinigt. In Mosul müssen außerdem Geschäftsleute nun die Gesichter ihrer Schaufensterpuppen verhüllen.

Ja, nee, is' klar...

Mittwoch, 23. Juli 2014

Falls die Bärte von IS-Mitgliedern sehr weiß, fluffig und glänzend aussehen,...

... dann handelt es sich dabei mit Sicherheit um Schaum vor dem Mund.

Ein Moslem - Professor in Mosul - spricht sich gegen die Vertreibung und Verfolgung der dortigen Christen aus und wird prompt vom IS hingerichtet.

Zudem geistert als Panik-Futter die IS-Ankündigung durchs Netz, man wolle die Kaaba in Mekka zerstören, sobald man dort angekommen ist. Grund für die Vernichtungs-Träume in Richtung Saudi-Arabien?
    Der schwarze Stein ist jährlich Ziel von Millionen von islamischen Pilgerern, den Radikalen aber zu materiell: "Die Menschen gehen nach Mekka, um Steine zu berühren, nicht wegen Gott", so der selbsernannte Kalif Dschihadi Abu Turab al-Muqadassi.
Wie können die es wagen, Steine zu berühren und damit Gott gefallen zu wollen? Weiß doch jeder, daß nur Mord, Vertreibung, Entführung und Erpressung vor Gott bestehen können! Nicht dieser viel zu materielle Schnickschnack, sondern die ganze spirituelle Tiefe eines soliden Genozids.

Mir gehen hier echt die Zwangsjacken und die Rosenkranzperlen aus.

Prioritäten...

Der Standard berichtete vorgestern über die Vertreibung der Christen aus Mosul und schrieb:
    Als Reaktion auf die alarmierenden Berichte über die Zerstörung von Kulturgütern von unschätzbarem historischen Wert hat die Unesco zusammen mit internationalen Experten begonnen, einen Notfallplan zum Schutz zu erstellen.

Montag, 21. Juli 2014

Nice try...

Auf twitter demonstriert im Moment dieses Bild...


... die ganze Schlechtigkeit Israels. Israelische Soldaten (im klassischen Sandalen-Look, der bei der israelischen Armee offenbar unverhandelbar ist) bedrohen ein wehrloses Baby mit ihren Gewehren.

Eine schnelle google-Bildersuche nach dem Motiv offenbart, daß das Bild bereits im April dieses Jahres auf einer facebook-Seite aus dem Jemen auftauchte.

Bevor es in diesen Tagen weiteres Öl in das "Kindermörder Israel!"-Feuer gießt, wurde das Bild offenbar schon in Syrien mißbraucht.

Daß die Pro-Palästina-Fraktion des Internets blind jedes gefundene Fressen ohne Überprüfung weiterverbreitet, ist aufgrund der Pallywood-Vorbilder nicht überraschend, aber trotzdem traurig.

Der Schuß muß nicht einmal notwendigerweise nach hinten losgehen, denn der Mob fragt nicht "Woher, wann, wer, wo, warum?", sondern er will nur den Startschuß zur nächsten Machtdemonstration in europäischen Großstädten.

Interesting times...

Ganz klar ein Fall für die Menschenrechtsorganisationen...

Während des Urlaubs saß ich irgendwann nachmittags im Sonnenschein auf der Brückenterrasse vor dem Hotel in Bamberg und ließ mich ein wenig durch das Internet treiben. Bald stieß ich auf einen Artikel im Online-Magazine "Slate".

Die alarmierende Überschrift "Don't let the Doctor do this to your Newborn" war verführerisch genug. Ich begann zu lesen.

Der Anfang des Textes richtet sich an den Leser bzw. an all jene, die genug Phantasie oder Erfahrung besitzen, sich selbst nach langen Wehen im Krankenhausbett zu sehen, das Neugeborene in den Armen haltend. Man wird gebeten sich vorzustellen, wie ein Arzt hineinkommt und einem mitteilt, daß es nun Zeit für die "Behandlung" des Kindes sei.

"Welche Behandlung?" fragt man, etwas skeptisch.

"Och... Alles Routine und Standard, mit extrem geringer Gefahr von Nebenwirkungen!"

"NEBENWIRKUNGEN???"

"Korrekt! In nur 1-2 Prozent der Fälle beobachten wir langfristige negative Auswirkungen. Depressionen, soziale Ächtung, Schwierigkeiten bei der Jobsuche oder Schwierigkeiten, einen Job zu behalten. Jene mit negativen Reaktionen werden Opfer von Diskriminierung. Selbstmord ist nicht ungewöhnlich. Aber, wie gesagt: Nur 1-2 Prozent..."

"Aber... Wird mein Kind denn krank werden, wenn es sich der Behandlung nicht unterzieht?"

"Nein. Aber es wird die gesellschafltichen Vorteile verlieren, die die Behandlung mit sich bringt. Jeder macht es. Wenn Sie es nicht tun, werden andere Ihr Kind nicht so leicht akzeptieren."

Nun wird man gefragt, ob man einer Behandlung zustimmen würde, die gesellschatliche Privilegien mit sich bringt, aber auch ein geringes Risiko birgt. Das Szenario wird so dargestellt: Es gibt den Druck, das Kind einer Behandlung auszusetzen, für deren Notwendigkeit es keinen greifbaren Beweis gibt und deren Vorteil nur darin besteht, daß alle anderen ihre Kinder auch dieser Behandlung aussetzen, wobei es aber bei 1-2 Prozent zu schlimmen Nebenwirkungen kommen kann. Die Autorin des Artikels - Christin Scarlett Milloy - ist sich sicher, daß Ärzte, Eltern und die Gesellschaft als solche diese Art von Behandlung nicht guthießen.

Dabei tun sie es! - [** gasp **]

Die beschriebene Behandlung findet tagtäglich überall auf der Welt mehrfach statt! - [** shock **]

Und dabei werden die Eltern in Wirklichkeit nicht einmal gefragt, ob sie die Behandlung wünschen, was die Geschichte noch viel heimtückischer macht! - [** faint **]

Und wie genau heißt diese "Behandlung"? Und wie sieht sie aus?

Sie heißt Kindergeschlechtszuordnung und besteht darin, daß der Arzt einen Blick auf das Neugeborene wirft und sagt "Es ist eine Junge!" bzw "Es ist ein Mädchen!"

Der Horror!

Der Horror!!!

DER HORROR ! ! ! ! !

Ach so... Moment... Warum eigentlich der Horror?

Ach ja, weil...: "Du kannst alles werden, was du willst", Respekt, Menschenwürde, Erwartungen, Stereotypen, Bigotterie, Ignoranz, individuelle Ausdrucksform, Maximierung des Glücksgefühls, brutale Reduzierung des Lebens, Einhornzüchten, Feenklassifizierung, Wattebauscharchitektur, Gender Studies und all die anderen Fächer, in denen man heute eben noch so dufte Studienabschlüsse sammeln kann...

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es gibt durchaus Platz für besonnene Gespräche über Gender und... Ach... Wem mache ich eigentlich etwas vor: Nach dieser manipulativen Clickbait-Panikmache will ich von Jungs in pinken Tütüs und Mädels bei der Holzfällerausbildung erst einmal nichts mehr hören.

P.S.: Die mit meiner Stirne auf der sonnenbeschienenen Terrasse zu Bamberg zerschlagene Tischplatte mußte ich übrigens nicht bezahlen. Ich zeigte der besorgt herbeigeeilten Hotelkraft den Artikel und erhielt nicht nur maximales Verständnis sondern zur Aufmunterung auch noch einen Cocktail meiner Wahl aufs Haus.

Samstag, 19. Juli 2014

"For the first time in the history of Iraq..."

"... Mosul is now empty of Christians".

Gott schütze unsere Brüder und Schwestern und öffne ihren Verfolgern die Augen, daß sie den Weg, die Wahrheit und das Leben finden mögen.

Warum ich die Hamas nicht so richtig mag...

Eines ist mir in den letzten Tagen aufgefallen: Wo auch immer der Konflikt zwischen der Hamas und Israel thematisiert und kommentiert wird, gibt es keine noch so pro-palästinensische Stimme, welche nicht eingesteht, daß aus Gaza seit der Jahrtausendwende immer und immer wieder große Mengen von Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert wurden. Diesem Eingeständnis folgt aber sogleich die Beschwichtigung, daß die Hamas-Raketen ja sowieso alle vom Iron-Dome abgefangen werden und daß die paar selbstgebastelten Karnevalsböller, die zufällig durchkommen, in der Regel irgendwo auf dem Feld einschlagen, weswegen der israelische Blutzoll zwar existiert aber gering ist im Vergleich zu den Opfern auf palästinensischer Seite, welche immer wieder durch die angeblich doch so zielgenauen und sauberen Schläge des israelischen Militärs getötet werden.

Ein Blick in die Gründungscharta der Hamas zeigt, daß der Raketenbeschuß weniger zufällig geschieht, sondern ganz klar Teil des Programms ist, welches kaum versteckt die Auslöschung Israels fordert und anstrebt. Zwar werden Opfer auf palästinensischer Seite immer medienwirksam unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit präsentiert (und daß sich darunter auch wieder der ein oder andere Pallywood-Schinken findet, gehört mittlerweile wohl so sehr zum guten Ton, daß eine weltweite Anprangerung dieser geschmacklosen Instrumentalisierung kaum zu erwarten ist), aber das Fernziel der Hamas scheint tatsächlich eher die Vernichtung (oder Zerrüttung) Israels zu sein, als das Wohl der eigenen Leute. Wie sonst ließen sich solche Geschichten erklären?

Wir haben also eine Organisation, die sich der Auslöschung eines Gegners verschrieben hat, und die den Willen zur Auslöschung seit Jahren mit Raketenbeschuß, Entführungen und Selbstmordattentaten untermauert und dabei auch über Leichen in den eigenen Reihen geht.

Gleichzeitig gelingt es dieser Organisation aber immer wieder, sich und ihre Leute als Opfer darzustellen und durch Fackelträger und Internet-Brandstifter die Massen so intensiv zu mobilisieren, daß abgeschwächte Gedenkaufführungen des Nahost-Konfliktes schon mal probeweise in europäischen Städten stattfinden (Paris, Essen, Berlin... Bin mal gespannt, was morgen in Wien abgehen wird...). Man weiß ja nie, wann der Prozentsatz der eigenen Leute die kritische Masse überschreitet und man so richtig loslegen kann...

In der Tat sind die getöteten oder verwundeten Palästinenser Opfer, denn Opfer fordert nunmal jeder bewaffnete Konflikt. Aber was sind die getöteten und verwundeten Israelis? Eben! Beide Seiten beweinen ihre Toten. Auf beiden Seiten gibt es spontane Vergeltungsgelüste. Beide Seiten zeigen mit dem Finger auf die jeweils andere. Beide Seiten haben den Finger am Abzug.

Aber das erklärte Ziel der Hamas und ihr schauerlicher und kitschtriefender Todeskult läßt mich vor dem Hintergrund diverser Pallywood-Aktionen zusammen mit der Human Shield-Methode und der Bereitschaft, als Märtyrer zu sterben, so lange man nur genug "von denen" mit in den Tod reißt, vermuten, daß ein alter Spruch wohl sehr wahr sein dürfte: Wenn die Hamas die Waffen niederlegt, verschwindet der Krieg; wenn Israel die Waffen niederlegt, verschwindet Israel.

Wer mit gleichtzeitig stolzgeschwellter Brust und rotgeheulten Augen seine Opferzahlen zum Längenvergleich herausholt, um der Welt zu zeigen, daß die Bösartigkeit der anderen Bösen viel größer ist, als die Bösartigkeit der eigenen Bösen, der zeigt, daß er - im Sinne dieses Artikels von Ahmad Mansour - doppelter Täter ist: Er feuert Raketen nach drüben und instrumentalisiert die eigenen Leute, bis zu dem Punkt, wo sie selbst ihr Leben geben müssen.

So lange wir in einer Welt leben, in der es laut Meinung der Spinner so etwas gibt, wie die "richtigen" und die "falschen" Toten eines bewaffneten Konfliktes, so lange wird diese Welt sich am Nahost-Konflikt die Zähne ausbeißen.

Sensation!

Ein Redakteur einer türkischen islamisch geprägten Zeitung hat die muslimische Gemeinde im Land aufgefordert, sich für die christlichen Todesopfer islamistischer Terroraktionen zu entschuldigen.

Oder so ähnlich...